Damals: Bendelbach ist erstmals überbrückt

Aus vergangenen Zeiten: Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

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Fast fertig: Am Bendelbachsteg müssen noch die seitlichen Rampen erstellt werden.

Fast fertig: Am Bendelbachsteg müssen noch die seitlichen Rampen erstellt werden.

Bild: PD

Vor 100 Jahren

31. Juli: Toggenburg. Die Maul- und Klauenseuche hat im Bezirk Einzug gehalten. Ist auch der Fall vereinzelt, so muss doch bei der Zunahme der Seuchenfälle im Kanton eine weitere Verschleppung in unserer Talschaft befürchtet werden. Bei einem Viehhändler (er besuchte noch den Lichtensteiger Markt) wurde in der Windelsteig-St.Peterzell (Gemeinde Brunnadern) der gefürchtete Stallfeind bei der Viehhabe festgestellt. Der ganze Viehbestand, 7 Stück Grossvieh, worunter der Genossenschaftsstier, und 30 Schweine musste geschlachtet werden. Wie wir vernehmen, sind, nachdem die Speer-Alpen sowohl von der Toggenburger- als von der Weesener-Seite wegen Seuchenverschleppungsgefahr seit 14 Tagen gesperrt sind, nun noch der Übergang über das Krätzerli und die Churfirstenalpen dem Touristenverkehr verschlossen worden.

4. August. Landwirtschaftliches. Bauernregeln bei Seuchengefahr. Keinen Fremden in den Stall lassen. Vor dem Eintritt Schuhe wechseln oder, wenn barfuss gehend, Füsse waschen. Nicht dringend zu gebrauchende Türen vernageln. Ansammlungen von Bauern meiden. Hofbesuche unterlassen. Alpwanderungen einstellen. Keine Bauernversammlungen abhalten. Nicht den Küher zur Hütte schicken. Um den Stall herum gebrannten Kalk oder Chlorkalk streuen. Velo reinigen. Kein Auto zufahren lassen. Unnötigen Fuhrwerksverkehr einstellen. Fuhrwerke waschen. Metzgereilokale und Häutelager meiden. Keine Frachtgüter in die Nähe des Stalles geben. Vorsicht beim Kauf von Hilfsstoffen. Fliegenplage bekämpfen. Hunde anbinden. Rinder möglichst wenig über Strassen treiben. Allüberall peinliche Ordnung und Reinlichkeit beobachten. Veterinär-polizeiliche Vorschriften innehalten. Ausführung kontrollieren. Nachbarn belehren.

Vor 50 Jahren

31. Juli: Lütisburg. Nachdem Lütisburg mit der neuen Schulhausanlage auch eine Turnhalle hat, lag die Gründung eines Turnvereins nahe. Die Initiative dazu ergriff die Männerriege. Etwa zwei Dutzend junge Männer versammelten sich und hoben den Turnverein Lütisburg aus der Taufe. Zum Präsidenten erkoren sie Jakob Hilpertshauser. Die technische Leitung übernahm Oberturner Franz Brun, Bazenheid. Zu Mitgliedern des Vorstandes wurden gewählt: Martin Lenzlinger, Bruno Lenggenhager, Werner Grob, Werner Näf. Die Leitung der Jugendriege übernimmt Jakob Knöpfel.

3. August: Lichtensteig. Überall im mittleren Toggenburg recken die Baukräne der Bauindustrie ihre Arme in die Luft; denn überall wird gebaut. Auch im Städtchen harren an verschiedenen Baustellen Arbeiten auf Ausführung oder Vollendung. Wandern wir vom Bahnhof zum Städtchen hinauf und wählen als Weg den Fussgängersteig der Eisenbahnbrücke, beachten wir mit Grauen, welche heikle Arbeit am Unterbau der Geleiseanlagen der BT ausgeführt wird oder wir bewundern, wie sicher die Eisenbahnzüge die Stelle befahren. Durch Balkenunterlagen und Seitenstützen wird das Geleise gesichert. In der Steigrüti entstehen neue Wohnblöcke. Neue Wohnungen entstehen auch in der Nähe der Ziegelhüttenstrasse.

