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Doktorspiele mit Mörgeli in Lichtensteig

Dr. med. Fabian Unteregger gab im «Chössi» Einblicke in sein komisches Arztleben.
Michael Hug
Fabian Unteregger gastierte mit seinem Programm «Doktorspiele» in Lichtensteig. (Bild: Michael Hug)

Fabian Unteregger gastierte mit seinem Programm «Doktorspiele» in Lichtensteig. (Bild: Michael Hug)

Von seinen Komikerkollegen, den Büssers, Elseners, Zuccolinis oder Spences, unterscheidet ihn eigentlich nicht viel. Sie stehen da und machen Spässe, das Publikum lobt’s mit Klatschen. Im Metier Stand-up-Comedy bewegt sich auch Fabian Unteregger seit einigen Jahren, dank freundlicher Mithilfe von Radio und Fernsehen auch recht erfolgreich. Wo er hinkommt, füllen sich die Säle. Erstaunlich, scheint der Hunger nach flachen Witzen und platten Erkenntnissen ungebrochen.

«Chössi »nicht ganz gefüllt

Nur das Chössi-Theater vermochte Dr. Fabian Unteregger am Samstagabend nicht ganz zu füllen. Gut 100 Menschen wollten den Komikerdoktor – oder Doktorkomiker – sehen. Das könnte an den herrschenden Ferien, dem Wetter, der Konkurrenz von Berufskollegen (Divertimento) im SRF, an den erhöhten Eintrittspreisen oder am nachlassenden Interesse an der Comedy gelegen haben. Oder daran, dass der Zürcher sein Programm «Doktorspiele» nun doch bereits einige Jahre spielt und gar mancher und manche es schon kennt.

Er beherrscht das gescheite Daherreden

Das gescheite Daherreden nicht zu beherrschen, kann man dem promovierten Mediziner und diplomierten Lebensmittelwissenschafter nicht vorwerfen. Seine Vorträge setzen auch beim Publikum ein bestimmtes Grundwissen voraus und das nicht nur aus dem medizinischen Bereich.

Über die Bedeutung der Begriffe «Lichtenstein» oder «Christoph» muss man sich schon im Klaren sein, ansonsten man ob des Nachdenkens darüber, ob Lichtensteig oder Lichtenstein eine Steueroase sei, oder was oder welchen «Christoph» er jetzt wohl gemeint hat, den Rest der Pointe verpasst.

Anmerkungen zum Zeitgeschehen

Hier sollte der geneigte Zuhörer unbedingt mit ausreichend aktuellen Informationen unterlegt sein, ansonsten er oder sie den Witz nicht versteht. Doch wenn das der Fall ist, lassen sich Fabian Untereggers Gedankensprünge recht flüssig internalisieren.

Allerdings dürfte man von einem Mediziner erwarten, dass er die Spitäler Flawil und Wattwil auseinanderhalten kann. Der gescheite Mann, der von sich gibt, dass er seine Studien mit dem Telefonverkauf von Sonntagszeitungen finanziert hat, gibt viele Pointen von sich. Darunter auch etliche Anmerkungen zum aktuellen oder längst vergangenen Zeitgeschehen.

Zum Beispiel Katar: «Wer geht denn schon zu einer Krankheit in die Ferien?» Oder wenn er die ehemaligen und aktuellen Nationalräte Mörgeli und Köppel Arzt spielen lässt.

«Idiopathisch» bedeutet «keine Ahnung»

Dr. Unteregger illustriert und parodiert Fachbegriffe aus der Medizin mit recht deutlichen Bildern und Figuren. Manchmal aber scheinen diese Figuren doch recht verstaubt. Bauchredner Kliby zum Beispiel oder der gewesene Fifa-Präsident oder gewesene Bundesräte.

Immerhin beweist Unteregger, dass das Bauchreden ein Fake ist, was er mit seiner elefantösen «Caroline» eindrücklich demonstriert. Wiederum aber in Frage stellt, denn «bei Johann Schneider konnte es nicht aus dem Kopf kommen», also Bauch.

Des Herrn Doktors Programm heisst «Doktorspiele». Darunter versteht der Arzt, der nicht praktiziert, sondern sein Geld mit ehrlicher Comedy statt kreativen Abrechnungen verdient, das Spielen mit Klischees, mit Begriffen, mit Beispielen und Exempeln aus seiner Lehrzeit.

Darunter auch mit Krankheitsbildern, die hier nicht näher erläutert werden sollten, da sie sich unterhalb der «Herpes Zoster» (Gürtelrose) abzeichnen, oder sich mit «Skrotumekzemen» befassen. Lieber sich nichts darunter vorstellen, wenn man in der anstehenden Nacht gut schlafen möchte, lautet die Losung an das Publikum.

Doch ein Begriff zieht sich durch das ganze Programm des Zürchers: «idiopathisch». «Der Begriff wird immer dann verwendet, wenn man keine Ahnung hat, und das sagt er auch aus: keine Ahnung», sagt Dr. Unteregger.

Doch offenbar gibt der Alltag in seinem Metier nicht allzu viel her – oder er darf nicht mehr darüber sagen – , wechselt der 41-Jährige doch immer wieder in zwei ganz andere Branchen – Show und Politik. Wobei, wo ist hier der Unterschied?

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