Coronafälle auch in den Spitälern Wil und Wattwil

Im Kanton St.Gallen werden Coronapatienten in allen Spitälern hospitalisiert. Andere Kantone handhaben dies anders.

Fabio Giger
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Auch im Spital Wattwil werden Coronapatienten hospitalisiert.

Auch im Spital Wattwil werden Coronapatienten hospitalisiert.

Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

«Wir haben den Höhepunkt der Epidemie noch nicht erreicht», erklärte Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) gestern vor den Medien in Bern. Schweizweit zählt das BAG täglich ungefähr 1000 Neuerkrankungen. Im Kanton St.Gallen ist die Zahl bestätigter Coronafälle vergleichsweise tief.

Kein Grund, sich in Sicherheit zu wiegen: Mittlerweile hat das Virus auch Personen im Toggenburg und Fürstenland heimgesucht. Von insgesamt 455 bestätigten Coronafällen im Kanton sind 53 hospitalisiert, 11 davon in den Häusern der Spitalregion Fürstenland Toggenburg (SRFT). Auch in den Spitälern Wil und Wattwil sind Coronapatienten untergebracht.

Keine Aufgabenteilung mit Kantonsspital

Ausgelastet sind die Krankenhäuser noch nicht: «Weil auf alle nicht medizinisch dringlichen Operationen, Behandlungen und Therapien verzichtet wird, konnten wir Ressourcen frei machen. Diese sind nun frei für einen Patientenanstieg», erklärt SRFT Mediensprecherin Barbara Anderegg.

Die Regionalspitäler ohne Beatmungsplätze könnten das Kantonsspital St.Gallen bei Bedarf entlasten, indem sie Patienten ohne Beatmungsindikation behandeln oder nach einem Aufenthalt auf der Intensivstation weiter betreuen.

Kanton Aargau fährt eine andere Strategie

Im Kanton St.Gallen werden Coronapatienten in allen Spitälern versorgt. Anders handhabt dies beispielsweise der Kanton Aargau. Dort werden sämtliche Coronapatienten, die sich in kritischem Zustand befinden, im Kantonsspital Aarau hospitalisiert.

Wie das «Zofinger Tagblatt» berichtet, sollen Regionalspitäler hingegen «Corona-frei» bleiben. Sie halten den restlichen Spitalbetreib aufrecht und entlasten in der Not das Kantonsspital.

Soldaten und Zivilschützer sind im Einsatz

In den Spitälern Wil und Wattwil wurden Stationen mittlerweile aufgeteilt und Arbeitswege innerhalb der Häuser neu definiert. Covid-negative Pateienten dürfen unter keinen Umständen mit Covid-Positiven in Kontakt kommen. Seit Mitte März gilt ein striktes Besuchsverbot und vor den Spital-Eingängen wurden Triage-Zelte errichtet .

Jeder Patient durchläuft dort vor seinem Spitaleintritt eine Voruntersuchung, wo die Körpertemperatur und die Sauerstoffkonzentration im Blut gemessen wird.Um das Pflegepersonal zu unterstützen wurden diese Woche zehn Soldaten für einen Einsatz in der Pflege am Standort Wattwil eingearbeitet Mitglieder des Zivilschutzes für die Patientenlenkung an beiden Standorten geschult.

Der Personalaufbau lässt erahnen, dass auch die SRFT damit rechnet, was Daniel Koch vom BAG befürchtet: Der Pandemie-Höhepunkt steht noch aus. Aber es gibt auch gute Nachrichten: Mittlerweile konnten kantonsweit schon 49 Personen das Spital genesen verlassen.