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Damals: Ein Cadillac rast durch
St. Peterzell und rasiert Strassenzäune

Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?
Was von dem einst so stolzen Cadillac übrigblieb, zeigt das Bild. (Bild: PD)

Was von dem einst so stolzen Cadillac übrigblieb, zeigt das Bild. (Bild: PD)

Vor 100 Jahren

27. November: Toggenburg. Die Tröckene, welche nun seit fünf Wochen andauert, nimmt bald einen besorgniserregenden Grad an. In den Bergen versiegen die Brunnen und andere Wasserläufe, so dass die elektrischen Kraft- und Beleuchtungsanlagen mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen beginnen. Zudem liegt in den Bergen kein Schnee, Sonne und Föhn rauben die letzten Feuchtigkeitsreste und dann können fatale Verlegenheiten entstehen

27. November: Wattwil. Ein Familienvater schreibt uns: Es macht einen bemühenden Eindruck auf jeden Unbefangenen, wenn er zur Zeit, da die Schulen eingestellt sind, Scharen Kinder von den frühen Vormittagsstunden bis zum Betzeitläuten sich auf den Strassen herumtreiben sieht. Man sollte meinen, dass daheim genug Arbeit vorhanden wäre. Namentlich ist nicht zu begreifen, wie Mädchen der mittlern und oberen Klassen Tag für Tag auf den Strassen herumlungern können. Für sie gäbe es gewiss Strick- und Flickarbeiten in Hülle und Fülle. Ausserdem wären doch sicher genug Schulaufgaben aller Art zu lösen, wenn man nur wollte. Zudem ist das «Kreisel drehen» und das «Kügelen» gegenwärtig sehr gefährlich. Beim ersten Spiel werden mit den kleinen Peitschen Staub und Kot aufgewirbelt, der oft vom Spielenden eingeatmet wird oder an dessen Kleidern festklebt, dadurch wird wie beim zweiten Spiel, wo die Marbeln in allem Dreck und Staub herumtrölt und dann die Finger in Mund und Nase gesteckt werden, der Keim zu einer oft später ausbrechenden Krankheit leicht infiziert. Ihr Mütter und Vater habt ihr keine Gewalt über eure Sprösslinge? Wenn die Worte nichts fruchten, dann greift zur ungebrannten Asche.

Vor 50 Jahren

25. November: St. Peterzell. Ein Automobilist hätte ein zweites Auto von St. Peterzell nach Waldstatt überführen sollen. Dieser Autofahrer traf in einer Wirtschaft einen Jungmann, dem er sein Anliegen erzählte und frug, ob er den Führerausweis besitze. Der junge Mann bejahte dies mit Freude, obwohl er dem Alter entsprechend noch keinen Führerausweis besitzen konnte. Gemeinsam fuhren sie nach St. Peterzell und machten dort den grossen Amerikanerwagen, Marke Cadillac, fahrbereit. Nachdem der junge Mann über die Fahreigenschaften des Cadillac Aufschluss erhalten hatte, setzte er sich ans Steuer. Bis Wald-St.Peterzell ging alles gut. Der junge Fahrer blieb mit dem hochpferdigen Wagen immer schön hinterher. Nach der Post Schönengrund setzte er aber zum Ueberholen an. Dabei hatte er sich mit der Breite seines Fahrzeuges enorm verrechnet. Er rasierte auf der linken Seite den Strassenzaun auf einer Länge von ca. 45 Metern weg. Mit voller Wucht wurde auch ein weisser Strassenmarkierungsposten, sowie ein Kandelaber umgefahren. Nach dem Ueberholen riss der junge Fahrer das Steuer brüsk nach rechts, sodass das Fahrzeug die Strasse wieder überquerte und auf der rechten Strassenseite den eisernen Strassenzaun auf einer Länge von 12 Metern wegfegte. Hierauf fuhr das Auto das Strassenbord hinunter. Es kam in der Wiese zum Stillstand, nachdem es noch dort einen Brunnentrog umgefahren hatte. Der junge Fahrer und ein Kind des verantwortlichen Automobilisten hatten dabei viel Glück gehabt, denn sie konnten unverletzt das stark havarierte Fahrzeug verlassen.

Vor 20 Jahren

27. November: Ebnat-Kappel. Erste «Drogothek» im Obertoggenburg. Der Schweizerische Drogistenverband verlieh der modernen Drogerie von Maria und Urs Brunnschweiler in Ebnat-Kappel den Titel «Drogothek». Die Auszeichnung erhält, wer einem strengen Anforderungsprofil gerecht wird und eine Vorreiter-Rolle einnimmt. Als erstes wird der Gesamteindruck geprüft: Aussenansicht, Beschriftung, Schaufenster und Eingangszone. Dann das Ladeninnere: Anordnung und Qualität der Regale, Boden, Decke und Beleuchtung und natürlich die Präsentation der Produkte und Gewichtung des Sortiments. Die Juroren bewerteten das Fachgeschäft mit 95 von 100 möglichen Punkten. 80 Punkte wären für die Auszeichnung erforderlich gewesen.

Vor 10 Jahren

22. November: Mosnang. Der Männerchor Mosnang stimmte zur ersten herbstlichen Bürgerversammlung der Einheitsgemeinde ein. Gemeindepräsident Bernhard Graf sagte, er sei gespannt gewesen, wie viele Bürgerinnen und Bürger kommen. Man sei positiv überrascht. Die Versammlung ging ohne Diskussion über die Bühne. Alle Traktanden wurden einstimmig gutgeheissen. Nach der ordentlichen Bürgerversammlung wurden die vier Schulgemeinden verabschiedet. Graf sagte, dass ein Neuanfang immer auch ein Abschied mit sich bringt. Man müsse loslassen können, wenn man etwas Neues beginnen möchte. Die autonomen Schulgemeinden seien mit dem Start der Einheitsgemeinde Geschichte.

22. November: Neckertal. Die erste Budgetbürgerversammlung der Gemeinde Neckertal verlief einstimmig. Gemeindepräsidentin Vreni Wild sprach mit Schule und Tourismus kommende Herausforderungen an. Auf die Fusion würden mindestens zwei Jahre der Konsolidierung folgen, so Vreni Wild. Dennoch – die Gemeinde Neckertal startet mit einem Steuerfuss von 142 Prozent, dem tiefsten im Toggenburg.

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