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Damals: Der Schwerste an der Schau

Aus vergangenen Zeiten – Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

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Imposante Erscheinung: Der schwerste Stier an der Krinauer Viehschau aus dem Stall von Hans Bleiker, Gurtberg.

Imposante Erscheinung: Der schwerste Stier an der Krinauer Viehschau aus dem Stall von Hans Bleiker, Gurtberg.

Bild: PD (14. Oktober 2010)

Vor 100 Jahren

13. Oktober: St.Peterzell. In St.Peterzell starb Donnerstagabend um 9 Uhr der weithin bekannte und durch sein Heilverfahren sehr geschätzte Naturarzt Jakob Hugentobler im Alter von 69 Jahren. Der Verstorbene wurde seit vielen Jahren als Naturarzt von Nah und Fern besucht und verschiedenartige Dankschreiben und Dankesurkunden zeugen von seiner erfolgreichen Tätigkeit, oft auch in Fällen, wo alle andere ärztliche Kunst versagte.

Früher lebte der Verstorbene in Weissschwand bei Dicken, wo er sich der Landwirtschaft widmete. Nachdem sein Ruf als Naturarzt und die Konsultationen grösseren Umfang annahmen, siedelte er in das Dorf St.Peterzell über, wo er sich ausschliesslich in den Dienst der kranken Menschheit stellte. Selbst gegen ihn stattgefundene gerichtliche Klagen mochten und konnten seinem segensreichen Wirken keinen Einhalt tun und er wurde immer stärker in Anspruch genommen. Damit wollen wir jedoch nicht dem Quacksalbertum das Wort reden, aber es wäre gewiss undankbar, wenn wir dieses Mannes, der so viel für die leidende Menschheit Erfolgreiches geleistet hat, nicht ehrend gedenken würden.

Durch die unermüdliche und aufreibende Tätigkeit während mehrerer Jahrzehnte ist seine Gesundheit schon lange Zeit erschüttert gewesen und es ist der Todesengel zu früh an den verdienten Mann getreten. Seine Werke werden ihn überleben! Mit ihm ist auch ein grosser Fremdenverkehr in St.Peterzell verschwunden, denn von allen möglichen Orten, ja sogar vom Auslande her, kamen Patienten zum Wunderdoktor Hugentobler.

Vor 50 Jahren

9. Oktober: Wattwil. Ganz allgemein ist die Gemeinde Wattwil auf vielen Gebieten sehr fortschrittlich. Leider gibt es noch neuralgische Punkte, die von Anwohnern oder Behörden übergangen werden oder nicht in gewisse Korporationsgebiete eingegliedert sind.

Es scheint, dass die Strassenbeleuchtung beim Rotenbach als ein Stiefkind behandelt wird. Wer sich einmal die Mühe nimmt, die miserable Beleuchtung der Strasse von Flotz nach der Hochsteig vor und nach der Unterführung der SBB und BT zu besichtigen, wird zugeben müssen, dass eine solche Beleuchtung eben keine Beleuchtung des ohnehin ausserordentlich unübersichtlichen Strassenteils sein kann. Vor der Unterführung alles hell und gut, nachher tiefste Dunkelheit.

Man fragt sich dabei unwillkürlich, wer bei einem Unfall oder dergleichen die Verantwortung zu tragen hat, oder dass das vielleicht ein Niemandsland ist. Der Schreibende hofft, dass man die Sache prüfen möge und Abhilfe schafft, bevor Schaden eintritt. Eine Hängelampe ist montiert, aber total defekt.

Vor 20 Jahren

9. Oktober: Unterwasser. Späne fliegen, ein Kunstwerk entsteht. In der «Traube» in Unterwasser sind bis Ende Oktober kunstvoll in Holz gearbeitete Dinge ausgestellt. Geschaffen wurden sie vom Alt St.Johanner Hobbydrechsler und Kunsthandwerker Eugen Moser.

Er weiss mit Holz und Hölzern umzugehen. Als Zimmermann plante und baute er mit Holz und als er in die Jahre kam und sich seine Gesundheit verschlechterte, besann er sich auf einen anderen «hölzigen» Beruf. Er eignete sich das handwerkliche Wissen eines Drechslers an. Er kaufte eine Profiwerkbank. Fortan flogen in der Garage seines Hauses die Späne.

Unter seinen geschickten Händen entstanden tausenderlei Dinge. In und um Eugen Mosers Drechslerwerkstatt findet man gut und gerne 20 verschiedene Schweizer Holzarten. «Mit dabei sind Apfel, Birne, Kirsche und Zwetschge, Linde, Ulme, Ahorn und Eibe, Thuja, Akazie und viele andere», zählt Moser auf. «Ich möchte die Maserung, den Unwuchs und die Farbe des jeweiligen Holzes, den Charakter des jeweiligen Holzstückes, präsentieren», präzisiert Moser. «Bei den fertigen Arbeiten sind deshalb kleine ‹Fehler› toleriert.»

11. Oktober: Nesslau/Wattwil. Neue Skihütte auf der Alp Hotteien. Der Skiclub Wattwil zügelte auf die Jahrtausendwende vom «Wissboden» ins Skigebiet Rietbach-Wolzenalp. Auf 1227 Metern über Meer liegt die Alphütte Hotteien. Diese Hütte ist nun das Winter-Clubheim des Skiclubs Wattwil. 38 Helfer haben es in den letzten Monaten wohnlich hergerichtet.

Der Skiclub Wattwil wurde im Jahre 1933 gegründet. Während 66 Jahren war winters die Alphütte Wissboden hoch über dem Wattwiler Schönenberg Treffpunkt der Clubmitglieder. Zum Jahrtausendwechsel zog es die Wattwiler talaufwärts und zwar mitten in das Skigebiet an der Wolzenalp.

Die Alphütte Hotteien, die der Ortsgemeinde Wattwil gehört, konnte für vorerst zehn Winter gemietet werden. Die Skihütte des von Urs Weber präsidierten, rund 400 Mitglieder zählenden Skiclubs, liegt ein Steinwurf neben dem Skilift-Trasse Rietbach-Wolzenalp.

Vor 10 Jahren

14. Oktober: Krinau. Erstmals nach über 25 Jahren wurde die Gemeindeviehschau in Krinau wieder auf dem eigenen Viehschauplatz durchgeführt. «Klein, aber fein» ist der passende Vergleich der Gemeindeviehschau in Krinau. Bisher fand die Viehschau zusammen mit den Lichtensteiger Bauern auf einem anderen Schauplatz statt. Doch weil der Lichtensteiger Viehzuchtverein sich aufgelöst hat, haben die Krinauer Bauern ihre Schau wieder in der Bodenwis, direkt im Dorf, organisiert.

Eigentlich passte an diesem «Bauernsonntag» alles. Was fehlte war die Sonne. Sie hatte sich, der Bise sei dank, hinter einer dicken Nebeldecke verkrochen und entsprechend war es eher kalt. Wer sich zwischendurch aufwärmen wollte, oder wer hungrig und durstig war, wurde von den Krinauer Frauen im Mehrzweckgebäude gleich neben dem Schauplatz bestens verpflegt. Z

ehn Bauern haben ihr Vieh aufgetrieben, 263 Stück waren es insgesamt. Die meisten Bauern fuhren sennisch auf, ganz wie es der Tradition entspricht. Zur Miss Krinau wurde die Kuh Pinia gekürt. Sie stammt, gleich wie die Vize-Miss Namens Ina übrigens auch, aus dem Stall von Hans Bleiker vom Gurtberg.

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