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Damals: Fortbestand war nie eine Frage

Aus vergangenen Zeiten – Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

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Zeitungsausschnitt von damals, vor 20 Jahren: das Dickener Feuerwehrdepot.

Zeitungsausschnitt von damals, vor 20 Jahren: das Dickener Feuerwehrdepot.

Bild: PD

Vor 100 Jahren

23. Oktober: Neutoggenburg. Mit allem Nachdruck möchten wir nochmals an die von allen politischen Parteien des Bezirks einberufene Volksversammlung vom nächsten Sonntag in Wattwil verweisen. Das Arbeitszeitgesetz für die Verkehrsanstalten, das dem Souverän am 31. Oktober zur Annahme oder Verwerfung vorgelegt wird, verlangt noch gehörige Aufklärung.

Während die politischen Organisationen in der Schweiz ohne erhebliche Ausnahmen das Gesetz befürworten, steht ein Grossteil, namentlich der Landbevölkerung, der vorgesehenen Neuregelung skeptisch gegenüber.

Die beiden berufenen Referenten werden, jeder von seinem Standpunkte aus, die Gesetzesvorlage in ihrer Bedeutung und Konsequenz beleuchten und in der Diskussion werden sich alsdann noch Freund und Gegner vernehmen lassen. So ist eine objektive Grundlage richtiger Orientierung geschaffen. Die Parteivorstände erwarten denn auch von ihren Mitgliedern aus allen Gemeinden des Bezirks zahlreiche Beteiligung an der Veranstaltung.

27. Oktober: Neckertal. Nun ist auch das Ferienheim Auboden, das der Sektion St. Gallen der internationalen Vereinigung der Freundinnen junger Mädchen gehört, aus dem Schutte auferstanden. Auf den Grundmauern des am 31. Juli 1918 abgebrannten Heims ist der Neubau aufgeführt worden und bereits im Rohbau unter Dach. Der Neubau repräsentiert sich als ein stilechtes Toggenburgerhaus und passt vorzüglich in die Landschaft.

Vor 50 Jahren

23. Oktober: Wildhaus. Am 19. Oktober fand ein Volksfest statt: Das neu errichtete Ferienzentrum der Schweizer Reisekasse war zur Einweihung bereit. Die neue Feriensiedlung, die aus drei Mehrfamilienhäusern mit Wohnungen Grösse besteht, passt wunderbar in die Landschaft.

Es ist dem Architekten gelungen, den historischen Bautyp des Toggenburgerhauses mit modernen Konzeptionen zu vereinen; von weitem glaubt man drei behäbige Bauernhäuser vor sich zu haben! Besonders erfreulich wird die Leistung der Reka, wenn man ihre Siedlung mit den oft so hässlichen Ferienhäusern, wie sie allenorts aus dem Boden schiessen, vergleicht.

28. Oktober: Wattwil. Ein Mustergatte in Wattwil. Was doch Gänsefüsschen vermögen! So geschrieben erweckt die Ueberschrift den Anschein, es existiere in Wattwil ein einziger Mustergatte. Dass dem keineswegs so ist, bewiesen die vielen Ehemänner, die am Montagabend ihre Frauen ins Volkshaus ins Theater führten und ihnen und natürlich auch sich selbst zu einem höchst vergnüglichen Abend verhalfen.

Doch zum «Mustergatten» (mit Gänsefüsschen). Natürlich handelt es sich um Walter Roderers Gastspiel, das den Wattwilern Gelegenheit gab, den von Radio und Fernsehen her wohlbekannten und beliebten Schauspieler und Komiker echt schweizerischer Prägung einmal in natura zu geniessen.

Vor 20 Jahren

25. Oktober: Alt St. Johann. Die Internetseite fällt durch ihre grosse Bildergalerie auf. Die grosse Angebotspalette des «Schäfli» wird auf mehreren Seiten präsentiert. Der «Schäflisepp» ist auf dem Internet. Seit zwei Wochen kann man die Seite auf dem Web besuchen. Und in Kürze werden Links von verschiedenen anderen Seiten ins «Schäfli» führen.

Schon längere Zeit habe er sich mit dem Internetauftritt seines Hotels beschäftigt, teilte der Wirt Josef Koller der Zeitung «Toggenburger» mit. Es gehe ihm darum, eine neue Werbemöglichkeit auszuschöpfen. Die Lage seiner Wirtschaft, hinter den grossen Gasthäusern von Alt St. Johann, wirke sich oft als Nachteil aus.

Diese liegen alle an der Durchgangsstrasse. Das «Schäfli» hingegen schaue ihnen an den Rücken. Das Internet gebe ihm gewissermassen eine eigene Landstrasse, führte Koller weiter aus. Bereits verschiedene Anfragen aus der weiteren Umgebung bestätigen die Theorie des «Schäflisepp».

28. Oktober: Dicken. In letzter Zeit ist der Löschzug Dicken in die Schlagzeilen und in die Dorfdiskussion geraten. Feuerwehrkommandant Leo Gemperli lud deshalb die Mannschaft zu einer grundlegenden Aussprache ein. Die Verunsicherung im Dorf begann nach einer Berichterstattung über eine FDP-Veranstaltung im Vorfeld der Gemeindewahlen.

Darin wurden Äusserungen wiedergegeben, wonach über den Weiterbestand des Löschzuges Dicken nachgedacht werden müsse. Zwei Fehlalarmierungen – der Löschzug Dicken ist daran nicht Schuld – liessen noch mehr Fragezeichen aufkommen.

«Bei uns darf es nie brennen, die Feuerwehr kommt nicht», hiess es an Wirtshaustischen. Stein des Anstosses war der angeblich schwache Übungsbesuch. «Für das Feuerwehrkommando sei die Auflösung des Löschzuges Dicken nie ein Thema gewesen», sagt Leo Gemperli und bewertet die Aussprache als sehr positiv und fair.

Missverständnisse konnten ausgeräumt werden. Gemperli ist davon überzeugt, dass die Angehörigen des Löschzuges ihre Aufgabe mit Verantwortungsbewusstsein weiterführen und erfüllen werden.

Vor 10 Jahren

28. Oktober: Wattwil/Lichtensteig. Die Toggenburger haben es erfunden: s’Chössi. Das federngefüllte Kopfkissen enthält eine stützende Nackenrolle, die mit Holzwolle gefüllt ist. Diese stammt von einheimischen Bäumen, die nach Mondphasen geschlagen werden. Beim Schlafen kann man seinen Kopf auf vielerlei Materialien legen: Daunen, Hirse, Dinkel oder – seit neustem – auch auf Holzwolle.

Die Wattwiler Firma Lindner Verpackungen GmbH und weitere Schweizer Partner haben s’Chössi entwickelt, das erste Kopfkissen mit Mondphasen-Holzwolle. «Es verbindet damit einzigartig kuscheligen Komfort mit ergonomischer Funktion und einem neuartigen Wohlfühlaspekt», beschreibt Thomas Wildberger, Inhaber der Lindner Verpackungen GmbH, und einer der Erfinder des Holzwolle-Kissens. Der federngefüllte Teil lässt sich einfach waschen, die Nackenrolle ist auch einzeln erhältlich und kann leicht ausgetauscht werden.