5. August: Unterwasser. In Unterwasser ist ein Initiativkomitee für den Bau der Pendelluftseilbahn Iltios-Chäserrugg gegründet worden. Das Projekt sieht eine Pendelbahn mit zwei Kabinen für 80 Personen vor. Die Talstation wird unmittelbar westlich der Bergstation Iltiosbahn gebaut, die Bergstation mit Bergrestaurant auf dem Chäserrugg (2250 m).

Vor 20 Jahren

26. Juli: Ebnat-Kappel. Zwischen der Brandholzbrücke und der Trempelbrücke wurde ein neues Teilstück des Thurweges erstellt. Brückenschlag für jene Wanderer, die auf dem idyllischen Thurweg wandern.

28. Juli: Mosnang. An den Schweizer Nachwuchs-Wettkämpfen in Chur holte sich die 14-jährige Sekundarschülerin Armella Egli aus Bodmen/Dreien die Bronzemedaille über 200 Meter Rücken. Über 100 Meter Rücken erzielte sie im Final den 6. Rang.

31. Juli: Oberhelfenschwil. Seit dem 1. August 1925 verbindet das Postauto Oberhelfenschwil mit Lichtensteig. Während zu Beginn zwei Kurspaare zwischen Lichtensteig und Oberhelfenschwil verkehrten, sind es nun deren neun.

5. August: Wattwil. Drei Fahrer des Wattwiler Velo-Speer-Teams starteten am Bergrennen Morbegno-Passo San Marco. Der Streckenrekord der 26,5 Kilometer langen Distanz lag bei einer Stunde, 18 Minuten und sieben Sekunden. Gleich fünf Fahrer blieben beim diesjährigen Anlass unter der Marke von 1:18 Stunden, zu ihnen zählte auch der Wattwiler Richard Bürge mit 1:17.35. Vom Velo-Speer-Team starteten zudem Norbert Schlumpf (Kategoriensieger bei den Herren) sowie Jörgen Kuhn, der seine Vorjahresbestzeit um ganze sieben Minuten verbessern konnte.

Vor 10 Jahren

2. August: Brunnadern. Die Zelte und Wohnwagen mit angrenzenden Pferdekoppeln strahlen Open-Air-Atmosphäre aus. Doch auf der Oval-Bahn ist auch der sportliche Ehrgeiz der Islandpferde-Reiter zu spüren. Für Spannung an den Islandpferde-Schweizer-Meisterschaften sorgten die Reiterinnen des Reithofs Neckertal. Allen voran Martina Giezendanner und Sara Hochuli. Beide führten in ihren Prüfungen nach der Vorentscheidung das Reiterfeld an. Auch im Final behielten sie die Nerven. Martina Giezendanner erritt sich den Schweizer-Meister-Titel und Sara Hochuli wurde mit Platz zwei Vize-Schweizer-Meisterin. Insgesamt nahmen rund 190 Reiterinnen und Reiter an den Prüfungen den Schweizer Meisterschaften teil. Die Organisation sei im Vergleich zu WM schon fast eine «kleine Sache» gewesen, sagt Reithofbesitzerin Sandra Scherrer. Die WM wirkt auf dem Reithof aber immer noch nach. Zwar werden die Oval- und Passbahn bis Ende Jahr rückgebaut, doch ist die Nachfrage gemäss Roger Scherrer auf dem Reithof Neckertal in allen Bereichen gestiegen. «Inzwischen gehören wir zu den grössten Inslandpferde-Ställen der Schweiz», sagt er.

5. August: Schwägalp. Der Schwägalp-Schwinget ist der «letzte Schliff» vor dem Eidgenössischen in Frauenfeld in zwei Wochen. 60MOS-Schwinger treten gegen 20 Berner und 10 Südwestschweizer Gästeschwinger an.

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