Rubrik

Damals: Ein Tüftler mit fünf Achsen

Aus vergangenen Zeiten – Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

Drucken
Teilen
Johannes Brunnhofer fertigt auf einer fünfachsigen CNC-Fräse aus ganzen Metallblöcken kleine Präzisionsteile.

Johannes Brunnhofer fertigt auf einer fünfachsigen CNC-Fräse aus ganzen Metallblöcken kleine Präzisionsteile.

Bild: PD

Vor 100 Jahren

1. Mai: Ebnat-Kappel. Im Hotel Bahnhof in Ebnat findet eine grosse öffentliche Volksversammlung zur Besprechung der Völkerbundsfrage statt. Es braucht hier nicht ausgeführt werden, wie ungemein wichtig der Entscheid des Schweizervolkes vom 16. Mai für die weitere Gestaltung der inner- und ausserpolitischen und wirtschaftlichen Lage der Schweiz sein wird. Die Versammlung soll jedermann, auch Frauen, insbesondere aber allen stimmenden Bürgern Gelegenheit geben, sich von einer Autorität, einem warmen Freunde des Völkerbundes, Professor Dr. Bovet aus Zürich, über die Frage orientieren zu lassen. Es darf in Anbetracht des wichtigen Gegenstandes ein lückenloser Aufmarsch aller Bürger gerechnet werden. Die Diskussion wird jeden Standpunkt ungehindert zu Wort kommen lassen.

5. Mai: Kirchberg. Als ein gelungenes Volksfestchen darf der Toggenburgische Musiktag bezeichnet werden. Machte doch Petrus seine Sache so gut, dass ihm eine Rote Eins gebührt. Scharen von Zuhörern strömten von allen Seiten herbei und war es aber auch ein Genuss den Einzelvorträgen zu lauschen. «Rufst du mein Vaterland» im Gesamtchor aller 12 beteiligten Musikkorps machte einen erhebenden Eindruck. Dem ganzen ging mittags 1 Uhr der Festzug aller Korps voraus. Da die Sektion Kirchberg bei diesem Anlasse zugleich das 50-jährige Jubiläum beging, erhielt dieselbe vom Ostschweizer. Musikverband einen Becher als Widmung.

Vor 50 Jahren

4. Mai: Wattwil. Im 79. Jahresbericht dankt Chefarzt Dr. R. Fischer Regierungsrat Willy Herrmann für seine Verdienste um das Krankenhaus Wattwil. Unter seinem Präsidium erfolgte die provisorische Anpassung des spitalärztlichen Dienstes an die heutigen medizinischen Verhältnisse 1961 bis 1964, die Revision des Krankenhausgesetzes 1967, die regionalplanerische Einordnung des Krankenhauses 1966 und der Beschluss zur Spitalerweiterung 1968. Im Berichtsjahr wurden 3442 Krankheitsfälle behandelt und 2777 Operationen ausgeführt.

Von den 3442 behandelten Patienten kamen 682 aus dem Bezirk Obertoggenburg, 1265 aus den Bezirk Neutoggenburg (Wattwil stellte mit 841 die höchste Patientenzahl), Alttoggenburg 785, Untertoggenburg 155, Bezirk Wil 186, Bezirk See 50 und Gaster 21, übriger Kanton St.Gallen, Thurgau, beide Appenzell, übrige Schweiz und Ausländer 288. Die Betriebsrechnung weist ein Defizit von 573623 Franken aus, davon übernimmt die Gemeinde 57362 Franken und der Kanton 516261 Franken. 115 Personen waren während des vergangenen Jahres um die Patienten besorgt.

Vor 20 Jahren

1. Mai: Wattwil. Am Samstag standen die Türen im Wattwiler Gemeindehaus tatsächlich weit offen. Sehr viele Bürger nutzten die Gelegenheit zu einer ausgiebigen Besichtigung. Dabei konnten sicherlich auch Ängste abgebaut werden.

1. Mai: Alt St.Johann. Die Feuerwehr Alt St.Johann, die eng mit der von Wildhaus zusammenarbeitet, ist eine Spur mobiler. Der neue Mannschaftstransporter, der von der Nesslauer Altherr AG ausgeliefert und in der Landmaschinen-Werkstatt der Gebrüder Huser für die Feuerwehrzwecke umgebaut wurde, kostet 92000 Franken. Ein Drittel der Kosten kann der kantonalen Gebäudeversicherungsanstalt GVA in Rechnung gestellt werden..

Vor 10 Jahren

6. Mai: Toggenburg. Johannes Brunnhofer hat seine Firma Falcon Dynamics in Wattwil eröffnet. Als Einmannbetrieb stellt der Jungunternehmer auf einer fünfachsigen CNC-Fräse Präzisionsteile aus Metall her. Spezialisieren will er sich im Prototypenbau und in der Kleinserienproduktion. Ursprünglich wollte der aus Zürich stammende Jungunternehmer seine Firma in der Garage des Mehrfamilienhauses seiner Familie einrichten. Schnell aber wurde ihm klar, dass dies wegen der vielen Auflagen nicht möglich war. Ins Toggenburg zog es ihn aus verschiedenen Gründen. Die Mietzinse seien hier auch für ein Start-up-Unternehmen bezahlbar.

Die geographische Lage erachtet er als ideal, denn das Toggenburg sei relativ zentral und verfüge über eine grosse Anzahl potenzieller Kunden. Für einige von ihnen konnte der frischgebackene Unternehmer auch bereits ein paar Aufträge ausführen. Neben Kunden aus der Industrie hat die Falcon Dynamics AG auch Auftraggeber aus dem privaten Bereich. Insbesondere die Besitzer von Modellflugzeugen im In- und Ausland seien immer auf der Suche nach speziellen Teilen, die extra angefertigt werden müssten, sagt Johannes Brunnhofer, der selbst ein angefressener Modellbau-Fan ist.