DAMALS
Riesiges Wespennest im Estrich

Aus vergangenen Zeiten – das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

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Das Wespennest im Estrich hatte eine Länge von rund 60 Zentimetern.

Das Wespennest im Estrich hatte eine Länge von rund 60 Zentimetern.

Bild: PD

Vor 100 Jahren

14. September: Wattwil. An unsere Freunde und Leser! Im Bestreben unsere Druckerei leistungsfähiger zu gestalten, alle unsere Auftraggeber gut zu bedienen und Schritt zu halten mit den technischen Errungenschaften und Anforderungen der neuen Zeit können wir unsern geschätzten Lesern mitteilen, dass nun in der Druckerei unseres Blattes auch der sogenannte «eiserne Kollege» arbeitet, nämlich die Setzmaschine «Linotype». Das heisst also, während der «Toggenburger Anzeiger» bisher von Hand gesetzt wurde, wird derselbe nunmehr durch eine Setzmaschine hergestellt. Es handelt sich um ein neueres, aber hinlänglich erprobtes Verfahren, das einen grossen Fortschritt bedeutet und uns in den Stand setzt, den Ansprüchen auf prompte Lieferung auch umfangreicherer Druckaufträge gerecht zu werden. Der Verlag.

Vor 50 Jahren

10. September: Lichtensteig. Papierblumen für den Jahrmarkt. Plastikblumen sind heute ein Millionengeschäft. Die billigen kommen aus Hong Kong, die schöneren werden in Frankreich und Italien aus Formen gegossen und sind den echten Blumen täuschend ähnlich. Fabrikmässig nicht möglich und daher seltener geworden ist die Anfertigung von Papierblumen. Frau Sophie Bollhalder in Lichtensteig betreibt sie seit bald sechzig Jahren. Aus Faden, Draht und dem vielfarbigen Seidenpapier der Papierfabrik Ortmann in Oesterreich entstehen unter den geschickten Händen der 77-jährigen noch heute an die zehntausend verschiedene Blumen pro Jahr. In Girlanden von 5-6 Stück zu einem Franken gehen sie zumeist an die Viehzuchtgenossenschaften zum schmücken der prämierten Tiere. Aber auch auf dem Rummelplatz sind Papierblumen eine begehrte Trophäe für den guten Schützen.

13. September: Ebnat-Kappel. Aktion «Sauberes Dorf». Die initiative Freizeitwerkstätte von Ebnat-Kappel hat die Aufgabe übernommen, für die Beseitigung alter, auf Gemeindegebiet willkürlich deponierter, «herrenloser» Autowracks besorgt zu sein. Dass diese Aktion erfolgreich verlief, bezeugt der Autowrack-Fund, der auf dem Bahnhofsplatz über das vergangene Wochenende zur Schau gestellt war. Das abbruchreife Bahnhof-Hotel im Hintergrund bot hierfür gerade die richtige Kulisse.

Vor 20 Jahren

10. September: Kirchberg. Wespen sind momentan eine Plage. 60-Zentimeter-Nest entdeckt. Überall schwirren im Moment Wespen. Aussergewöhnlich viele sind es in diesem Jahr. Eine imposante Entdeckung machten zwei Feuerwehrleute am Mittwochnachmittag im Estrich eines Blocks an der Neudorfstrasse in Kirchberg. Noch nie hätten sie ein so grosses Wespennest zu Gesicht bekommen, sagten die beiden Feuerwehrleute nach dieser Entdeckung. Das Prachtsexemplar hat eine Länge von rund 60 Zentimetern. Es erstaunt nicht nur durch seine Grösse, sondern auch durch seine kompakte Konstruktion.

12. September: Wattwil/Lichtensteig. «Züglete» mit Alarmübung verbunden. Montags um 19 Uhr begann für die Feuerwehr Wattwil/Lichtensteig eine neue Epoche. Mit dem alarmmässigen Umzug ins Hauptdepot Bunt und der Stationierung aller Fahrzeuge und wichtigen Geräte ist die Zusammenlegung zur Einheit gänzlich erfolgt. «Ab heute Abend werden alle Einsätze und Übungen der Feuerwehr Wattwil-Lichtensteig ab Hauptdepot Bunt erfolgen. Jetzt ist die Zusammenlegung der Feuerwehren gänzlich erfolgt. Nach dieser «Züglete» gibt es nur noch eine Feuerwehr», sagte Feuerwehrkommandant François Schönenberger am Montagabend, kurz bevor der Alarm die einzelnen Kompanien und Züge in Wattwil und Lichtensteig zur «Züglete» einrücken liess.

Vor 10 Jahren

14. September: Lütisburg. Dr. Necker und sein Büchlein. Gestern stellte die Swissregiobank den zweiten Band der Schriftreihe Wissen zur Region vor. Der Autor, Oskar Keller, hat ihn verfasst. Thur und Necker sind ihm bekannt: Er doktorierte mit einer eiszeitgeologischen Dissertation über das Neckertal. Die Thur ist ein merkwürdiger Fluss. Sie besitzt zwei Quellgewässer – die Wildhuser Thur und die Säntis-Thur. Üblicherweise besitzen Flüsse nur ein Quellgewässer. Und: Der Bodensee reichte einst von Stein am Rhein über Konstanz und Bregenz bis nach Chur. Dabei war er fast 150 Kilometer lang. Das ist aber schon eine Weile her: vor 16000 Jahren. Sowie: Die Römer bezeichneten den Bodensee als «Lacus Brigantinus» (von Brigantium = Bregenz). Solche und zahlreiche weitere historische Informationen zu Flüssen und Seen sind im Büchlein «Gewässer der Nordostschweiz – ihre Natur und ihr Umfeld» von Oskar Keller zu finden. Auf der Thurbrücke bei Lütisburg stellte die Swissregiobank, welche die Schriftreihe Wissen zur Region herausgibt, die Neuerscheinung vor. «Die Thur hat an dieser Stelle den Necker bereits verschluckt», sagte Urs Kuhn, Verleger und Vorsitzender der Geschäftsleitung der Bank. Er lobte die Arbeit des Autors, wie wenn er erfolgreiche Geschäftszahlen präsentierte.

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