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Damals: Das hundertjährige Bestehen des Wasserfluhtunnels wurde in Lichtensteig gefeiert

Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?
Diese «Festgabe» in Form eines Heftes wurde anlässlich der Feierlichkeiten zum Durchschlag produziert. (Bild: PD)

Diese «Festgabe» in Form eines Heftes wurde anlässlich der Feierlichkeiten zum Durchschlag produziert. (Bild: PD)

Vor 100 Jahren

3. Mai: Krummenau-Nesslau. Die Kreisgenossenschaft Krummenau-Nesslau, die im Quellgebiet des Necker ausgedehnte Waldungen besitzt, beschloss sich an der neugegründeten Strassenkorporation mit zirka 50 000 Franken zu beteiligen. Die Korporation bezweckt den Erwerb der bestehenden 5 Kilometer langen Privatstrasse und die Verlängerung derselben nach dem «Kohlwald». Dadurch werden die bis anhin ziemlich isoliert stehenden Waldungen daselbst, die zur Hauptsache der Kreisgenossenschaft gehören und mit 900 000 Fr. eingeschätzt sind, nutzbringender gemacht.

3. Mai: Hemberg. Die Schulgenossenversammlung Bächle hat mit bedeutendem Mehr beschlossen, die teilweise Jahrschule mit Beginn des neuen Schuljahres in eine Halbtagjahrschule umzuwandeln. Diese Neuerung ist sehr zu begrüssen, denn eine Schulorganisation, bei welcher der Schulbetrieb für einzelne Klassen die Hälfte des Jahres beinahe stille steht, ist veraltet und kann den Anforderungen der heutigen Zeit nicht mehr entsprechen.

7. Mai: Wattwil. Am Bahnhof wurde ein Mann erwischt, der in seinem Handköfferchen einige Pfund Butter aus dem Obertoggenburg brachte. Beschlagnahme der Ware und eine gesalzene Busse waren die Folgen dieses unerlaubten Handels.

Vor 50 Jahren

7. Mai: Neu St. Johann. Nach langer Krankheit starb der letzte männliche Vertreter der bekannten Druckerfamilie Bösch, Buchdrucker Robert Bösch. Sein arbeitsreiches Leben dauerte mit seinen 78 Jahren zufällig genau so lang, wie die Zeit, als das «Obertoggenburger Wochenblatt» herausgegeben wurde. Gründer dieses Lokalblattes war der initiative, politisch eifrige freisinnige Vater des Verstorbenen, Robert Bösch sen., eine überaus markante, imponierende Gestalt. Zu Neujahr 1889 wurde das bescheidene Lokalblättli zum erstenmal gedruckt, und zwar im früheren Amtshaus am Kirchplatz von Nesslau. Gesundheitliche Störungen des Dahingeschiedenen gaben Anlass zur Fusion des Heimatblättchens mit den «Toggenburger Nachrichten» in Ebnat-Kappel. Ihrem umsichtigen Verleger, Karl Fankhauser, ist es weitgehend gelungen, den Schmerz der älteren Obertoggenburger über die Trennung von ihrem Lokalblatt zu dämpfen.

Vor 20 Jahren

3. Mai: Hulftegg-Stafette. Gody Schmutz, einst die Nummer 1der Schweizer Radsport-Szene, kämpfte sich an der Hulftegg-Stafette über die Bergstrecke. Während er mit Stretching-Übungen der Dinge harrte, die da auf ihn zukommen würden, sprintete im Land der Läufer, Radballer und Seilzieher leichten Fusses ein Kenianer durch die Gegend. Glücklicherweise durfte der vom Velo auf die Füsse umgestiegene Ausdauersportler erst nach dem in der Schweiz lebenden Afrikaner auf die Strecke. Geoffrey Tanui, der für das Kinder Dörfli Lütisburg-Team startende Spitzenläufer aus Afrika, derzeit in seinem Heimatland Kenia als Nummer 20 eingestuft, lief denn auch die absolute Topzeit und wurde so zur Attraktion für die Hulftegg-Stafette. Tanui hat die Gepflogenheiten der einheimischen Bauern beobachtet. Und die Toggenburger werden wiederum staunend zuhören, wenn er davon erzählt, dass in der Nähe seines Dorfes noch wilde Tiger leben. Die Vermutung, Geoffrey Tanui könne wohl nur deshalb so schnell rennen, weil er jeweils vor den Wildkatzen habe fliehen müssen, wollte der amtierende Halbmarathon-Schweizermeister nicht bestätigen.

Vor 10 Jahren

2. Mai: Lichtensteig. Vor 100 Jahren kam der Bau des Wasserfluhtunnels in seine entscheidende Phase. Am 2. April 1909 erfolgte der Durchschlag und vier Tage danach der Durchstich des Tunnels, der mit einer ersten Zugdurchfahrt gefeiert wurde. Der Wasserfluhtunnel war mit einer Länge von 3556 Metern zwischen Brunnadern und Lichtensteig das grösste und anspruchsvollste Bauwerk bei der Realisierung der Bodensee-Toggenburg-Bahn. Die Bauarbeiten dauerten rund viereinhalb Jahre und wurden grösstenteils von Gastarbeitern verrichtet. Während den Bauarbeiten am Wasserfluhtunnel gab es nur zwei grössere Ereignisse, die den Fortschritt für eine gewisse Zeit hemmten. Der unbedeutendere Vorfall war ein Wassereinbruch aufgrund des Anschlages eines wassergefüllten Hohlraumes (Kluft). Die weit schwerer wiegende Verzögerung trat 1907 aufgrund der Niederlegung der Arbeit ein. Die Arbeiter forderten mehr Lohn von der Bauherrschaft. Damals verdiente ein Handlanger einen Tageslohn von 3.40 Franken und ein Mineur einen von 6 Franken – und dies bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von über 50 Stunden.

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