Damals
Acht Hemberger bei Thomas Gottschalk

Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

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Das «Wetten, dass...?»-Team aus Hemberg.

Das «Wetten, dass...?»-Team aus Hemberg.

Bild: PD

Vor 100 Jahren

12. Februar: Lichtensteig. Die konservative Volkspartei des Bezirks Neutoggenburg ruft auf kommenden Sonntag eine Versammlung ins «Rössli» in Wattwil ein. Herr Nationalrat Dr. Holenstein wird über das am 20. zur Abstimmung gelangende Sonntagsruhegesetz referieren. Eine Aufklärung über dieses sozial-ethische Gesetz, das eine bessere Sonntagsruhe und -heiligung bezweckt, erscheint dringend nötig. Es ist darum der Versammlung ein guter Besuch zu wünschen, damit die Vorlage am 20. eine erfreuliche Annahme erfährt.

12. Februar: Mosnang. Sonntagnachts gerieten in einer Wirtschaft in Mühlrüti die Gäste in Streit. Dabei schleuderte einer der Streithähne einer Kellnerin eine zerbrochene Flasche an den Kopf! Sich selbst schnitt er in einen Arm, wobei er die Schlagader verletzte.

16. Februar: Wattwil. Zahlreich leuchteten am letzten Sonntag die Freudenfeuer in der klaren Nacht von unsern Höhen ins Tal nieder. Aber auch im Dorf hatte sich die Schuljugend unter der Obhut ihrer Lehrer gesammelt, um in geschlossenen Reihen einen imposanten Lampionszug zu organisieren. Und wirklich, das farbenreiche Wild der über hundert kleinen und grossen Papierlaternen bot dem Zuschauer eine ungewöhnliche überwältigende Augenweide. Nun geht es dem Frühling entgegen!

Vor 50 Jahren

12. Februar: Wattwil. Bald 300 Kantischüler. Ende Januar/Anfang Februar wurden an der Kantonsschule Wattwil die diesjährigen Aufnahmeprüfungen durchgeführt. Aufgrund der Ergebnisse werden 6 neue Klassen gebildet, nämlich je eine 3. Gymnasialklasse, 1. Oberrealklasse, 1. Wirtschaftsgymnasialklasse, 1. Diplomhandelsklasse u. zwei 1. Seminarklassen. Erstmals wird die 1. Seminarklasse doppelt geführt. Diese Tendenz zeichnete sich schon letztes Jahr ab. Damit wird es für die Landmittelschule möglich, einen Beitrag zur Behebung des Primarlehrermangels zu leisten. Im kommenden Schuljahr 1971/72 wird die neue Kantonsschule Wattwil bereits 13 Klassen und ca. 280 Schüler haben.

12. Februar: Bütschwil. Hüt machet mer's Rad, s'isch för's Hallebad! Da schlägt mir doch mein Kollege für heute oder morgen Abend einen Jassabend vor. Hat er denn nichts gelesen von der grossen Fasnachtsveranstaltung in der Turnhalle? Vom verlockenden Maskentrubel! Von der einmaligen Dekoration! «Reserviere Dir einen andern Abend für den Jass», war meine Antwort, «und mach mit!» Man trifft sich doch an beiden Abenden, Freitag und Samstag, im grossen Zirkuszelt im Primarschulhaus. Ich finde es jedenfalls toll, auch wenn darnach im Portemonnaie öde Leere gähnt, so hat man doch mit dem Vergnügen auch noch die Kasse gestopft für ein Hallenbad. Die Vögel zwitschern es vom Baum, dass in vielen Stuben die Nähmaschinen auf Volltouren surren. Nicht für ein Sonntagskleid, nein, fleissige Frauenhände nähen Fasnachtskostüme: Tiger, Affen, Pinguine, Zirkuspferde, was weiss ich alles. Das Barometer für ein buntes Maskentreiben steht auf «Ganz Hoch». Hinein ins Vergnügen! Heute und morgen Abend.

Vor 20 Jahren

14. Februar: Hemberg. Acht Hemberger bei Thomas Gottschalk. Am kommenden Samstag treten acht Zimmerleute aus Hemberg in der Fernsehsendung «Wetten, dass….?» auf. Ende Oktober hat sich Werner Tanner von Bächli nach einer Sendung entschlossen, die Idee eines Wettbeitrages für diese bekannte Fernsehsendung anzumelden. Nach einer provisorischen Zustimmung musste der Initiator acht Zimmerleute zusammensuchen, die sich bereit erklärten, diese Idee allenfalls in der Livesendung umzusetzen. Er fand sie alle in seiner Neckertaler Wohngemeinde Hemberg. Ein Kamerateam des Schweizer Fernsehens machte in Bächli Filmaufnahmen des Wettbeitrages. Nach einer Sitzung der Redaktionskommission von SF DRS, ZDF und ORF kam überraschenderweise Ende Januar ein positiver – für Werner Tanner allerdings ein sehr kurzfristiger – Entscheid zum Mitmachen. Der Wettbewerbsbeitrag unterliegt einem absoluten Stillschweigen gegenüber allen Medien. Das Hemberger Team verrät deshalb gar nichts über seinen Beitrag.

15. Februar: Toggenburg. Im Toggenburg finden Mountainbike-Fahrer ihr Bikerparadies: Vom Thurtal ab Lütisburg talaufwärts und im Neckertal sind Biker-Routen geplant. Die Eröffnung soll noch in diesem Frühsommer erfolgen. Biken liegt im Trend. Mit dem geländegängigen Velo über Kies- und Schotterwege flitzen, bergab- und bergauf durch landschaftlich schöne Gebiete strampeln findet immer mehr Liebhaber. Dieser Entwicklung trägt auch die Regionalplanungsgruppe Toggenburg Rechnung. Auf Anregung aus Mountainbiker-Kreisen, die mit ihrem Anliegen gleich erste Vorschläge für die Routenführung eingereicht hatten, will sie nun erstmals im Toggenburg Biker-Routen realisieren.

Vor 10 Jahren

12. Februar: Wattwil. Dieses Jahr startet der erste Lehrgang zum Solarteur in Wattwil. Energietal Toggenburg und das Berufs- und Weiterbildungszentrum Toggenburg (BWZT) entwickelten dieses Weiterbildungsangebot für Berufsleute im Bereich der Solartechnik. In den boomenden Technologien der erneuerbaren Energien fehlen Fachleute mit spezifischen Kenntnissen. Solarteure (Solar-Installateure) sind die Fachleute für erneuerbare Energien. Handwerker und Absolventen einer technischen Schule erhalten im Solarteur-Lehrgang eine Weiterbildung in Theorie und Praxis.

15. Februar: Ennetbühl. Zum 14. Mal findet Ende Februar in Ennetbühl das Internationale Winter-Motorradtreffen der Motorradfreunde Toggenburg statt. Mitten im Winter ein Platz voll Motorräder und Zelte – ein exotischer Anblick ist am Winter-Motorradtreffen in Ennetbühl garantiert. Seit 14 Jahren wird diese Veranstaltung lückenlos durchgeführt. Das Treffen scheint international immer bekannter zu werden. Waren doch im letzten Jahr Biker aus fünf Nationen angereist. Die weitesten Anfahrten verzeichneten die «Sietekaristen aus Brugge», Belgien, mit 850 Kilometern Anfahrt und die «Clown of the Road» aus Nordfrankreich mit ebenfalls 850 gefahrenen Kilometern. Weitere Biker kamen aus München, Stuttgart und aus der Nähe von Innsbruck.