Damals: Vor 20 Jahren wurde die Brandholzbrücke aufgerichtet

Aus vergangenen Zeiten – Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

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Die Bogenträger der neuen gedeckten Brücke werden eingebaut.

Die Bogenträger der neuen gedeckten Brücke werden eingebaut.

Bild: PD

Vor 100 Jahren

29. Mai: Lichtensteig. Wer über die Pfingstjahrmarkttage ins Städtchen kommt, der wird nicht verfehlen, der grossen Kaninchen-, Pelzwaren- und Geräteausstellung in der Turnhalle einen Besuch abzustatten.

Die zirka 300 Tiere aller Rassen geben ein treues Bild des heutigen Standes dieses Zweiges der Kleinviehzucht, die Geräte- und Pelzwarenausstellung machen auf einen rationellen Betrieb und die Verwertung der Felle aufmerksam.

2. Juni: Wattwil. Bäckereien und Milchproduzenten, welche bis heute und weiterhin das Werk der Notstandsaktion durch Abgabe ihrer Produkte unterstützen, werden zwecks rechtzeitiger Abrechnungsmöglichkeit mit den kantonalen Organen ersucht, ihre Forderungen jeweilen bis zum 8. des folgenden Monats durch Abgabe der Karten beim Fürsorgekassieramt geltend zu machen.

Vor 50 Jahren

28. Mai: St.Peterzell. Unter Hinweis auf die Strafbestimmungen sind verboten: 1. Das Laufenlassen von Federvieh auf fremdem Boden. Hunde sind so zu halten, dass sie weder fremdes Eigentum und Personen schädigen, noch in Feld und Wald frei jagen und revieren können. 2. Das Sammeln von Kaninchenfutter auf fremden Eigentum und das Abbrennen von dürrem Gras (Falchengras). 3. Das Ausführen von Jauche in der Nähe von Ortschaften bei warmem Wetter zwischen 8 Uhr morgens und 7 Uhr abends. In Rücksicht auf die Reinigungsarbeiten soll der Transport von Jauche auf öffentlichen Strassen und Plätzen an Samstagen gänzlich unterbleiben. 4. Das Ablagern von Schutt und dergleichen auf fremdem Eigentum, in öffentlichen Gewässern, an Bachböschungen sowie an anderen Orten.

Ferner soll dem regelmässigen Schnitt der Grenzhäge Beachtung geschenkt werden. Der Gemeinderat hat die Möglichkeit, Fehlbare mit einer Busse von Fr. 300.00 zu bestrafen.

28. Mai: Alttoggenburg/Neutoggenburg. Bei ausgezeichnetem Maiwetter beteiligten sich am Eidg. Feldschiessen in Bazenheid 708 Schützen. Die Neutoggenburger Schützen machten sich eine Ehre daraus, das Eidg. Feldschiessen auch wirklich «im Felde» zu schiessen. 850 Schützen (Rekordbeteiligung) haben den Weg nach Heiterswil in den Feldstand der Krummbächler Schützen gefunden.

Vor 20 Jahren

2. Juni: Ebnat-Kappel. Dauerregen, Hochwasser und stürmische Winde vermochten die Zimmerleute auf der Baustelle im Brandholztobel nicht sonderlich zu beeindrucken. Die Zimmerleute hantierten vorsichtig und gegen Abstürze mit Seil und Netz gesichert an der Brückenkonstruktion.

Die Bauleute hatten die Baustelle an der Thur geräumt und den Baukran demontiert. Sofort begannen die Zimmerleute der am Brückenschlag beteiligten Unternehmen mit dem Zusammensetzen der Konstruktionselemente. Am nächsten Tag fuhr der 300-Tonnen-Autokran eines Wiler Unternehmens von der Gieselbachseite zur Baustelle unten an der Thur, um den Zimmerleuten beim Aufrichten der gedeckten Holzbrücke an die Hand zu gehen.

Der Autokran-Maschinist hob den ersten der beiden rund 16 Tonnen schweren Bogenträger in die Brückenwiderlager. Millimeterarbeit war angesagt. Mit kritischen Blicken verfolgten Zimmermeister Werner Brunner und der Ingenieur Paul Grunder den sich in die Widerlager absenkenden, knapp 32 Meter Spannweite aufweisenden, Bogenträger. «Passt millimetergenau», sagte der Statiker Paul Grunder aus Teufen zum Zimmermeister Werner Brunner.

3. Juni: Ebnat-Kappel. Die Genossenschaftliche Bildungsstätte Ebnat-Kappel soll im Sommer ihre Tore öffnen. Jetzt wehren sich die Toggenburger Schulratspräsidenten, weil der Schulleiter mit ihrer Unterstützung werbe. Als vor einigen Monaten bekannt wurde, dass der Schulleiter, Beat Kissling, dem VPM (Verein Psychologische Menschenkenntnis) nahe steht, hatten verschiedene Personen grosse Bedenken wegen dieser Schule, die gegründet werden soll.

Beat Kissling versucht mit Zeitungsinseraten und einer Werbesendung Schüler für sein Angebot zu finden. Er will im Sommer ein zehntes Schuljahr für Schüler, die sich noch nicht entscheiden konnten, anbieten. Die Toggenburger Schulratspräsidenten stören sich jetzt sehr an einer Formulierung in einem kürzlich versandten Brief des Schulleiters. Aus rechtlichen Gründen sei es der öffentlichen Volksschule verboten, eine private Schule zu unterstützen.

Vor 10 Jahren

3. Juni: Ricken. Wegen der geplanten Fusion von Ernetschwil, Gommiswald und Rieden muss sich Ricken entscheiden, ob es zu Ernetschwil oder zu Wattwil gehören will. Die politischen und die Schulgemeinden informierten über die Varianten: Eine Konsultativbefragung soll Klarheit bringen. Die Gemeindepräsidenten von Ernetschwil und Wattwil, Hugo Kessler und Alois Gunzenreiner, hielten sich in der Diskussion zurück.

Beide betonten, dass sie den Willen der Rickner respektieren, gaben aber zu bedenken, dass die Zweiteilung von Ricken die Entwicklung des Dorfes behindere. Geäussert haben sich nur jene, die ein Zusammengehen mit Wattwil bevorzugen, mit dem Argument, dass die meisten Rickner eher nach Wattwil ausgerichtet seien.