Damals

Altes «Müller-Haus» in Wattwil wird abgebrochen

Aus vergangenen Zeiten: Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

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Das alte Arzthaus «Müller» im Zentrum von Wattwil wird vor 20 Jahren abgerissen.

Das alte Arzthaus «Müller» im Zentrum von Wattwil wird vor 20 Jahren abgerissen.

Bild: PD

Vor 100 Jahren

12. Januar: Vom Säntis. Ueber die zwei Neujahrstage 1921 bestiegen 59 Personen den Säntis. Allerdings muss als ausserordentliche Erscheinung festgehalten werden, dass der Alpstein auch jetzt fast schneefrei ist, so dass die diesjährige Neujahrssäntistour – auch in bezug auf die milde Temperatur – mit einer solchen im Vorsommer verglichen werden kann. Interessant ist ein Vergleich der Witterungsbeobachtungen während des letzten Quartals des Jahres 1920 und der letzten drei Monate des Vorjahres: viertes Quartal 1919: 40 helle und 52 trübe Tage, 48 Tage mit Sonnenschein, d.h. 270 Stunden, 59 Tage mit Schnee und einer Gesamtniederschlagsmenge von 1099,5 Millimeter. Viertes Quartal 1920: 80 helle und 12 trübe Tage, 75 Tage mit Sonnenschein, d.h. 492 Stunden, 10 Tage mit Schnee mit einer Gesamtniederschlagsmenge von 144,8 Millimeter, Schneehöhe am Neujahrstag 1920 325 Zentimeter, am Neujahrtag 1921 15 Zentimeter. Schneegrenze am Neujahrstag 1920 bei 600-800 Meter, am Neujahrstag 1921 bei 2100 Meter.

12. Januar: Wattwil. Als Zeugen der abnormal milden Winterszeit überreichte uns ein sonntäglicher Spaziergänger ein Sträusschen verschiedener Frühlingsblumen, wie Hahnenfuss, Massliebchen, Primeln und stäubende Haselnussblüten, die er auf der Höhe des Kapfs gepflückt hat.

Vor 50 Jahren

8. Januar: Oberes Toggenburg. Luftseilbahn Iltios-Chäserrugg. In der zweiten Hälfte Januar wird das Initiativ-Komitee für eine Luftseilbahn Iltios-Chäserrrugg den Zeichnungsprospekt für die Aktienkapitalbeschaffung herausgeben. Vorgesehen sind Inhaberaktien mit einem Nominalwert von 500 Fr. Das Aktienkapital wird 5 Millionen Franken betragen. Im Bauprogramm (Baubeginn 1971) sind nebst den Bahnanlagen auf Iltios und Chäserrugg auch ein Gipfel-Restaurant mit Aussichtsterrasse und ein modernes Selbstbedienungs-Restaurant enthalten. Die Fremdfinanzierung ist bereits gesichert.

8. Januar: Gähwil. Vollen Erfolg erzielte der neue Skilift Iddaburg, der nur 9 km ab Autobahn Wil, im schönen, nebelfreien Wintersportparadies Gähwil im Toggenburg liegt. Leider schenkte Petrus hier verhältnismässig spät Schnee. Trotzdem konnte die rund Mitte Dezember fertiggestellte Anlage am Silvester erstmals in Betrieb gesetzt werden. Bis Sonntagabend 3. Januar 1971 sind bereits 24’000 Personen reibungslos befördert worden. Das geschulte, gut ausgerüstete Rettungspersonal musste nur einmal ausrücken. Guten Anklang findet allgemein das Nachtskifahren, das täglich von 19 bis 22 Uhr auf den gut beleuchteten und maschinell präparierten Pisten betrieben werden kann.

