Damals: Vor 20 Jahren wurden zwei Ulmen gefällt, um freie Sicht auf die Ruine Iburg zu gewährleisten

Aus vergangenen Zeiten – Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

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Die Ulmen mussten weichen, um den freien Blick auf Wattwil Wahrzeichen zu gewährleisten.

Die Ulmen mussten weichen, um den freien Blick auf Wattwil Wahrzeichen zu gewährleisten.

Bild: PD

Vor 100 Jahren

24. März: Lichtensteig. Die Beitragsleistung der Gemeinde an das Krankenhaus Wattwil, wie sie durch die letzte politische Bürgerversammlung sanktioniert wurde, beträgt 20'200 Franken. Von dieser Summe wurden auf freiwilligem Wege zusammengebracht 13'200 Franken, in generöser Weise beteiligten sich daran die Feinwebereien AG Lichtensteig und die Ersparnisanstalt Toggenburg AG mit erheblichen Summen, die politische Gemeinde mit 5000 Franken und die Ortsgemeinde mit 2000 Franken. Damit hat die Gemeinde Lichtensteig in der Sammlung für unser Krankenhaus einen Ehrenplatz eingenommen und ist damit den anderen Gemeinden mit gutem Beispiel vorangegangen.

24. März: Kanton St.Gallen. Bekämpfung der Wohnungsnot. Den Gemeinden Wattwil und Flums wird für die Dauer der Wohnungsnot die Ermächtigung erteilt, neu einziehenden Personen, welche über die Notwendigkeit ihres Aufenthaltes in den genannten Gemeinden sich nicht hinreichend auszuweisen vermögen, die Niederlassung oder den Aufenthalt, unter Vorbehalt der Genehmigung durch das Polizei- und Militärdepartement zu verweigern; gegen den Entscheid des letzteren kann innert 10 Tagen an den Regierungsrat Rekurs ergriffen werden.

Vor 50 Jahren

20. März: Wattwil. Im Anschluss an die Publikationen der Initantengruppe «Pro Hallenbad» liegt es in sachlichem Interesse, die Bürgerschaft auch über die Verhältnisse des bisherigen Schwimmbadbetriebes und über die Stellungnahme der Dorfkorporation zur Frage der Trägerschaft für die zukünftige Lösung – Hallenbad-Freibad – zu orientieren. Am 14. Juni 1937 wurde das von der Sonntagsgesellschaft betriebene kleine Dorfbad in der Winterhalten durch ein Hochwasser vollständig zerstört. Ein Wiederaufbau am gleichen Ort kam nicht mehr in Frage, weil der Dorfbach als Wildbach verbaut wurde. Bereits im folgenden Jahr befasste sich die Verkehrskommission mit der Frage der Erstellung einer neuen Badeanlage. Zusammenfassend hat die Dorfkorporation seit 1939 an den Bau und Betrieb des Schwimmbades total 504'600 Franken erbracht. Es ist nicht daran zu zweifeln, dass sich die Bürgerschaft der Dorfkorporation in der übernommenen Schwimmbadaufgabe verpflichtet fühlt und bereit wäre, zur Verwirklichung einer den Bedürfnissen unserer anstrebenden Gemeinde entsprechenden neuen Anlage beizutragen.

Vor 20 Jahren

22. März: Wattwil. Die zwei Ulmen bei der Ruine Iburg sorgten für Gesprächsstoff. Die Gemeinde als Grundeigentümerin forderte aufgrund von Interventionen aus der Bevölkerung deren Entfernung. Sowohl der Forstdienst als auch der Naturschutzverein Wattwil haben sich für den Erhalt der beiden Bäume eingesetzt. Nun wird der Auftrag der Gemeinde aber vollzogen und die beiden Ulmen werden gefällt. Der Gemeinderat hat vor seinem letzten Entscheid das Gespräch mit dem Naturschutzverein geführt. Er gewichtet das Interesse der freien Sicht auf die Ruine – als Wahrzeichen der Gemeinde – aber nach wie vor als höher und hält an seiner Forderung nach Entfernung der Bäume fest.

23. März: Libingen. Im Juni 1978 wurden die Glocken aus dem Albert-Schweitzer-Gedächtnisturm in Hofen entfernt. Das Kapital «Glockenspiel» wurde damit für Libingen beendet. In Holland haben sie nach einigen Umwegen eine neue Heimat gefunden. Der Libinger Bevölkerung bleibt einzig ein Filmdokument aus dieser Zeit, das von seinem Besitzer, Walter E. Meierhans kürzlich der Gemeinde Mosnang geschenkt wurde.

Vor 10 Jahren

19. März: Hemberg. In einem Strategie-Workshop stellte sich der Gemeinderat Hemberg die Frage nach der Zukunft von Hemberg und kam zum Schluss, dass auch an der mittelfristigen Zukunft die Vorteile der Eigenständigkeit überwiegen. Eigenständigkeit gewährleiste Selbstständigkeit, eine bessere Übersicht und mehr Bürgernähe.

23. März: Alt St.Johann. Verschiedene Jagdgesellschaften beteiligen sich an der Aktion «Weniger Wildunfälle» des Kantons St.Gallen. Die Jagdgesellschaft Churfirsten montierte 13 akustische Wildwarngeräte am Strassenrand. Im ganzen Toggenburg werden 31 Teilstrecken von den zuständigen Jagdgesellschaften mit akustischen Wildwarnern bestückt. Die Aktion läuft als Pilotprojekt, wird wissenschaftlich begleitet und 2011 ausgewertet. Die Mitglieder der Jagdgesellschaft Churfirsten verpflichten sich, zwei halbe Tage im Jahr Arbeiten im Dienste der Allgemeinheit zu verrichten. Die Montage der Wildwarner war eine solche Tat. Die Arbeit wird den Jägern aber so schnell nicht ausgehen. Einmal wöchentlich müssen sie prüfen, ob noch alle Geräte vorhanden sind. Einmal im Monat gilt es, die Warngeräte zu reinigen.

22. März: Wattwil. Die Ortsgemeinde Wattwil hat ihren Alpen- und Waldbesitz verkauft. Der Erlös wird der politischen Gemeinde übergeben, die in einem Reglement verpflichtet wird, die rund 1,1 Millionen Franken zweckbestimmt zu verwenden.