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Damals: Kunstmaler Karl Uellinger bemalt sein eigenes Haus

Aus vergangenen Zeiten: Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

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Altes Toggenburgerhaus in neuem Schmuck.

Altes Toggenburgerhaus in neuem Schmuck.

Bild: PD

Vor 100 Jahren

24. Juli: Wattwil. Die Arbeiten zur Einrichtung des elektrischen Läutewerks in der Kirche sind soweit gediehen, dass es in Funktion tritt.

24. Juli: Mosnang. Wie man vernimmt, gedenkt ein Basler Unternehmer in Mosnang eine Fabrik für Verarbeitung von Celluloid zu Kämmen und Haarschmuck zu erstellen. Die Dorfkorporation hat beschlossen, dem neuen industriellen Unternehmen eine Jucharte geeignetes Bauareal gratis zur Verfügung zu stellen.

28. Juli: Obertoggenburg. Das Projekt einer Bahnverbindung Buchs-Wildhaus-Nesslau sei neu ausgearbeitet worden und soll nun rasch der Verwirklichung entgegengeführt werden. Die Länge der Bahn wird 32 Kilometer betragen und die Gesamtkosten des Projektes werden sich auf 9224500 Franken belaufen. Da trotzdem mit einer sechsprozentigen Verzinsung des Anlagekapitals gerechnet wird, lautet die Rentabilitätsberechnung günstig.

Vor 50 Jahren

29. Juli: Dicken. Von weither erkennt man in Dicken das Toggenburgerhaus von Kunstmaler Karl Uellinger. Der Künstler hat sein Haus auf der Vorderseite bunt bemalt. Die beiden Seitenbänder stellen den Himmel dar mit Sonne, Mond und Sternen. Die sogenannten Chellen sind geschmückt mit farbigen Ornamenten. Die obersten Täfer zeigen zwei Fischer im Boot, die ihre Netze auswerfen, die mittleren Partien weisen meistens verschiedene Tiere auf. Auf der untersten Täferreihe sind die zwölf Monatsbilder mit teils poetischen Motiven und altdeutschen Anschriften gemalt. Zwischenhinein befinden sich noch einige Spruchtafeln, die ebenfalls in alter Sprache beschrieben sind. Für die Besucher der Ortschaft Dicken bildet das schöne Gebäude einen Blickfang, und mancher wird sich gerne die Zeit nehmen, die grosse Arbeit noch in der Nähe zu betrachten.

Vor 20 Jahren

25. Juli: Wildhaus. In der Badi Schönenbodensee können von den Gästen schon seit längerem Pedalos gemietet werden. Die Bademeisterfamilie Näf kam nun auf die Idee, einen Wettkampf im Pedalofahren durchzuführen. 24 Zweier-Teams nahmen an diesem Plauschrennen teil. Beim Floss, im hinteren Teil des Natursees, mussten die Wettkämpfer ihr Gefährt verlassen und sich mit Hammer und Nägeln üben. Erst wenn beide Wettkämpfer ihre Nägel im Holz versenkt hatten, durfte die Fahrt fortgesetzt werden. Schliesslich hiess es, am Steg einen Ball in Empfang zu nehmen und diesen ein Stück weiter vorne im Ring zu versenken. Die gute Idee fand Anklang und die Teilnehmer verlangten von den Organisatoren, dass dieses Rennen zur Tradition gemacht wird.

27. Juli: Toggenburg. Die Untersuchungsergebnisse der kantonalen Bäderverordnung kommt zum Schluss, dass das Baden in Seen ungefährlich sei, eine Zurückhaltung in den Flüssen sei jedoch empfohlen. Bei Niedrigwasserstand könne der Anteil an geklärtem Abwasser beträchtlich sein.

27. Juli: Ebnat-Kappel. Zuoberst am Bendelbach steht das Hexenbrücklein. Dort wo sich der Bendelbach mit der Thur vereinigt, wurde der neue Thurwegsteg erstellt. Die Spannweite des Bendelbach-Stegs beträgt 11, die Breite 1,2 Meter.

Vor 10 Jahren

23. Juli: Wattwil/Ebnat-Kappel. Die Raiffeisenbanken in Wattwil und in Ebnat-Kappel planen, gemeinsam in die Zukunft zu gehen. Mitunter will man mit einem Zusammenschluss den komplexeren Vorgaben des Gesetzgebers besser begegnen können. Der endgültige Entscheid liegt bei jedem Fall bei den Genossenschafterinnen und Genossenschaftern. Sie werden anlässlich der ordentlichen Generalversammlung im Frühjahr 2011 abstimmen.

27. Juli: Lütisburg. Das Untertoggenburg ist eigentlich so etwas wie ein Käseparadies. Als Weinbaugebiet kann man die Region wahrlich nicht bezeichnen. Und doch gibt es neu auch Lütisburger Wein. Felix Tschirkys grosse Liebe gilt dem Wein. Der Lütisburger pflanzt neben seinem Haus Reben und konnte kürzlich den ersten Lütisburger Wein abfüllen. Tschirky nennt ihn Liuto, nach dem Toggenburger Grafen, der Lütisburg zum Namen verhalf.

29. Juli: Wattwil. Dr. med. Reinhard Fischer feiert den 90. Geburtstag. Reinhard Fischer hat für das Spital Wattwil Bedeutendes geleistet. Um den erhöhten Anforderungen der Entwicklungen in Medizin und Chirurgie an die Patientenpflege zu genügen, gründete er die Pflegerinnenschule Toggenburg-Linth. Neben der Tätigkeit als Chefarzt und Spitalleiter veröffentlichte er wissenschaftliche Publikationen in Fachzeitschriften. Auch heute noch verfolgt der Jubilar mit Interesse die Entwicklung der Chirurgie wie auch der medizinischen Versorgung des Toggenburgs. Er hat sich erfolgreich für die Erhaltung des Spitals Wattwil eingesetzt und ist dem Dorf Wattwil verbunden. So ist es Reinhard Fischer zu verdanken, dass Wattwil seit 2004 einen modernen Bräkerplatz bekommen hat. Reinhard Fischer ist es, der mit der Spende des Tisches von Roman Signer und der Bräkerbüste von Ruth Gossweiler dem Bräkerplatz einen tiefsinnigen Hintergrund gab.

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