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Damals: Stirnrunzelnde Arbeiter wegen schwerer Projektilwebmaschine

Aus vergangenen Zeiten – Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

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Die viereinhalb Tonnen der Projektilwebmaschine erwiesen sich als zu schwer.

Die viereinhalb Tonnen der Projektilwebmaschine erwiesen sich als zu schwer.

Bild: PD

Vor 100 Jahren

28. Februar: Wattwil: Inserat vom Strassenkreis Wattwil. Offene Wegmacherstelle. Infolge Resignation des bisherigen Jnhabers ist die Stelle eines Wegmachers auf der Strecke Landscheide–Wald bis nach St.Peterzell km 0–5 neu zu besetzen. Befähigte, tüchtige, gesunde Bewerber wollen sich unter Beilage eines gemeinderätlichen Leumundszeugnisses schriftlich bei der unterzeichneten Amtsstelle anmelden, unter Angabe über die bisherige Tätigkeit.

3. März: Wattwil. Bau eines Bürgerheims. Dieses soll an Stelle des im Februar 1919 abgebrannten Armenhauses erstellt werden und die gleichen Zwecke wie dieses erfüllen. Die Baukosten sind auf 600000 Franken veranschlagt. Als subventionsberechtigt verbleiben nach Abzug der Brandassekuranzsumme von 121800 Franken noch 478200 Franken.

Vor 50 Jahren

27. Februar: Wattwil. Am 1. März, wird Gemeindammann Robert Brocker sein Amt antreten. Seine ersten Amtshandlungen werden ihn teils mit alten Bekannten zusammenführen, teils wird er neue Wattwiler begrüssen können. Einer der alten Bekannten ist der ehemalige Direktor der Textilfachschule Andreas Frohmader, dem Gemeindammann Brocker zum 100. Geburtstag gratulieren wird. Ein neuer Wattwiler ist der katholische Pfarrer Alois Heeb, an dessen Installation Robert Brocker beiwohnen wird. Das sind zwei freundliche Amtshandlungen, die ins Symbolische übertragen, Volksverbundenheit ausdrücken. Das ist es denn auch was wir unserem Gemeindammann zum Amtsantritt wünschen: einen guten und engen Kontakt mit der Bevölkerung!

2. März: Wildhaus. Der alte Wunschtraum, die Sonnenterrassen der Alpen Gamplüt, Fros und Lisigweid nördlich von Wildhaus einem grösseren Skifahrer-Publikum von nah und fern zu erschliessen, wird 1970 Wirklichkeit. Die Konzession für Erstellung und Betrieb einer Sesselbahn und zwei Skilifts in diesem ausgedehnten, idealen Skigelände wurde vor kurzem erteilt. Damit ist der Weg frei für den Ausbau eines Skigebietes, das dem Kurgast völlig neue Möglichkeiten bietet.

Vor 20 Jahren

1.März: Wattwil. Beim Versuch, die zwei auf vier Meter grosse Projektilwebmaschine durch die Luke ins Innern der Textilfachschule zu stellen, scheitert am Hebearmknopf des Krans der Firma Grob Kies AG. Zusammen mit der Maschine weist er eine zu grosse Höhe auf, um durch das drei Meter hohe Loch zu gelangen. Eine Stunde später steht die Maschine wieder an ihrem anfänglichen Platz auf dem Lastwagen der Firma Kindlimann AG. Stirnrunzeln bei den Arbeitern. Eine andere Lösung muss gefunden werden. Nach einigen Telefonaten und eine weitere halbe Stunde später steht die Lösung des Problems auch schon auf dem Platz vor der Fabrik. Millimeterarbeit wurde vom Wattwiler Peter Koster verlangt. Mit einem Saturn-Kranfahrzeug der Firma Weber transportierte er eine viereinhalb Tonnen schwere Maschine durch ein sechs Quadratmeter grosses Loch in die Textilfachschule, bis erneut Probleme auftreten: Das Kranfahrzeug mit ausgefahrenem Hebearm und er angehängten Maschine hat zu wenig Gegengewicht. Bei weiterem Ausfahren würde es zu kippen drohen. Auch hier ist die Lösung schnell zur Hand. Sandor Gachnang, Chauffeur der Firma Kindlimann AG, stellt sein Fahrzeug neben das der Firma Weber. Mit seinem Kran und montierten Gurten zieht er den Hebearm vom Kranfahrzeug mit Fahrer Peter Koster nach oben und verschafft ihm so das nötige Gegengewicht.

Vor 10 Jahren

2. März: Ennetbühl. Die Forstbetrieb Obertoggenburg (Foag) zieht nach ihrem ersten Betriebsjahr eine positive Bilanz. Die Zusammenarbeit hat es ermöglicht, schnell und flexibel auf die Veränderungen des Markts zu reagieren. In der Jungwaldpflege hat die neue Organisation die Zielvorgaben erreicht. Die Forstbetrieb Obertoggenburg AG hat den Zuschlag erhalten, um die Heizzentrale im Stich in Nesslau mit Holzschnitzeln zu beliefern. Jährlich werden nun rund 25000 Kubikmeter Schnitzel benötigt, so können rund 1,25 Millionen Liter Heizöl eingespart werden.

2.März: Ebnat-Kappel. Jugendliche belehren Erwachsene. Schülerinnen und Schüler der Oberstufe Ebnat-Kappel überprüften während einer Projektwoche ihr Schulhaus auf den Energieverbrauch. Sie erstellten daraufhin einen Massnahmenplan zur Energieeinsparung. Die Vertreter der Schulgemeinde werden die Vorschläge nun auf deren Realisierbarkeit überprüfen.

3. März: Lichtensteig. Die Lichtensteiger Verkehrsplanung wird konkret: Demnächst beginnen die Bauarbeiten beim Schulübergang an der Bürgistrasse und nun liegt auch das Projekt Postplatz vor. Das Gesamtprojekt soll 1,18 Millionen Franken kosten, wobei die Gemeinde Lichtensteig einen Anteil von 35 Prozent zu tragen hat: 413525 Franken. Weil das Gesamtprojekt über eine Million Franken kostet, muss es die Gemeinde auflegen und dem fakultativen Referendum unterstellen.