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Damals: Neuer Leiter im Kino zwischen Kultur und Kommerz

Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?
Seit Anfang September 1998 ist Peter Bötschi für das Programm im «Passerelle» verantwortlich. (Bild: PD)

Seit Anfang September 1998 ist Peter Bötschi für das Programm im «Passerelle» verantwortlich. (Bild: PD)

Vor 100 Jahren

5. Oktober: Toggenburg. Ein Landwirt im Toggenburg hatte sich in der Frühe eines Sonntagsmorgens auf sein Feld begeben, um eine abends vorher unvollendete Arbeit in Ordnung zu bringen. Ein Nachbar, dem der Landwirt mit einem damals noch nicht zurückerhaltenen Darlehen ausgeholfen hatte, sah ihn auf dem Felde und verzeigte ihn sofort bei dem Landjäger des Ortes, dem er kurz nachher begegnete. Obwohl laut Beschluss der Regierung diese Sonntagsbeschäftigung eine erlaubte war, erfolgte dennoch Strafeinleitung gegen den angeblich schuldhaften Landwirt, und es gab einen recht umständlichen Instanzenzug, der von Schuld und Bestrafung, als auch von Kostenbelastung sein Ende fand. Im Unmut über solche Nachbarlichkeit sandte der Landwirt dem Verzeiger eine Postkarte, in welcher u. a. folgende Worte zu lesen waren: «Es wäre jedenfalls ehrenhafter gewesen, wenn du mir den schuldigen Betrag bezahlt hättest, anstatt mich unter lügenhaften Angaben zu verklagen».

Die drei Worte «unter lügenhaften Angaben» führten nun zu neuem Nachbarzwist und zu einer Klage wegen Verleumdung eventuell Beschimpfung. Das Bezirksgericht Neutoggenburg schützte die Uneinlässlichkeitsvorfrage des Beklagten, worauf der Fall an das Kantonsgericht gezogen wurde. Die erste Zivilkammer hat in den Worten «unter lügenhaften Angaben» und in der Versendung der offenen Postkarte, die von Postangestellten und Hausgenossen des Adressaten gelesen werden konnte, eine Verleumdung erblickt, den Schreiber und Absender der Karte schuldig erklärt und ihn zu der Geldbusse von 30 Franken verurteilt. Die durch die Postkarte begangene Ehrverletzung ist gerichtlich aufgehoben erklärt worden. Der Kläger wurde mit seiner Genugtuungsklage abgewiesen. Der Beklagte hat den Kläger ausserrechtlich mit 300 Franken zu entschädigen.

Vor 50 Jahren

7. Oktober: Oberes Toggenburg. Sie wollen doch keine «Schildbürger» sein. Nachdem, wie gemeldet, eine Anzahl Bürger der Evang. Schulgemeinde Ennetbühl eine a. o. Bürgerversammlung mit nochmaliger Abstimmung über die grosse Schulverschmelzungsfrage (Vereinigung der Evang. Primarschule Nesslau-Krummenau, der Kath. Primarschule Neu St. Johann, der Evang. Primarschule Ennetbühl und der Realschule Nesslau-Krummenau zu einem Schulverband) durchgesetzt hatten, wurde nun in Ennetbühl zum zweiten Mal über die Vorlage abgestimmt. Das zweite eindeutige Resultat überraschte wohl sogar die Optimisten: 56 Ja zu 17 Nein (1. Abstimmung 28 Ja zu 39 Nein). Nachdem die drei anderen Schulgemeinden mit sehr grossem Mehr der Vorlage zugestimmt hatten, ist nun die Verschmelzung aller vier Schulgemeinde doch noch Tatsache geworden.

Vor 20 Jahren

9. Oktober: Wattwil. Jahrzehntelang war Margrith Bichler «Miss Kino» schlechthin. Auf den 1. September hat der Wattwiler Sekundarlehrer Peter Bötschi die Geschäftsleitung des Kinos «Passerelle» in einem 30-Prozent-Pensum übernommen. Viel ändern wird sich nicht. Das «Passerelle» fühlt sich weiterhin dem unabhängigen Filmschaffen verpflichtet. Das Kino «Passerelle» startete am 22. November 1990 als Genossenschaftskino. Zuvor war das letzte Kino im Toggenburg, das Kino «Speer» in Wattwil, geschlossen worden. Zurzeit zählt das «Passerelle» etwa 1600 Genossenschafterinnen und Genossenschafter. Jedes Jahr werden im Kino «Passerelle» etwa 80 Filme in 450 Vorführungen gezeigt. Um ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen, sind jährlich etwa 20000 Zuschauer nötig. Das «Passerelle» ist das einzige Kino zwischen Bazenheid und Wildhaus und zwischen dem Ricken und St. Peterzell.

Vor 10 Jahren

7. Oktober: Mosnang. Von den Millionen Zugvögeln flogen rund 2530 südwärts über die Hulftegg. Die Vogelkundigen der regionalen Naturschutzvereine beobachteten die Zugvögel, wobei vor allem der prächtige Sonntag ein Highlight bot. Bilderbuchwetter lockte Heerscharen von Ausflüglern in die Bergwelt, auch auf die Hulftegg. Unglaublich war die fantastische Sicht auf die schneebedeckten Firne von Österreich über den Säntis, den Glärnisch mit Vreneli’s Gärtli bis in das Berner Oberland. Und die Vogelkundigen beim ideal eingerichteten Beobachtungsstand freute das schöne Wetter doppelt – kein Zugvogel entging ihren scharfen Blicken. Durch Feldstecher und Fernrohre erfolgte die genaue, gemeinsame Bestimmung. So erhielt der SVS/BirdLife Schweiz – insgesamt beteiligten sich 20 Länder – die Meldung, dass 2530 Zugvögel ihre Route über die Hulftegg wählten. Die drei häufigsten Arten waren Buchfinken, Drosseln und Kormorane. Beobachtet wurden beispielsweise auch Baumfalken, Feldlerchen, Berg- und Distelfinken, Mehlschwalben, Habichte und sogar Schwarzstörche.

9. Oktober: Motorradsport. Roman Raschle aus Wattwil krönte mit seiner Kawasaki ZX-6R seine Rennsaison mit dem Schweizer Meistertitel «Superstock 600». Roman Raschle hatte sich anfangs des Jahres zum Ziel gesetzt, die Schweizer-Meisterschaftsläufe als Training für die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) zu nutzen. In der IDM verpasste er sein hochgestecktes Ziel, unter die ersten zehn zu gelangen. Der Wattwiler erreichte den hervorragenden elften Schlussrang der IDM Superstock 600.

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