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Damals: Kunstwerke der Toggenburger Hafner

Aus vergangenen Zeiten – Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

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Ein in dieser Art einzigartiger Ofen mit den zwölf Aposteln und den gemalten Sprüchen.

Ein in dieser Art einzigartiger Ofen mit den zwölf Aposteln und den gemalten Sprüchen.

Bild: PD

Vor 100 Jahren

10. März: Kanton St.Gallen. Aus den Verhandlungen des Regierungsrates. Staatsbeitrag. Das vom Gemeinderat Lichtensteig vorgelegte Projekt für den Bau eines Bezirksgefängnisses wird grundsätzlich unter Vorbehalt einiger Abänderungen als subventionsberechtigt erklärt, und zwar in dem Sinne, dass dem Grossen Rat seinerzeit die Leistung eines Beitrages von einem Drittel der subventionsberechtigten Kosten, bzw. von 33165 Franken beantragt werden soll. Bericht über den Stand der Grippe-Epidemie in der Woche vom 22. bis 28. Februar 1920. Die Zahl der ärztlich gemeldeten Fälle beträgt um Bezirk St.Gallen 1388, Rorschach 262, Unterrheintal 46, Oberrheintal 54, Werdenberg 132, Sargans 186, Gaster 48, See 102, Obertoggenburg 113, Neutoggenburg 64, Alttoggenburg 68, Untertoggenburg 123, Wil 214, Gossau 101. Total 2901.

Vor 50 Jahren

6. März: Lichtensteig. Wie geniessen wir die heimelige Wärme im Haus, wenn’s draussen Hudelwetter ist. In vielen Bauernstuben kann man sich noch auf die warme Kurschbank setzen, die uns aus der Blütezeit des Ofenbaugewerbes erhalten geblieben ist. Die wunderschönen Kachelöfen im Toggenburger Museum in Lichtensteig geben uns einen Einblick in die Kunstwerke der Toggenburger Hafnermeister. Der interessante Ofen von Johann Rudolph Zehender steht im 2. Stock des Toggenburger Heimatmuseums. Der Apostelofen stand vorher in Niederwil bei Heiterswil in einer Bauernstube. Er trägt die Namen: Ulrich Raschly, Anna Marja Reichly, Anno 1794. Meister Rudolf Zehender, Haffner in Lichtensteig 1794. Der Apostelofen erhielt seinen Namen von den Bildnissen der zwölf Apostel, die an den drei senkrechten Ofenkanten zu je vier auf aufgeführt sind. Die dunkelgrünen Kacheln des Ofens glänzen bei guter Beleuchtung in blau, grün und violett. Was dieses Kunstwerk noch besonders wertvoll macht, sind die elf Sprüche, die von guter religiöser Auffassung zeugen und voll Erfahrung und Lebensweisheit stecken: Rudolph Zehender war Stadtrichter und Kirchenältester. Mit dem Tode von Johann Rudolph Zehender brach das Ofenbaugewerbe in dieser Familie ab.

Vor 20 Jahren

9. März: Wattwil. Erhöhte Sicherheit, stabilere Fahrplanzeiten und optimale Umsteigeverhältnisse sind Ziele, die mit dem Ausbau des Bahnhofs Wattwil erreicht werden sollen. Die Modernisierung des Stellwerks wird aber auch zu einem Verlust von Arbeitsplätzen führen. Täglich steigen in Wattwil 5000 Personen ein und aus. Da gleichzeitig vier Züge eintreffen und Unterführungen ganz oder teilweise fehlen, entsteht aber auch ein erhebliches Sicherheitsrisiko. Auf Gleis vier fährt der Voralpen-Express von Luzern nach Romanshorn. Ein- und Aussteigende müssen das Gleis drei überschreiten und einen ungeschützten Perron zwischen den Gleisen vier und drei betreten. Dies kann zu gefährlichen Situationen führen. Eine neue Perronanlage soll nun die Sicherheit und den Komfort der Reisenden massgeblich verbessern. Das Gleis 5 wird im Haltebereich der Züge entfernt. Auf dem dadurch gewonnenen Platz wird ein Zwischenperron mit Behinderten gerechtem Auf- und Abgang zur bestehenden Unterführung erstellt. Auch das aus dem Jahr 1910 stammende Stellwerk soll ersetzt werden, finanziert durch das ordentliche SBB-Budget. Nach dem Umbau wird das jetzige Stellwerk völlig entfallen und durch einen Computer oder durch ein Gleisbildstellwerk ersetzt. Dadurch gehen aber doch drei bis vier Arbeitsstellen verloren.

Vor 10 Jahren

6. März: Libingen. Es sei bei einer Kirche nicht ungewöhnlich, dass alle 40 Jahre eine Innenrenovation fällig werde. Dass die Kirche in Libingen es nötig hat, ist augenfällig. In den Wänden finden sich Risse, an der Decke ist an einigen Stellen Verputz abgebröckelt. In der Projektierungsphase wird abgeklärt, wie es um das Fundament, die Heizungsanlage, die Elektroinstallationen, die Licht und Tonanlagen, die liturgischen Elemente, die Statik und Bauphysik steht. Auch die Isolation ist ein Thema. Die Gesamtkosten der Innenrenovation, den Projektierungskredit eingeschlossen werden auf rund zwei Mio. Franken geschätzt. Die Rückzahlung der Aussenrenovation der Kirche mit der Spezialsteuer von zwei Prozent sei 2008 abgeschlossen worden. Da zudem gerade keine andere Kirche im Toggenburg renoviert wird, sei der Zeitpunkt günstig. Zudem wolle man nicht warten, da die Zahl jener, die aus der Kirche austreten, wohl noch ansteigen werde.