Vor 20 Jahren

8. Januar: Nesslau. Ramba-Zamba im Hallenbad. Jedes Jahr ein neuer Teilnehmerrekord und ausserdem ein Riesengaudi, das ist die Bilanz, die jeweils nach dem Nachtschwimmen, das seit zehn Jahren stattfindet, gezogen werden kann. Und wie immer durften auch diesmal Sonja und Heinz Baumann auf ihre stillen Helfer zählen. Im letzten Jahr waren es 264 Badegäste gewesen, die an der Plauschnacht teilgenommen hatten. Anhand der Reservierungszahlen freute sich Bademeister Heinz Baumann in diesem Jahr aber bereits vor Mitternacht auf den zu erreichenden, neuen Teilnehmerrekord. Kurz vor 23 Uhr, wurde es auf einen Schlag einige Dezibel lauter. Mit lautem Getöne erschien nämlich eine Guggenmusig aus Ernetschwil, um die Badegäste mit lauten, rhythmischen Klängen zu erfreuen. Die Badenden liessen sich nicht lange bitten, mitzuklatschen und bei einer Polonaise im Wasser mitzumachen. Insgesamt konnten 366 Teilnehmer, und damit mehr als hundert mehr als im Vorjahr, registriert werden.

13. Januar: Wattwil. An der Poststrasse wird das alte «Müller-Haus» abgebrochen. Ende nächster Woche wird vom alten Arzthaus nichts mehr zu sehen sein. Bevor es aber komplett abgerissen wird, gehen Restauratoren und Möbelschreiner auf die Suche nach altem Holz. Die Bestimmungen, wenn man heute ein Haus abbricht, sind sehr streng. Es darf zum Beispiel nichts verbrannt werden auf der Baustelle, das Abbruchmaterial muss sortiert, das Holz schon auf dem Abbruchplatz zerkleinert werden. Bereits der Abbruch eines alten Gebäudes gehört heute zur Baubewilligung. Das «Müller-Haus» hat einen Oberbau, der komplett aus Holz ist. Dieses sei noch in gutem Zustand und könne durchaus weiterverwendet werden, sagte Roland Gschwend von der verantwortlichen Baufirma «Durscher und Gschwend AG» gegenüber dem «Toggenburger». Nun gibt es sehr viele Leute, die altes Holz suchen. Sie verarbeiten es zu Möbeln, rüsten die Bretter für einen Neubau auf oder schneiden sie zu Fournieren.

Vor 10 Jahren

8. Januar: Unterwasser. Vor zwei Jahren haben die Bergbahnen Alt St.Johann und Unterwasser zur Toggenburg Bergbahn AG fusioniert. Nun hat die Toggenburg Bergbahn AG allen Mitarbeitenden eine Aktie als Anerkennung für ihre Leistungen und als Ansporn für die Zukunft überreicht. Dass sämtliche Mitarbeitende Aktionäre sind, ist in dieser Branche selten, wenn nicht sogar einmalig.

10. Januar: Ebnat-Kappel. Die Genossenschaft Alterssiedlung Gill reagiert auf das Bedürfnis nach Alterswohnungen. Sie plant einen Erweiterungsbau mit 18 Wohnungen neben dem bestehenden Gebäude in Ebnat-Kappel. Die Kosten für die Realisierung werden auf rund fünf Millionen Franken geschätzt. 24 Wohnungen bietet die Genossenschaft derzeit an, die Warteliste sei nochmals doppelt so lange, erklärt Arthur Lieberherr.

13. Januar: Neckertal. Der Ferienpass im Neckertal stand vor einer unsicheren Zukunft, weil sich kein OK zusammen mit den Nachbargemeinden im Thurtal zusammenstellen liess. Engagierte Personen aus den drei Neckertaler Gemeinden wollten das Angebot jedoch am Leben erhalten. Sie haben das selbst gesteckte Ziel eines vielseitigen Ferienpasses 2011 erreichen können, den knapp 400 Primarschulkindern ein attraktives Kursangebot in den Frühlingsferien bieten. Zur Auswahl stehen mehr als 90 Ferienpasskurse in Oberhelfenschwil, Neckertal und Hemberg.