Damals
Vor 20 Jahren stand das Toggenburg im Fokus vieler Fernsehkameras

Aus vergangenen Zeiten – das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

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Ein Kameramann bei den Dreharbeiten für die TV-Sendung «Fensterplatz».

Ein Kameramann bei den Dreharbeiten für die TV-Sendung «Fensterplatz».

Bild: PD

Vor 100 Jahren

31. Januar: Wattwil. Dem Grundsatze huldigend, dass der Mensch gerade in den Zeiten schwerer Prüfungen am allernotwendigsten eine Ablenkung vom düsteren Einerlei des Tages bedarf, hat es der Männerchor Dorf gewagt, auch dieses Jahr seine geschätzten Ehren- und Passivmitglieder zu einer Abendunterhaltung höflichst einzuladen. Der Verein hat beschlossen, den Anlass in geschlossener Gesellschaft und in einfachem Rahmen durchzuführen.

31. Januar: Wattwil. Schön war’s am letzten Sonntag im Jünglingsvereinstheater, wo zum letzten Mal das Stück «Feurige Kohlen» bei vollem Haus über die Bühne ging. Es wurde wieder flott gespielt. Man hörte auch diesmal wieder nur dieselben Worte, sie haben's brav gemacht, die jungen Leute. Wir wollen nicht lange die tüchtigen Leistungen der einzelnen Spieler, des Grafen, des Professoren usw. ausführlicher erwähnen. Es waren einfach alle drei Aufführungen zum Danke des Publikums und des Präsidenten, Hochw. Herrn Kaplan Heim, zur vollsten Zufriedenheit gespielt worden. Man kann hier wieder sehen, wenn guter Wille, Fleiss, Geduld und Eintracht zusammenarbeiten, dass man ein gutes Ganzes fertigbringen kann.

Vor 50 Jahren

31. Januar: Bazenheid. Seit einiger Zeit zeigen hinter dem katholischen Schulhaus gegen die Micarna-Siedlung hin Visiere ein Bauvorhaben an. Die katholische Schulgemeinde spürt den Zuwachs von neuen Dorfbewohnern empfindlich. Nebst einem akuten Lehrermangel ruft die Entwicklung auch nach neuem Schulraum. Nun plant die katholische Schulgemeinde, hier ein Schulhaus mit sechs Schulzimmern und einer Turnhalle zu erstellen. Das Bauvorhaben sollte bis Frühling 1973 abgeschlossen sein und kostet nicht weniger als 4,2 Millionen Franken. In dieser Summe ist auch der Ausbau der bestehenden Sportanlage sowie die Entwässerung des Spielplatzes inbegriffen.

2. Februar: Kirchberg. Wegen Schulraummangels müssen sowohl in Kirchberg als auch in Bazenheid Bauaufgaben gelöst und sofort in Angriff genommen werden. Das bedingt die Abhaltung einer ausserordentlichen Schulbürgerversammlung. Die Annahme des Frauenstimmrechts stellt in organisatorischer Hinsicht besondere Probleme, indem die Verfassungsänderung mit sofortiger Wirkung in Kraft tritt und die Bürgerversammlung bereits auf Anfang Februar anberaumt war. Die Frauen erhalten demzufolge für diesmal die Stimmkarten der kath. Kirchgemeinde zugestellt.

Vor 20 Jahren

31. Januar: Toggenburg. Ein Medienteam nach dem anderen berichtet über das Toggenburg. Kürzlich war das deutsche Fernsehen im Toggenburg, dazu verschiedene Equipen für Schweizer TV-Berichte, das Radio und nun erneut das Fernsehen, diesmal für die Sendungen «Fensterplatz» und «Oops». Das Toggenburg ist «en vogue». War es Maria Walliser, die mit ihrer Besteigung aller sieben Churfirsten eine kleine Lawine losgetreten hat? Jedenfalls geben sich seither Journalisten im Toggenburg die Klinke in die Hand. Neulich war der deutsche Fernsehsender SWR in der Gegend. Am letzten Wochenende drehte «10 vor 10» einen Beitrag über den Snowpark in Wildhaus. Die Sendung «Hopp de Bäse» berichtete über die Hornschlittler aus Alt St.Johann und Radio DRS sendete eine Ausgabe des traditionsreichen «So tönts live» aus Ebnat-Kappel. Der nächste Beitrag ist auch schon im Kasten: Die Sendung «Fensterplatz» wird auf SF DRS über die Schönheiten des Toggenburgs berichten und auch musikalische Kostproben aus der Region liefern. Gezeigt wird zudem, wie das Toggenburg zu erreichen ist: mit dem Fusionsprodukt Schweizerische Südostbahn (SOB). Bis alle Wagen der Südostbahn neu gestrichen sind, dürfte eine Weile vergehen, einen Regionalzug im neuen Outfit konnte das Fernsehteam aber bereits filmen.

Vor 10 Jahren

31. Januar: Ebnat-Kappel. Der Gemeinderat hat beschlossen, bei der Schreibweise des Ortsnamens Ebnat-Kappel den Bindestrich wieder einzuführen. Im Jahr 2006 wurde anlässlich des neuen Erscheinungsbildes das Weglassen des Bindestriches entschieden. Eine offizielle Namensänderung wurde aus Kostengründen damals nicht vorgenommen. In der Folge traten vermehrt Komplikationen beim offiziellen, amtlichen Briefverkehr auf. Aufgrund der damit verbundenen Konfrontationen sah sich der Gemeinderat gezwungen, den Bindestrich zwischen den Ortsnamen wieder einzuführen. Das damals mit dem neuen Erscheinungsbild entworfene Triologie-Logo wird wie bisher unverändert beibehalten. (red)