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Damals: Glocke im alten Schulhaus in Wasserfluh läutet wieder regelmässig

Aus vergangenen Zeiten – Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

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Bis vor 20 Jahren läutete die Glocke im alten Schulhaus in Wasserfluh nur unregelmässig und das Uhrwerk war kaputt.

Bis vor 20 Jahren läutete die Glocke im alten Schulhaus in Wasserfluh nur unregelmässig und das Uhrwerk war kaputt.

Bild: PD

Vor 100 Jahren

12. Juni: Obertoggenburg. Ein vom Bezirksamt Obertoggenburg steckbrieflich verfolgter, unbekannter Velodieb konnte in Gossau, in der Person eines wegen Raubes und Diebstahls mehrfach vorbestrafter Taglöhners festgenommen werden. Bei der Einvernahme gab derselbe den Velodiebstahl zu und gestand zugleich, in der Nacht vom 23./24. April einem ihm unbekannten Manne eine Uhr samt Kette, ein Portemonnaie mit Inhalt und den Hut geraubt zu haben.

12. Juni: Kanton St.Gallen. In letzter Zeit kommt es wiederum häufig vor, dass Bewohnern verschiedener Gegenden sogenannte «spanische Schwindelbriefe» zugestellt werden. Es ist deshalb zu vermuten, dass es immer noch Leute gibt, die sich auf diese Weise betrügen lassen. Die Polizei macht erneut darauf aufmerksam, dass es sich bei diesen Briefen, in welchen ein Gefangener bittet, ihm zur Auslösung eines 800’000 Franken enthaltenden Koffers, gegen nachherige Ueberlassung eines Drittels dieser Summe, die erforderlichen Prozesskosten zu bezahlen, um einen plumpen Schwindel handelt.

Vor 50 Jahren

17. Juni: Wattwil. Zukunftsfreudige Textilfachschule. Einen Dreimillionen-Bau erstellt gegenwärtig die Textilfachschule. Im August beginnt die neu ins Schulprogramm aufgenommene Textilveredlungsabteilung auf einer der drei Etagen ihre Arbeit. Die beiden übrigen Stockwerke sind für die Baumwoll-Spinnerei und -Zwirnerei sowie für die Streichgarn-Spinnerei bestimmt. Den Grundstein für die Finanzierung legte seinerzeit die Maschinenfabrik Rieter AG Winterthur mit einer Spende von 500’000 Franken. Schon jetzt ist die Textilfachschule maschinell und technisch hervorragend ausgerüstet; sie ist im Vergleich zu ausländischen Instituten ähnlicher Art konkurrenzfähig.

Im Wintersemester 1969/70 liessen sich 86 Schüler zu Spinnerei/Zwirnerei-Technikern und –Praktikanten, zu Weberei/Technikern, Webereidessinateuren, Webereimeistern, Webereihilfsmeistern, Wirkerei/Stickerei-Technikern und –Praktikanten und Textilkaufleuten ausbilden. In vielen Spezialkursen von durchschnittlich acht Tagen bildeten sich in Wattwil und in St.Gallen 512 Teilnehmer im Jahre 1969 weiter aus. Die Textilfachschule Wattwil ist auf Kooperation mit anderen einheimischen Schulen angewiesen und fördert diese. Sie will mit dem neu entstehenden Technikum in Rapperswil zusammenarbeiten. Die Wattwiler Generalversammlung hat beschlossen, ferner mit der Textilfachschule Zürich die Kooperation zu studieren. Wie zu erfahren war, soll im Herbst neu mit der Ausbildung von Bekleidungstechnikern begonnen werden.

