Damals: Ein Busbetrieb soll die Verkehrssituation um Wattwil verbessern

Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

Drucken
Teilen
Mögliche Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in der Gegend zwischen Lichtensteig, Wattwil und Ebnat-Kappel - publiziert vor 50 Jahren. (Bild: PD)

Mögliche Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in der Gegend zwischen Lichtensteig, Wattwil und Ebnat-Kappel - publiziert vor 50 Jahren. (Bild: PD)

Vor 100 Jahren

12. Februar: Wattwil. Bei den Aufräumungsarbeiten der Armenhausbrandstätte, wie sie letzter Tage ihren vorläufigen Abschluss fanden, wurde konstatiert, dass das eingemauerte Archiv, in welchem alte Gemeindebücher aufbewahrt wurden, unversehrt geblieben ist. Den Armeneltern sind nebst dem ganzen Inventar einige hundert Franken in bar mitverbrannt. Eine Armenhaus-Insassin legte ihre Barschaft, in einer Hunderternote bestehend, in ein Buch. Stark angebrannt und durchfeuchtet wurde dieses samt dem blauen Schein wieder aufgefunden. Drei Hühner und eine Katze hatten sich in den Keller verkrochen; lebend wurden sie aus ihrer Gefangenschaft befreit. Die bezirksamtliche Untersuchung ist noch im Gange.

12. Februar: Hoffeld. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich im Waldbach, indem ein 14jähriger, hoffnungsvoller Knabe beim Holzfällen von einem stürzenden Baum getroffen wurde, was den sofortigen Tod des Knaben zur Folge hatte.

Vor 50 Jahren

7. Februar: Ricken. Der Bundesrat hat das Eidgenössische Militärdepartement ermächtigt, zu dem bereits anfangs 1968 erworbenen Gelände im Gebiete des «Chollochs» in der Gemeinde St.Gallenkappel weitere Liegenschaften im Aufmass von insgesamt rund 125 Hektaren mit einem Kostenaufwand von 3,3 Mio. Franken zu erwerben. Die Kaufsumme wurde zu Lasten des mit Bundesbeschluss bewilligten Sammelkredites für hängige Landerwerbsgeschäfte von 21,8 Mio. Franken freigegeben. Dieses Gelände ist vorgesehen als Uebungs- und Schiessplatz für die in den Ortschaften der näheren und weiteren Umgebung stationierten Einheiten von Rekrutenschulen und Wiederholungskursen. Es bietet günstige Voraussetzungen für die Durchführung verschiedener militärischer Uebungen, ohne dass Wohngebiete gestört werden. Neben der militärischen Benützung kann der Boden auch weiterhin in einem gewissen Rahmen landwirtschaftlich bewirtschaftet werden.

12. Februar: Mittleres Toggenburg. Seit langem besteht in weiten Kreisen der Bevölkerung der Wunsch nach einer Verbesserung zur Verkehrsverhältnisse im Raume Lichtensteig, Wattwil und Ebnat-Kappel. Industriekreise haben nun das Problem ernsthaft ergriffen und das Seminar für Verkehrswirtschaft an der Hochschule St.Gallen mit einer Studie beauftragt. Insbesondere soll abgeklärt werden, ob ein öffentlicher Busbetrieb zwischen Lichtensteig, Wattwil und Ebnat-Kappel der Bevölkerung dienen würde. Es werden Fragebogen an sämtliche Haushaltungen durch die Post verteilt; eingesammelt werden sie von Schülern.

Vor 20 Jahren

11. Februar: Alt St.Johann. Die Bewohner der Ferienhaussiedlung in der Farb an der Sonnenhalbstrasse wurde aufgrund der akuten Lawinengefahr evakuiert. Die Schüler kamen in den Genuss eines schulfreien Tages.

13. Februar: Schnee. Für die Toggenburger und Neckertaler Gemeinden geht eine kostspielige und arbeitsintensive Woche zu Ende. Einen besonderen Einsatz leisteten die 13 Fahrzeuge und die 25 Leute vom Schneeräumungsdienst Wattwil. «Die grossen Schneeschleudern waren von Montagmorgen bis Donnerstagmorgen ohne Unterbruch 24 Stunden im Einsatz», erklärte Walter Looser. In Brunnadern half das Militär während zwei Tagen schaufeln. Während den einen der viele Schnee viel Arbeit bescherte, hatten verschiedene Tourismusorte in der Schweiz Probleme, weil Gäste nicht anreisten. Keine Reservationsstornierungen verzeichnete das Verkehrsbüro Wildhaus. Rekordschneefälle gab es in Wattwil schon 1986 mit 50 Zentimetern an einem Tag. Auch 1980 fielen 60 Zentimeter Schnee. Eine Schneehöhe von 64 Zentimetern wurde 1978 gemessen, dies laut des Toggenburger Wetterexperten Ruedi Kleger.

Vor 10 Jahren

12. Februar: Hornschlitten. Die Toggenburger Hanspeter Loser, Willi Meier und Roger Meile haben für eine Sensation im Hornschlitten-Sport gesorgt. Zum ersten Mal ist in dieser noch jungen Sportart ein Schweizer Team Europameister geworden. Im ersten Lauf lag das Team Wiesen noch mit einem Rückstand von 40 Hundertsteln auf dem fünften Platz. Am Sonntag machten sie den Rückstand wett. Die favorisierten Teams aus Österreich und Italien bissen sich an der von den Toggenburgern vorgelegten Zeiten die Zähne aus. «Es hat einfach alles gepasst. Die Chemie im Team stimmte, die Verhältnisse sprachen für uns und auch unser Material, hinter dem mit Matthias Widmer und Stefan Isenegger zwei erfahrene Leute stehen, war perfekt», sagt der Steuermann und Teamchef Hanspeter Loser. «Der Hornschlitten, die Kufen und auch die Skischuhe mit Eisenplatten sind Marke Eigenbau. Das heisst aber nicht, dass das Material nicht kontrolliert wird». Im Gegenteil, das Reglement sei ziemlich dick und umfassend, sagt er.

13. Februar: Toggenburg. Stiftung KlangWelt gegründet. Eine in St.Gallen gegründete Stiftung KlangWelt Toggenburg soll das Kulturprojekt breit verankern und langfristig sichern helfen, vor allem mit Blick auf das geplante Klanghaus am Schwendisee. Die Stiftung, in der Kanton, Region, Gemeinden und Interessierte zusammenarbeiten werden, verfügt über ein bescheidenes Anfangskapital von 19'000 Franken. «Sie wird aber auch den vom Kanton jährlich gesprochenen Betriebsbeitrag von 270'000 Franken verwalten», sagt Regierungsrätin Kathrin Hilber, die den Stiftungsrat präsidiert, der im Toggenburg breit verankert ist.