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Damals: Girlen-Lifte von Ebnat-Kappel nach Südamerika

Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?
Arthur Lieberherr referierte wohl zum letzten Mal «am Girlen». (Bild: PD)

Arthur Lieberherr referierte wohl zum letzten Mal «am Girlen». (Bild: PD)

Vor 100 Jahren

9. November: Wattwil. Man hat in Wattwil das Experiment gewagt und die Schulen wieder geöffnet. Wir bezeichnen es ausdrücklich als Experiment, weil in der Tat eine grosse Gefahr darin liegt, der bösen Seuche, nachdem sie der Zahl nach kaum etwas zurückgegangen, dafür aber in so schwereren Fällen auftritt, aufs Neue wieder Gelegenheit zur Weiterverbreitung zu geben.

9. November: Wattwil. Zum Hinschiede von Herr Architekt Höllmüller: Er war auch in Wattwil eine sehr bekannte Persönlichkeit, hat er doch im Laufe der letzten Jahre eine Reihe von Bauten hier ausgeführt. Ganz besonders hat er seine Tüchtigkeit als Architekt bei der Erstellung des Realschulhauses bewiesen, welcher Bau ihm übertragen wurde, nachdem seine Firma aus der Konkurrenz mit dem ersten Preise hervorgegangen war. Mit unserem neuen Realschulhause, das heute, dank seiner praktischen und geschmackvollen Ausführung im ganzen Kanton als Muster eines Schulhauses gilt, hat Herr Höllmüller sich auch ein bleibendes Denkmal in unserer Gemeinde gesetzt.

13. November: Wattwil. Weiteres Grippeopfer. So erlag ihr nach kaum achttägigem Krankenlager Herr Koller, seit wenigen Jahren Besitzer der Wirtschaft im Schönenberg. Am 4. November besuchte der junge Mann noch den Martinimarkt in Lichtensteig, wo er sich vermutlich den Keim der Krankheit zugezogen hat.

Vor 50 Jahren

11. November: Lichtensteig. Grosszügige Schenkung an ein kleines Museum. Dem Toggenburg hat der vor einem Jahr verstorbene Antiquar K.A. Ziegler, Herrliberg, seine besondere Aufmerksamkeit und Liebe gewidmet. Sein Nachlass enthielt eine ungewöhnliche Zahl von Publikationen zur Toggenburger Heimatkunde von Manuskripten vom 15. bis zum 19. Jahrhundert, von photographiertem Dokumentationsmaterial. Die ganz reiche Sammlung ist von den Erben nunmehr dem Toggenburger Heimatmuseum in Lichtensteig geschenkt worden. Aus Tausenden von Dokumenten greift der hocherfreute Konservator beispielsweise heraus: Originalbriefe Karl Müller-Friedbergs, des letzten Landvogts im Toggenburg und Organisators des Kantons St. Gallen, Hand- und Druckschriften aus der Frühzeit der Moralischen Gesellschaft im Toggenburg, deren zweihundertjähriges Bestehen eben gefeiert worden ist, bisher unbekannte Originalien zur Schul- und Kirchengeschichte von Lichtensteig, die gerade in den letzten Jahren bearbeitet worden ist.

Vor 20 Jahren

11. November: Ebnat-Kappel. Mit der Unterzeichnung des Vertrages für die Übernahme der Girlenlifte hat der Gemeinderat Ebnat-Kappel das endgültige Aus für die einstigen Weltcup-Anlagen eingeläutet. Die Gemeinde Ebnat-Kappel hat im Rahmen einer Spezialliquidation vom Konkursamt die Aktiven der Neuen Sportbahnen Girlen AG für 10'000 Franken zum Abbruch übernommen. Der Sessellift sowie der Skilift Regelstein werden im kommenden Frühjahr abgebrochen. Der mittlere Lift bleibt vorerst bestehen, und kann bei Bedarf von den Mitgliedern der Skiclubs Ulisbach, Wattwil und Speer weiter benutzt werden. Die Flumser Seilbahnfirma Bartholet AG wird die Anlagen kostenlos abbrechen und als Entgelt das Material behalten. «Die Anlagen werden in Südamerika wieder aufgestellt und vielleicht schon im kommenden Sommer in Betrieb sein», sagte Gemeindammann Arthur Lieberherr. Als Grund für die Unrentabilität der Girlen-Anlage nannte Arthur Lieberherr die unsicheren Schneeverhältnisse.

12. November: Wattwil. Angebot – aber keine Interessenten. Alle sprechen über Umweltschutz, doch nur wenige setzen ihn um. Die Dorfkorporation Wattwil sucht Kunden für Solarstrom, doch niemand meldete sich. Liegt es an den hohen Kosten? Eine Kilowattstunde (kwh) kostet – nach Berechnungen der Dorfkorporation – zwischen 1,20 und 1,50 Franken. Ziemlich teuer: Denn eine kwh Strom aus der üblichen Produktion kostet lediglich 22 Rappen im Hochtarif und neun Rappen im Niedertarif.

Vor 10 Jahren

7. November: Nesslau. Das 11,5-Millionen-Franken-Projekt, die Heizzentrale ist in Eile. Mit den Beiträgen aus dem Klimarappen steht und fällt das Projekt des Holzwärmeverbundes in Nesslau. Spätestens im April 2009 muss mit dem Bau begonnen werden können, damit das Projekt überhaupt zu Stande kommt. In Nesslau soll bis spätestens im Herbst 2009 eine Heizzentrale gebaut werden. Als Herzstück der Anlage sind zwei Heizkessel geplant, in denen mittels Holzschnitzeln Wärme erzeugt wird, die über ein Leitungsnetz an grosse wie kleine Bezüger geliefert wird. Im Gebäude der Heizzentrale soll auch ein Aggregat der St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG (SAK) Platz finden, das 500 Haushaltungen mit Strom versorgen könnte. Kommt das Projekt zu Stande, kann pro Jahr Wärme geliefert werden, die einer Million Litern Heilöl entspricht. «Ohne die Gelder des Klimarappens, welche je nach Nachfrage zwischen 500'000 bis 700'000 Franken liegen, ist die Wärme zu teuer und die Nachfrage zu gering», sagte Köbi Rutz, Präsident der Genossenschaft Holzenergiezentrum Toggenburg.

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