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Damals: Zwei neue Glocken den Wattwiler Kirchturm hinaufgezogen

Was ist vor 100, 50, 20 und 10 Jahren im Toggenburg geschehen? Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten.

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Vor 50 Jahren zogen Schulkinder die beiden neuen Glocken auf den Turm der evangelischen Kirche in Wattwil.

Vor 50 Jahren zogen Schulkinder die beiden neuen Glocken auf den Turm der evangelischen Kirche in Wattwil.

Bild: PD

Vor 100 Jahren

21. August: Toggenburg. Der letzte Seuchenfall der Maul- und Klauenseuche in einen Stall bei Brunnadern wurde mit 4 Stück gemeldet. Diese Tiere, wie alle übrigen verseuchten Viehbestände, wurden durch Schlachtung getilgt. Da die Krankheit seither nicht mehr aufgetreten ist, ist das ganze Neckertal wieder seuchenfrei. Der Seuchenherd in der «Girlen» hat sich in der Weise verändert, dass nun alle Tiere verseucht sind. Die Krankheit tritt jedoch nicht in der gefährlichen Art auf, wie sie zu Beginn im Neckertal hauste. Bis heute ist ihr noch kein Tier erlegen. Da es sich hier durchwegs um Jungvieh handelt, hofft man mit einer Durchseuchung bessere Resultate zu erzielen, als wenn man die 80 Stück ans Messer liefern würde.

25. August: Wattwil. Auszug aus den Verhandlungen des Gemeinderates. Nach wiederholten einlässlichen Beratungen stellt die Krankenhauskommission das Gesuch, der Gemeinderat möchte einer nächsten Bürgerversammlung einen begutachteten Antrag betreffend Abtretung des Krankenhauses an den Staat unterbreiten. Der Gemeinderat ist mit diesem Antrag betreffend Abtretung des Krankenhauses an den Staat einverstanden. Es stellt sich nämlich je länger je mehr heraus, dass auch mit der höchsten Subvention von Seite des Staates, die Gemeinde Wattwil für die dringende Erweiterung des dem ganzen Bezirk dienenden Spitals noch namhafte Summen aufbringen müsste, welche ihr im Hinblick auf andere grossen Aufgaben nicht zugemutet werden können.

Vor 50 Jahren

21. August: Wattwil. In einer fröhlichen Feier der Schuljugend werden zwei neue Glocken in den Turm der evangelischen Kirche hinaufgezogen. In Zukunft werden sie mit den vier Glocken aus dem Jahre 1848 ein harmonisch-melodisches Geläute bilden und die evangelischen Wattwiler zum Gottesdienst rufen. Da nicht alle Gelegenheit haben dürften, die Glocken vor dem Aufzug in die luftige Höhe zu betrachten, sollen sie hier vorgestellt werden. Beide sind mit dem Wappen von Wattwil geschmückt und tragen folgende Aufschrift: «Im Jahre 1970 haben mich gestiftet Fritz Schiess-Forrer, Fritz Schiess-Meyer, Ernst Schiess-Schwaninger, Wattwil». Die Nummern bedeuten, dass es sich um die 566. und 567. von der Glockengiesserei Eschmann AG, Rickenbach bei Wil, gegossene Glocke handelt. Als Zeichen der Botschaft, die sie verkünden, trägt jede Glocke einen Spruch. Die gis-Glocke betet: «Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf zu unserer Zeit. Brich in deiner Kirche an, dass die Welt es sehen kann. Erbarm dich, Herr!». Die cis-Glocke verkündet: «Christus spricht: In der Welt habt ihr Angst. Aber seid getrost. Ich habe die Welt überwunden.»

21. August: Wattwil. Auch Heberlein «gleitet» in die Zukunft. «Gleitende Arbeitszeit» ist nicht nur ein modernes Schlagwort, sondern ein geeignetes Mittel zur persönlichen Gestaltung der Arbeitszeit. Nach gründlicher Prüfung dieser neuen Arbeitszeit-Regelung in anderen Betrieben hat die Geschäftsleitung von Heberlein & Co. AG in Wattwil beschlossen, schon in diesem Jahr (ab 1. September 1970) sich unter die Pionierfirmen einzureihen, welche durch Grossversuche mit gleitender und verschobener Arbeitszeit Erfahrungen sammeln, um dann gegebenenfalls in Kürze ein solches modernes Arbeitszeit-System, basierend auf den speziellen eigenen Bedürfnissen, definitiv einführen zu können.

Vor 20 Jahren

22. August: Wattwil. Das Duo Isabelle Forrer/Melanie Schönenberger vom KSV Wattwil hat im Beachvolleyball nach seinem EM-Einsatz vor zwei Wochen in überzeugender Art und Weise den Schweizer-Meister-Titel in seiner Altersklasse geholt.

23. August: Lichtensteig. Der Entwurf des Gemeinderates und der Gegenvorschlag des Referendumskomitees gaben viel zu reden. Die neue Parkplatzordnung bleibt wohl auch nach dem zweiten Orientierungsabend ein umstrittenes Thema. Der Gemeinderat Lichtensteig wird nun nach dieser Diskussion nochmals über die Bücher gehen. Er wird versuchen, ein mehrheitsfähiges Konzept auf die Beine zu stellen. Gegen den neuen Beschluss wird es wiederum die Möglichkeit geben, das Referendum zu ergreifen.

24. August: Dietfurt. Ab 2001 übernimmt die Dietfurter Buntweberei Schönenberger AG sämtliche Gebäude der ehemaligen Spinnerei Dietfurt AG in Dietfurt. Der gesamte Betrieb – Konfektion, Logistik und Verwaltung – soll bis zum Frühling 2001 dort verlegt werden. Im September 1999 hat die Spinnerei Kunz Textil Dietfurt AG die Produktion aus Marktgründen eingestellt. Die Spinnmaschinen sind mittlerweile verkauft und werden zurzeit demontiert.

Vor 10 Jahren

21. August: Wildhaus. Bereits jetzt hat der Kanton St. Gallen das Kulturhotel Seegüetli am Schwendisee gekauft, obwohl vom Klanghaus nicht mehr als eine These besteht. Das Vorprojekt soll voraussichtlich bis Ende Jahr ausgearbeitet werden, so der Kantonsbaumeister. Dort soll das neue Klanghaus gebaut werden – möglich ist dies, weil das Grundstück als Kurzone eingezont ist. Sollte die Bevölkerung Nein zum Klanghaus sagen, würde der Kanton die Liegenschaft wieder verkaufen. Dies sei das normale Vorgehen, heisst es beim Baudepartement.

26. August: Wattwil. Das Kapuzinerinnen-Kloster Maria der Engel in Wattwil wird im Herbst 2010 geschlossen. Die sieben Ordensfrauen können ihr Kloster aus gesundheitlichen Gründen und Altersgründen nicht mehr weiterführen. Zwei sind bereits im Pflegeheim, eine wird ihnen nachfolgen, und vier werden in den Klöstern Altstätten und Jakobsbad aufgenommen.