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Damals: Toggenburger Sagenweg vor 20 Jahren eröffnet

Aus vergangenen Zeiten – Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

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Beatrice Kessler liest zur Eröffnung des Sagenweges aus dem Sagenbüchlein von Helena Zaugg.

Beatrice Kessler liest zur Eröffnung des Sagenweges aus dem Sagenbüchlein von Helena Zaugg.

Bild: PD

Vor 100 Jahren

26. Juni: Kanton St.Gallen. Krankenanstalten. Gemäss dem Vorschlag der Sanitätskommission setzt der Regierungsrat die Verteilung des Staatsbeitrages an die nichtstaatlichen Krankenhausanstalten fest: Krankenhaus Rorschach Fr. 25’358.89, Krankenhaus Wattwil Fr. 18’953.76, Krankenhaus Flawil, Fr. 12’740.00, Krankenhaus Altstätten Fr. 7686.00, Krankenhaus Niederuzwil Fr. 4230.00; total Fr. 68’968.65.

26. Juni: Lichtensteig. An die Kosten der Ergänzung des Wehres an der Thur bei Lichtensteig wird ein kantonaler Beitrag von Fr. 1400.00 vorgesehen, unter Verpflichtung der Gemeinden Lichtensteig und Wattwil zur Leistung eines Beitrages von 10 Prozent und unter Erklärung der Annahme des bereits zugesicherten Bundesbeitrages.

26. Juni: Bütschwil. Als der Gewohnheitsverbrecher Rüegg am 12. November durch Bütschwil ging, sah er vor dem Postgebäude ein Velo stehen, das er sich sofort aneignete und mit dem nach Turbenthal fuhr. Dort will er das Rad zweimal in eine einsam stehende Scheune gestellt haben, wo es ihm fortgekommen sein soll. Das Rad gehörte dem Briefträger Konrad Stillhart, der es auf mindestens 120 Franken wertete. Rüegg ist ein Gewohnheitsverbrecher. Seit Mai 1914 ist er schon das fünfte Mal in Delikten gleicher Art straffällig geworden. Die Strafkammer verurteilte den Rüegg zu der Zuchthausstrafe von einem Jahr und 10 Monaten, abzüglich zwei Monate Untersuchungshaft.

Vor 50 Jahren

29. Juni: Kirchberg. Man kann jetzt länger «höcklen». Nachdem das neue Wirtschaftspolizeigesetz der politischen Gemeinde Kirchberg vom Kant. Volkswirtschaftsdepartement genehmigt wurde, traten Neuerungen in Kraft. Demnach ist die Polizeistunde am Freitag ebenfalls auf 24.00 Uhr angesetzt wie an Samstagen. An Samstagen und an Vortragen von allgemeinen Feiertagen kann die Polizeistunde bis auf 02.00 Uhr verlängert werden für geschlossene Gesellschaften und für Vereinsanlässe (jedoch höchstens zweimal jährlich für denselben Verein).

29. Juni: Wattwil. An der Hauptversammlung hatten die Mitglieder der Heilpädagogischen Hilfsschule Toggenburg einen wichtigen Beschluss zu fassen: Für den geplanten Schulhausbau soll die Liegenschaft von Dr. Theo Lanz in der Grüenau, östlich an die Liegenschaft Kreis und südlich an die Liegenschaft Schulthess grenzend angekauft werden. Das Grundstück misst 15 Aren und kostet 119’000 Fr. Ohne Gegenstimmen sprachen sich die Mitglieder der HPS für den Kauf dieses Grundstückes für den projektierten Neubau aus. Architekt A. Ponti, Bütschwil, orientiert über das Neubauprojekt. Geplant ist auf der Parzelle in der Grüenau ein den besonderen Bedürfnissen der behinderten Kinder angepasstes Schulhaus mit 6 Abteilungen für 45 bis 50 Schüler. Zu diesen Klassenzimmern kommen 3 Werkräume, 1 Raum für die Sprachheilschule, 2 Zimmer für die Mädchenwerkklasse (Hauswirtschaft, Handarbeiten, Schulküche), ein Office zur Entgegennahme der extern zubereiteten Speisen, ein Essraum für ca. 60 Schüler. Auch drei Garagen für die Schulbusse, eine Abwartswohnung und im Untergeschoss ein Bewegungsbad für Hydrotherapie sind projektiert.

Vor 20 Jahren

26. Juni: Alt St.Johann. Der sagenhafte Sagenweg am Fusse der Churfirsten ist eröffnet. Ehrengast war die Schauspielerin Beatrice Kessler, die aus dem Land der Gräfin Idda von Toggenburg anreiste und aus dem neuen Sagenbuch las. Lang ist die Liste jener, die sich um den Sagenweg besondere Verdienste erwarben. André Meyer dankte den Verantwortlichen der Alpkorporationen, Bernadette Ebneter, die die Idee beharrlich verfolgte und dem Schreinermeister Werner Koller, der die technischen Arbeiten koordinierte. Ein Dankeschön entbot Meyer dem Kurverein-Wegmacher Toni Huser, der während Wochen mit Pickel und Schaufel unterwegs gewesen war. Gedankt wurde auch der Künstlerin Christine Peyer-Hüsler, die die Sagenbilder schuf, Andy Wildi, der die Bilder auf die mächtigen Tafeln übertrug und Helena Zaugg, die das Projekt begleitete und das Sagenbuch verfasste. André Meyer schliesslich durfte vom Alt St.Johanner Kurvereinspräsidenten Walter Schlumpf ein Stück vom verlorenen Schatz vom Gräppelensee entgegennehmen.

29. Juni: Mogelsberg. 121 Privatwaldbesitzer aus Mogelsberg haben sich Mitte März 2000 zur Genossenschaft «Holz Mogelsberg» zusammengeschlossen. Zwei Naturereignisse (der grosse Schnee Anfang November 1999 drückte etwa 2000 Kubikmeter Holz zu Boden, der Sturm Lothar 8000 Kubikmeter Holz) beeinflussten die Gründungsvorbereitungen und die nachfolgende Organisation. Nicht nur in Mogelsberg, sondern in der ganzen Schweiz, in Frankreich und in Süddeutschland ist der Holzmarkt beinahe völlig zusammengebrochen.

Vor 10 Jahren

29. Juni: Meiersalp. Die Bazenheider Theaterladies überzeugten mit ihren Freilichttheater-Aufführungen «Damebsuche uf de Meiersalp oberhalb von Libingen. Sie sind seit 14 Jahren erfolgreich mit ihren Stücken in der ganzen Ostschweiz unterwegs. Dabei wird jedes Stück durchschnittlich etwa 35 Mail aufgeführt.

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