Damals: Vor 50 Jahren wurde die Umfahrung Ebnat-Kappel eröffnet

Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

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Solche Stockungen im Dorfgebiet von Ebnat-Kappel sollten mit der Umfahrung der Vergangenheit angehören.

Solche Stockungen im Dorfgebiet von Ebnat-Kappel sollten mit der Umfahrung der Vergangenheit angehören.

Bild: PD

Vor 100 Jahren

29. November: Wattwil. Zur politischen Rechnungsgemeinde von Wattwil. Die diesjährige Bürgerversammlung wird unter dem besonders spürbaren Eindrucke einer grossen Steuererhöhung tagen, um volle 50 Prozent. Ausserdem stehen auch vermehrte Abgaben an den Staat mit seinem 11-Millionen-Franken-Defizit bevor und zu alledem kommt im nächsten Frühling noch die Totalsteuerrevision die nach dem Muster der vergangenen Zwischenrevision in verschärfter Auflage für Gemeinde und Staat die nötigen Mittel sichern soll. Es ist gut, wenn sich der Bürger mit diesen unabwendbaren Dingen beizeiten auseinandersetzt. Das dieser Tage verteilte «Amtsheft» ist nun bereits auf 70 Seiten angewachsen. Zum erstenmal erscheint auch der Bericht des Krankenhauses darin; wohl nicht ganz ohne Absicht, denn auch dort harren Fragen der Lösung, die so oder anders von der Gemeinde harte Opfer verlangen werden.

Vor 50 Jahren

28. November: Hemberg. Vom Sommer- zum Winterkurort. Mit dem Bau eines Skiliftes hat Hemberg den Grundstein zur touristischen Erschliessung des hintern Neckertales gelegt und hofft, dass nun auch dieses Dorf in den Genuss einer Wintersaison kommt. Dadurch werden neue Einnahmequellen für die Bergbevölkerung erschlossen. Die Talstation Starkenbach des neuen Skiliftes liegt auf 820 Metern, die Bergstation Wald/Riegelschwendi auf 1113 Metern. Mit einer Liftlänge von 1050 Metern wird die Höhendifferenz von 300 Metern überwunden. Dem Skifahrer stehen drei Pisten zur Verfügung, eine leichte, eine mittelschwere und eine schwere Abfahrt, der ideale Skilift für die Familie.

3. Dezember: Ebnat-Kappel. Umfahrung Ebnat-Kappel festlich eröffnet. Hier ein paar Verse von Lehrer Gerig, die seine Schüler sehr nett vortrugen: Es lyht es Dörfli, ganz verträumt, im Toggeburger Ländli, von Wald und Wese grüe omsäumt, im schönschte Sonntigsgwändli. Doch plötzlich isch die Rueh verby, Jää, s’isch fascht nöd zum säge: Am e Sonntig sorret jetzt verby fascht 18 tuusig Wäge. De Gmeindame Dangel hockt is Auto je und fahrt pätsch of St.Galle. Jetzt gett’s e Seilzieh, hi ond her, öb Sonn- oder Schattehalb, ond d’Buure nend’s halt schüli schwer, händ Angscht om Hof ond Chalb. Mit Volldampf goht’s jetzt a d’Umfahrig. Bim Sprenge flügt en grosse Stei – mangels Sprengerei-Erfahrig – grad näbet’s Dangels Huus im Lei. Die Sprengerei bringt recht viel Schade. Ziegel, Fenschter gönd i d’Scheerbe. En Säugling gheit fascht us em Wage. Dä hett bimeid grad chöne schterbe! Mer tanket hüt – vorab di Junge – dene Herre do im Truubesaal. Die Stross isch wörkli bäumig glunge. No isch sie leider – e chli z schmal!

Vor 20 Jahren

30. November: St.Peterzell. Fast zehn Jahre ist es her, seit das letzte Bergrennen St.Peterzell–Hemberg über die Bühne ging. Jetzt starten drei Neckertaler Hauptinitianten Roger Scherrer, Beni Metzger und Peter Frehner den Versuch, das Rennen wieder ins Leben zu rufen. Das Vorhaben dürfte sich als recht schwierig erweisen: Bereits im Jahre 1995 wurden gesamtschweizerisch 5242 Unterschriften für eine Petition gesammelt. Beide Gemeinderäte lehnten damals eine erneute Durchführung des Rennens ab. Auch das Justiz- und Polizeidepartement in St.Gallen wies das Gesuch ab. Gestützt auf die Luftreinhalteverordnung und das Abwägen der Interessen (Vorbildcharakter der Veranstaltung) wurde der Antrag nicht bewilligt. «Die Gemeinderäte stufen das öffentliche Interesse an der Nichtdurchführung des Bergrennens höher ein als dasjenige der Veranstalter und Petitionäre», steht in der Beschlussfassung vom 28. Juni 1995. Abklärungen haben ergeben, dass beim Formel-Rennsport-Club Schweiz (FRC) ein grosses Interesse besteht, das Rennen von neuem im Neckertal durchzuführen. Vergleichbare Probleme für ein Rennen eine Bewilligung zu bekommen, kennt der Veranstalter nicht. In Oberhallau könne jedes Jahr ein Rennen veranstaltet werden und das ohne Komplikationen.

1. Dezember: Toggenburg/Zürich. Mit Beiträgen aus dem Kulturförderungskredit ehrte der Zürcher Regierungsrat eine ganze Reihe von Kulturschaffenden. Literaturwerkbeiträge wurden in der Höhe von insgesamt 246000 Franken ausgerichtet. 40000 Franken erhielt der Wattwiler – und heute in Zürich wohnhafte – Schriftsteller Peter Weber.

Vor 10 Jahren

28. November: Toggenburg. Jeden Tag veröffentlicht das Toggenburger Tagblatt einen Teil der Toggenburger Adventsgeschichte. An der Entstehung dieser Geschichte sind insgesamt 20 Personen aus dem ganzen Toggenburg beteiligt. Jeder Autor, jede Autorin schreibt ein Kapital, das an diejenigen der Vorgänger anschliesst.

2. Dezember: Lütisburg. Seit 1991 ist Hans-Peter Eisenring (CVP) Gemeindepräsident von Lütisburg. Fast 20 Jahre nach seinem Amtsantritt suchte er eine neue Herausforderung und fand diese. Er wurde als Nachfolger von Thomas Huber zum Gemeindepräsidenten von Häggenschwil gewählt. Eisenring war einziger Kandidat. Mit dieser Wahl kehrt Hans-Peter Eisenring an den Ort zurück, in dem er seine Kindheit und Jugendzeit verbrachte. Die Beziehungen zu Häggenschwil habe er nie abbrechen lassen. Er freue sich auf die Rückkehr. In Lütisburg wird nun ein Nachfolger gesucht werden müssen.