Damals: Morga leistete viel Pionierarbeit

Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

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Blick in die Fabrikationsräume der Morga vor 20 Jahren. (Bild: PD)

Blick in die Fabrikationsräume der Morga vor 20 Jahren. (Bild: PD)

Vor 100 Jahren

15. November: Toggenburg. Kirche und soziale Umgestaltung – speziell Achtstundentag. Zur Behandlung dieser Frage hatte das evangelische Kapitel Toggenburg einen Kirchenvorsteherschaftstag einberufen. Etwa 130 Teilnehmer hatten sich eingefunden und dank der gründlichen Vorbereitung durch den Kapitelausschuss nahmen die Verhandlungen einen erspriesslichen Verlauf. Herr Reallehrer Völlmy in Wattwil sprach über die Aufgabe der Kirche an der konfirmierten Jugend. Die Kirche hat eine christliche Lebensauffassung zu pflanzen, wozu wenig dient, wenn ein Pfarrer die Ansichten des anderen durchtut. Freilich muss auch die Schule mitwirken und da ist leider der Geist unserer jungen Lehrer oft ein geradezu erschreckender. Da hat das Seminar etwas versäumt. Den Lehrlingen müssen bestimmte Stunden eingeräumt werden zur Bildung und Gemütspflege. Ein geeigneter Erwachsener muss an jedem grösseren Ort sich dieser Sache ehrlich annehmen. Die Kirche soll dabei das Finanzielle und die Heimfrage lösen.

Vor 50 Jahren

14. November: Presse. «St.Galler Tagblatt» nur noch einmal täglich. Das «St.Galler Tagblatt» und das «Ostschweizerische Tagblatt» werden ab 1. Dezember 1969 nur noch einmal täglich erscheinen. Gleichzeitig will der Verlag als weitere Ausgabe ein «Appenzeller Tagblatt» herausgeben. Wie Chefredaktor H. Zollikofer im «St.Galler Tagblatt» ausführt, will der Verlag damit «eine überlebte Tradition aufgeben, obwohl dies durch die dann überwiegende Nachtarbeit Mehrkosten und Mehrbelastung des Personals mit sich bringt».

19. November: Unterwasser. Kein Skispringen mehr. Die Ostschweiz hat einen grossen Skianlass nicht mehr: Der Internationale Skiverband (FIS) hat strengere Normen für Sprungschanzen herausgegeben. Diesen neuen Regeln entspricht die Säntisschanze nicht mehr. Dem Skiclub Unterwasser ist es leider nicht möglich, die Schanze umzubauen. So musste der Entschluss gefasst werden, an den künftigen Springerwochen des SSV nicht mehr teilzunehmen.

Vor 20 Jahren

18. November: Ebnat-Kappel. Morga leistete viel Pionierarbeit. Im kommenden Jahr kann das auf Reformprodukte spezialisierte Unternehmen Morga seinen 70. Geburtstag feiern. Rund 500 verschiedene Produkte sind im Sortiment. An die 100 Personen halten das Unternehmen in Schwung. Ernst Lieberherr-Hemmeler wanderte nach Indien aus, wo er die Filiale des Winterthurer Exporthandelsunternehmens Volkart leitete und gleichzeitig das Amt des schweizerischen Generalkonsuls bekleidete. Als er 1930 nach Europa zurückkehrte, war er geprägt vom 20-jährigen Indien-Aufenthalt – er war angetan von der Philosophie, Nahrungsmittel zu ehren und sorgfältig mit ihnen umzugehen. Seine Sehnsucht nach Indien und sein umfassendes Wissen über gesunde und naturbelassene Nahrungsmittel bewegten ihn, die Morga AG in Ebnat-Kappel zu gründen. In den Anfängen importierte, verarbeitete und verkaufte das Unternehmen vornehmlich Darjeeling-Tee, Gewürze und Sojaprodukte. Ende der Vierzigerjahre übernahm Sohn Ernst die Leitung. Das Sortiment wurde mit Flocken, Kernen, Samen, Gemüse-Extrakten, kaltgepressten Ölen, Sirupen und Konfitüren sowie vielen anderen Reformprodukten erweitert. Ernst Lieberherr übergab im Jahre 1996 das Präsidium des Verwaltungsrates und die Leitung des Unternehmens seinem Sohn Ruedi Lieberherr.

Vor 10 Jahren

18. November: Alt St.Johann. Der Kulturverein Alt St.Johann-Unterwasser gibt ein neues Buch über das oberste Toggenburg heraus. Die Präsentation ist auf Ende Januar 2010 geplant. Im 144seitigen Werk sind Besonderheiten aus verschiedenen Bereichen der obersten Gemeinde im Tal festgehalten. «Das neue Buch ist kein Touristenführer, kein Geschichtsbuch, kein Lehrmittel, kein Nachschlagewerk», sagt Stefan Gubler. Doch was ist es dann? Stefan Gubler bezeichnet es als «Kompaktwerk voller Rosinen». Die Rosinen sind die Besonderheiten und Seltenheiten der neuen Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann, die in acht Kapiteln plus Editorial von verschiedenen Autoren erläutert und mit rund 200 Fotos illustriert wurden. Die Themen sind die politischen Veränderungen (Autor Alois Ebneter), Geschichte des Klosters Sankt Johann (Johannes Huber), die Reformation und Huldrich Zwingli (Hans Ruedi Fischer), Geologie und Höhlen (Urs Geyer), Natur und Naturschutz (René Güttinger), Tourismus (Hans Büchler), Möbelmalkunst (Jost Kirchgraber), Berg- und Alpwirtschaft (Markus Hobi/Monika Sutter) und Klang (Peter Roth).

19. November: Mühlrüti. Am 5. Dezember ist die Poststelle zum letzten Mal geöffnet. Die Kundinnen und Kunden können ihre Postgeschäfte im Plus Dorfladä erledigen. Die Zustellung der Postsendungen in Mühlrüti erfolgt weiterhin von Mosnang aus. Die Postleitzahl 9613 bleibt weiterhin bestehen.