Vor 20 Jahren

13. Juni: Wasserfluh. Die Glocke und das Uhrwerk im alten Schulhaus funktionieren – nach längerem Unterbruch – wieder einwandfrei. Seit das Schulhaus auf der Wasserfluh 1972 geschlossen und anschliessend einem Basler Kinderheim vermietet wurde, erklang die Glocke nur noch unregelmässig. «Die Nachbarn haben ab und zu mit einem Schalter von aussen den Glockenantrieb betätigt. Das Uhrwerk war kaputt», sagt Daniel Gisler. Die Gemeinde Oberhelfenschwil hat ihm das Haus – und damit auch den Dachreiter (Turm) – vor einem Jahr verkauft. Selber hat er das Haus komplett renoviert und ist eingezogen. Erhalten wollte er auch das Uhrwerk und die Glocke. Sie zu verkaufen wäre ihm nie in den Sinn gekommen, obwohl man für eine Glocke bei einem Liebhaber mehrere tausend Franken erhalten würde.

Am 17. März 1835 wurde das Haus eingeweiht, im Jahre 1930 wurde das Schulhaus erweitert. Ein Dachreiter gab es bis dato nicht. Max Bretscher vermutet, dass man wegen des Fehlens einer Kirche oder Kapelle auf der Wasserfluh diesen Dachreiter mit Uhr und Glocke aufs Dach des Schulhauses gebaut hat. Doch woher die Glocke mit etwa 55 Zentimeter Durchmesser kommt, weiss keiner von beiden. Bretscher vermutet, dass sie mindestens aus dem vorletzten Jahrhundert stammt. Die beiden Männer wollen ihre Nachforschungen weiter vorantreiben, sich bei alten Einwohnern Oberhelfenschwils informieren, den ehemaligen Lehrer aus den Schulhaus aufsuchen, damit dieser vielleicht weiterhelfen kann.

17. Juni: Säntis. Auf dem Gipfel wurde die für schweizerische Verhältnisse pionierhafte Abwasserreinigungsanlage eingeweiht. Dank modernster Membran-Bioredaktor-Technik wird das Abwasser sauberer, und es fällt zudem bedeutend weniger Klärschlamm an.

Vor 10 Jahren

11. Juni: Mosnang. Die einstige Wurfspezialistin Elisabeth Graf (Diskus/Kugel) entwickelt sich zur Mehrkämpferin. Ihre Bestleistungen wurden auch von den beiden Internationalen Linda und Sarah Züblin staunend zur Kenntnis genommen. Beispielsweise die 5.50 Meter im Weitsprung oder die 15.00 Sekunden über 100 Meter Hürden. Im Hochsprung führt sie in der U23-Bestenliste mit 1.72 Meter, im Kugelstossen sind es 13.54 Meter. Im technisch schwierigen Speerwurf steht die Bestmarke bei 37.12 Meter. Inzwischen erreicht sie im Siebenkampf 5100 Punkte.

15. Juni: Lichtensteig. Seine Eigenkreationen haben Willi Schmid bekannt gemacht. Von den Weltmeisterschaften der Jersey-Milch-Käser kam er mit zwei Goldmedaillen und dem Gesamtsieg zurück. Die Goldmedaillen erhielt er für den Jersey Blue, einen Blauschimmel-Käse, und den Mühlistei, der seinen Namen der Form verdankt. Und weil Willi Schmid mit den Jersey Blue auch die höchste in einer Kategorie erreichte Punktezahl erreicht hat, gewann er auch den Gesamttitel: «World’s Best Jersey Cheese 2010».

15. Juni: Köbelisberg. Vor ein paar Wochen hat Peter Wohlgensinger das Zepter im Bergrestaurant Köbelisberg übernommen. Er ist ein Hansdampf in allen Gassen. Das zeigte sich am Tag der Antrinkete im Restaurant Köbelisberg ob Lichtensteig. Peter Wohlgensinger genoss es förmlich, wie zahlreich die Gäste sich einfanden und liess nicht nach, ihnen auch jeden Wunsch zu erfüllen. Im Moment ist es ihm wichtig, sich einen Namen zu schaffen und für seine Gäste ein heimeliges Ambiente zu schaffen und mit feiner gutbürgerlicher Küche zu überzeugen.