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Damals: Markantes Hotel am Bahnhofplatz

Aus vergangenen Zeiten – das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

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Das Hotel Jakobshof am Bahnhofplatz in Wattwil. Datiert ist das Bild vom 16. September 1970.

Das Hotel Jakobshof am Bahnhofplatz in Wattwil. Datiert ist das Bild vom 16. September 1970.

Bild: PD

Vor 100 Jahren

18. September: Toggenburg. Bei wunderbarem Herbstwetter rückten die toggenburgischen Turner in Ebnat-Kappel ein; es war ein stattlicher Zug, der sich bei flotter Marschmusik der «Harmonie» von Kappel aus nach dem Oberhof-Ebnat bewegte, freudig begrüsst von der Bevölkerung. Herr A. Engler, Degersheim, Präsident des toggenburgischen Turnverbandes, entbot den Aktiven, den Männerturnern, dem Vertreter des Kantonalkomitees und der Bevölkerung von Ebnat-Kappel herzlichen Willkommgruss und hielt Rückschau auf die geleistete, rege turnerische Tätigkeit im verflossenen Jahre. Lobend erwähnte er die vorzüglichen Erfolge unserer Sektionen und Einzelturner am Kantonalturnfest in Walenstadt. Mit Befriedigung wurde erwähnt, dass der Verband einen Zuwachs von 300 Mitgliedern zu verzeichnen hat und als neues Glied der Turnverein Alt St.Johann in den Verband aufgenommen wurde. Es war eine herrliche Tagung. Heil dir, kräftige, gesunde Jungmannschaft! Bleibe frisch, fromm, fröhlich, frei!

18. September: Wattwil. Wir machen speziell auf die laut Inserat auf den 26. September ausgekündete Hauptversammlung des Freiwilligen Armenvereins aufmerksam, an der Herr Lehrer Chr. Hagmann über Fragen der Jugendfürsorge sprechen wird. Unsere Bevölkerung wird gerne einmal Näheres über die Tätigkeit der Jugendschutzkommission hören, die unter der bewährten Leitung des Referenten zwar in aller Stille aber mit schönem Erfolg seit Jahren in unserer Gemeinde wirkt. Es soll weitern Kreisen Gelegenheit geboten werden, sich über Armenwesen und Jugendschutz auszusprechen.

Vor 50 Jahren

16. September: Wattwil. Hotel Jakobshof. Nach sechsmonatiger Bauzeit präsentiert sich am Bahnhofplatz ein markantes Hotel, das dem Bauherrn Josef Hug alle Ehre einlegt. Den alten «Jakobhof» hat man dabei schon fast vergessen. Das Terrassenrestaurant wurde als Mehrzweckraum mit neuem Eingang ausgebaut, dieser Teil kann vom übrigen Restaurant abgetrennt werden. Den Hauptteil des Umbaues stellten jedoch die neuen Hotelzimmer dar, die als die modernsten im ganzen Toggenburg bezeichnet werden dürfen. Während vorher 20 Personen übernachten konnten, verfügt das Hotel heute über 72 Betten. Jedes Zimmer wurde mit einem eigenen Raum mit Dusche, Waschtisch und WC ausgestattet. Auch gehören Fernsehen und Telephon ins Zimmer, die vor allem von Gästen, die über längere Zeit im Hotel weilen, sehr geschätzt werden.

23. September: Toggenburg. Eine Fernsehsendung, die uns Toggenburger interessiert. Am Freitag, den 25. September, um 22.30 Uhr, wird im Schweizer Fernsehen der Dokumentarfilm «Das heimliche Imperium» ausgestrahlt. Dieser basiert auf dem gleichnamigen Buch von Lorenz Stucki und zeigt den wirtschaftlichen und industriellen Aufstieg der Schweiz. Im Programmheft wird dieser Film angekündigt: Von Natur ist die Schweiz eines der ärmsten Länder der Welt. Sie besitzt ausser Wasserkräften praktisch keine Rohstoffe. Die Bevölkerungsdichte ist doppelt so gross wie in China, siebenmal wie diejenige der USA. Die landwirtschaftliche Nutzfläche in diesem gebirgigen Land mit vielen Seen reicht nicht annähernd aus, um seine Einwohner zu ernähren. Nach ihrem Lebensstandard und ihrem Pro-Kopf-Einkommen jedoch ist die Schweiz heute eines der reichsten Länder. Ihre Industrien, ihr Handel, ihre Versicherungen sind in aller Welt aktiv, ihre Banken berühmt, und pro Kopf der Bevölkerung sind etwa 10'000 Franken Kapital im Ausland investiert. In diesem Kontrast drückt sich eine erstaunliche und in ihrer Art einzigartige Erfolgsgeschichte aus, eine Geschichte der unternehmerischen Dynamik, der individuellen Initiative, des Mutes zum Risiko, ohne die es die heutige Schweiz nicht gäbe. Ein Teil der Aufnahmen für diesen Film wurde bei Heberlein & Co. AG Wattwil gemacht, als Beispiel für die Entwicklung eines schweizerischen Unternehmens, welches heute in aller Welt bekannt ist.

Vor 20 Jahren

20. September: Alt St.Johann. Während drei Tagen waren 22 Angehörige der Zivilschutz-Organisation Bütschwil am Fusse der Churfirsten, um Spuren des Orkans Lothar zu tilgen. «Wir hatten die vom Sturm betroffenen Toggenburger Gemeinden angeschrieben und ihnen unsere Hilfe angeboten. Rückmeldungen erhielten wir aus Alt St.Johann, Krummenau und Kirchberg», sagte Mario Macario, Chef ZSO Bütschwil. Die Aufmerksamkeit der Zivilschützer gehört den von Astmaterial und Restholz übersäten Weiden der Alpkorporation Selamatt.

Vor 10 Jahren

21. September: Ganterschwil. Das in der Bibliothek Ganterschwil vorgestellte Rezeptbuch stiess auf reges Interesse, und die Resultate einzelner Rezepte konnten gleich am Apéro gekostet werden. Das Team der Bibliothek Ganterschwil liess sich zum Lesehunger-Projekt der Bibliotheken Toggenburg/Neckertal etwas Besonderes einfallen. Das Wort «Lesehunger» inspirierte die sieben Damen zu einem Ganterschwiler Rezeptbuch, denn so würden «Lesen» und «Hunger» optimal vereint. Alle Bibliotheksbenutzer wurden eingeladen, Rezepte beizusteuern, und diese Aktion war so erfolgreich, dass gleich zwei Rezeptbücher mit eingeklebten Rezepten erstellt werden konnten. Die Ganterschwiler Rezeptbücher mit Rezepten aus der Schweiz und der ganzen Welt wurden anlässlich einer Vernissage in der Bibliothek vorgestellt.