Damals
Einweihung der neuen Piste Munggepfiff

Aus vergangenen Zeiten: Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

Drucken
Teilen
Ella Alpiger und die Schneesportlehrer des obersten Toggenburgs weihen die neue Piste Munggepfiff ein.

Ella Alpiger und die Schneesportlehrer des obersten Toggenburgs weihen die neue Piste Munggepfiff ein.

Bild: PD (10.Dezember 2010)

Vor 100 Jahren

18. Dezember: Ebnat. Bei der Ausfahrt des Nachmittagszuges nach Wattwil gabs hier letzten Sonntag eine kleine Betriebsstörung. Der Zug konnte glücklicherweise sofort angehalten werden, sodass eine Entgleisung und weiteres Unglück verhütet wurde. Die Passagiere kamen mit blossem Schrecken davon. Eine Weiche wurde beschädigt; der Verkehr war vorübergehend gesperrt; die Passagiere nach Wattwil konnten dennoch kursmässig weiter befördert werden, während aufwärts der 4 Uhr-Zug ausfallen musste. Wie man vernimmt, ist der Unfall auf den Bruch einer Schraube an der Weichenzunge zurückzuführen, wodurch beim Manöverieren der vorderste Personenwagen mit den Hinterrädern auf das Nebengeleise geriet.

22. Dezember: Neutoggenburg. Die Pro «Juventute-Marken» sind im Umlauf; aber auch die gebrauchten, abgestempelten Marken sind für uns noch wertvoll, indem wir sie an Markenhändler verkaufen und dabei eine bescheidene Einnahme erzielen können. Wir bitten daher jedermann, besonders die Lehrerschaft und die Schulkinder, für welch’ letztere die Stiftung arbeitet, solche Marken zu sammeln und der Bezirkssekretärin einzusenden.

Vor 50 Jahren

18. Dezember: Wildhaus. Was niemand so recht zu hoffen wagte, ist Tatsache: Die Sportbahnen auf Gamplüt (1 Doppelsessellift, 2 Skilifte) nehmen am kommenden Samstag, 19. Dezember 1970 ihren Betrieb auf. Eine wirklich grosse Leistung, wenn man bedenkt, dass erst am 1. Juni 1970, einen Tag nach der Gründung der Aktiengesellschaft, der erste Spatenstich erfolgen konnte. Dieser Leistung wurde nun am vergangenen Freitag durch die – von Nebensächlichkeiten abgesehen – anstandslose Kollaudation des Doppelsesselliftes sowie am Dienstag jener der beiden Skilifte die Krone aufgesetzt. Grünes Licht für die Inbetriebnahme der Anlagen hat der Verwaltungsrat der Sportbahnen Sonnenseite Wildhaus AG auf kommenden Samstag beschlossen. Grünes Licht gibt der Verwaltungsrat aber auch allen Skifahrern und andern Benützern seiner neuen Anlagen am 19. Dezember, denn an diesem Tage sind für jedermann alle Fahrten gratis.

21. Dezember: Wattwil. Ehemaligen Wattwiler eingeschläfert und 350'000 Franken erbeutet. Mit Spritzen betäubten drei Unbekannte in Zürich einen Prokuristen auf dem Heimweg, fesselten ihn an ein Treppengeländer, schleppten ihn in seine Firma und machten sich mit 350'000 Franken in 180 Lohntüten abgefüllt, aus dem Staube.

21. Dezember: Humor: Empfehlung: «Hat der Herr, den Sie mir als Teilhaber empfehlen, ganz sicher keine Schulden?» «Da können Sie ganz beruhigt sein! Nicht einen Franken. Dem pumpt kein Mensch etwas.»

Vor 20 Jahren

21. Dezember: Alt St. Johann. «Wienachtsblues» von Peter Roth überzeugte, faszinierte und erfreute mit volkstümlich-emotionaler Schlichtheit. Aufführungen von Peter Roth haben ihre Besonderheit. Volkstümliche Schlichtheit geht unter die Haut, berührt die Seele des Publikums und macht es scheinbar süchtig. «Wienachtsblues» füllte die Kirche bis zum letzten Stehplatz. Die neuste Kreation des Toggenburger Komponisten Peter Roth zog Menschen in Scharen nach Alt St. Johann. Seinen Aufführungen eilt ein Ruf voraus, sie ermöglichen ein Erleben von Musik und christlichem Glauben, ohne besondere Vorbildung aber mit geistig-emotionalem Tiefgang. Die eingängige und schlichte Art, hauptsächlich mit Laienmusikern aufgeführt, spricht aus der Volksseele und führt zum Gefühl echter Gemeinschaft. «Wienachtsblues» verbindet archaischen Blues mit verständlicher Mundart. Die Menschwerdung des Göttlichen enthält alle Sehnsüchte des Irdischen. «Wienachtsblues» verbreitet die urchristliche Botschaft von Hoffnung und Rettung der Menschen. Peter Roth verstand in seinem Werk, das allgemein Bekannte der Weihnachtsbotschaft in eine Form zu legen, die in aktuellem Kontext Aufmerksamkeit erlangte.

22. Dezember: Wattwil. Professor Herbert Schmucki, Wattwil, war ein Fachmann auf dem Gebiet der Astronomie. Lange Jahre kümmerte er sich um die Sternwarte des Bauern-Astronomen Fridrich Schmid aus Oberhelfenschwil. Die beiden Männer hatten dieselbe Leidenschaft: die Astronomie. Der im Jahr 1870 geborene Schmid war zwar Landwirt, aber sein grösstes Interesse war die Wissenschaft. Als 21-Jähriger erblickte Schmid erstmals das Zodiakallicht. Ihm widmete er jahrzehntelang seine Forschertätigkeit. Dafür erhielt der 1962 verstorbene «Sterngucker», wie er im Dorf genannt wurde, sogar die Ehrendoktorwürde der ETH Zürich. Herbert Schmucki gab sein Wissen um den Sternenhimmel gerne an andere weiter. «Er hat die Astronomie im Toggenburg populär gemacht», sagt Hanspeter Steidle. Der Ebnat-Kappler gehört wie der Verstorbene zu den Gründungsmitgliedern der Astronomischen Vereinigung Toggenburg. Herbert Schmucki setzte sich intensiv für sein grosses Ziel, die Sternwarte Heiterswil, ein. Nun wird er die Vollendung dieses Werkes im Sommer 2001 leider nicht mehr erleben.

Vor 10 Jahren

20. Dezember: Wildhaus. Bei schönem, aber eisig kaltem Wetter wurde die ehemalige Rennpiste durch Ella Alpiger, Ex-Skirennfahrerin und Gewinnerin des Namens-Wettbewerbs, auf Munggepfiff getauft und durch die hiesigen Skilehrer offiziell eröffnet. «Durch die nicht immer leichten Bauarbeiten, die im vergangenen Sommer durchgeführt und erst kürzlich beendet werden konnten, steht unseren Gästen nun eine hervorragende Skipiste Gamsalp-Freienalp zur Verfügung», freut sich Urs Gantenbein, Geschäftsführer der Bergbahnen Wildhaus AG, bei der Eröffnung der neuen Piste. Mit der neuen Piste einher geht die 1,5 Millionen schwere Beschneiungsetappe auf der Strecke.

23. Dezember: Wattwil. Ist es eine Burg oder ein Schloss? Nicht ganz einfach zu sagen. Sicher ist der Burgturm – das Wahrzeichen von Wattwil – ein Ort, der von den Leuten sehr geschätzt wird. Nun wird das Dach des Yburgturms saniert. Gleichzeitig soll die Baugeschichte des Turms erforscht werden.