Coronabedingt abgesagte Stierenschauen sorgten für Grossaufmarsch in Wattwil

An der 16. regionalen Stierenschau in der Markthalle in Wattwil wurden 101 Tiere aufgeführt. Die Veranstaltung konnte trotz der Pandemie durchgeführt werden - allerdings unter Schutzauflagen.

Fränzi Göggel
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Statt in der Halle wurden die Bewertungen im Ring draussen durchgeführt.

Statt in der Halle wurden die Bewertungen im Ring draussen durchgeführt.

Fränzi Göggel

Die Absagen der Stierenschauen wegen der Coronapandemie in Zug und in Appenzell bewirkten, dass am Donnerstag, dem 17. September, in Wattwil mehr Stiere als in den vorangegangene Jahren zur Bewertung aufgefahren wurden. «Wir haben 25 Stiere mehr als letztes Jahr, alle von Landwirten aus anderen Kantonen», erzählt Ernst Schläpfer, Hallenchef der Toggenburger Markthalle in Wattwil.

Bewertung der Tiere im Freien

Um den Anlass während der Coronapandemie überhaupt durchzuführen, musste das Organisationskomitee extra für diesen Tag ein Schutzkonzept erarbeiten. So fand das Punktieren der Stiere nicht wie üblich in der Halle, sondern draussen statt.

Die Markthalle mit der Festwirtschaft war in zwei Sektoren aufgeteilt und mit verschiedenen Farben gekennzeichnet. Zudem wurden die Kontaktdaten der anwesenden Gäste aufgenommen und Desinfektionsmittel stand bereit.

«Wir freuen uns, dass wir die Stierenschau überhaupt durchführen können. Wie die Leute die Abstandsregeln einhalten und ob jemand eine Schutzmaske tragen will, überlassen wir jedem Gast selber. Wir appellieren an deren Eigenverantwortung», betont Ernst Schläpfer.

10 Bilder

Bilder: Fränzi Göggel

Fachlich kompetent wurden die Tiere von den drei Experten Röbi Bodenmann aus Gais, Stefan Hodel, Ressortleiter Tierbeurteilung bei Braunvieh Schweiz, und Walter Rhyner aus Hoffeld bewertet und gleichzeitig kommentiert.

OK-Präsident Johannes Näf führte durch den Anlass. Es war ihm anzumerken, dass sein Herz für die Stierenschau schlägt, sagte er und doppelte nach:

«Wir geniessen das, was wir hier erleben können.»

Gleichzeitig verdankte Näf die Arbeit des Organisationskomitees und teilte mit, dass dessen Mitglied, Hans Brunner, nach achtjährigem Engagement altershalber zurücktritt.

Von Tizian bis Elbo: Die Kategoriensieger

Nach der Ziehung der Lose, an der gleich zweimal der Losverkäufer abräumte, fand die Prämierung der Stiere statt. Alle Abteilungssieger bekamen eine Auszeichnung. Tizian von Ueli Achermann aus Lütisburg entschied die Wahl zum Mister Genetik OB (Original Braune) für sich. Mister Genetik BS (Brown Swiss) wurde Bello von Walter Hinterberger aus Ennetbühl. In der Kategorie OB Jüngere machte Walter Rhyners Elbo das Rennen. Einar von Martin Schrepfer aus Wald ZH siegte in der Kategorie OB Ältere. Die BS-Stiere wurden in drei Kategorien aufgeteilt.

Dementsprechend voll war der Ring vor der Markthalle. Stier Migg von Hanspeter Rotach aus Waldstatt gefiel den Experten in der Kategorie BS Jüngere am besten. Cadence von Wendelin Eugster aus Urnäsch siegte in der Kategorie Mittlere und Walker, von Martin und Daniel Kägi aus Wald ZH gewann die Kategorie Ältere.

In der Regel hat der Landwirt keinen Vergleich

«Die Qualität der Stiere fällt einem zu Hause meist nicht auf. In der Regel hat man ja nur einen Stier im Stall und hat keinen Vergleich», rühmt der Experte Röbi Bodenmann die Ausgeglichenheit der in Wattwil aufgefahrenen Stiere.

Rangliste der Stierenschau

Stierenschau Wattwil, Auffuhr
101 Tiere
Elbo (Rubin): Mister OB jüngere, Besitzer Walter Rhyner, Ricken
Einar (Valido): Mister OB ältere, Besitzer Martin Schrepfer, Wald ZH
Tizian (Lordan): Mister Genetik OB, Besitzer Ueli Achermann, Lütisburg
Bello (Bender): Mister Genetik BS, Besitzer Walter Hinterberger, Ennetbühl
Migg (Hansi): Mister BS jüngere, Besitzer Hanspeter Rotach, Waldstatt
Benito (Cadence): Mister BS mittlere, Besitzer Wendelin Eugster, Urnäsch
Walker (Salomon): Mister BS ältere, Besitzer Martin und Daniel Kägi, Wald ZH.

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