Cineastische Einblicke in andere Lebensweisen im Filmforum Wil

Am Sonntag startete das Filmforum Wil in die 22. Saison. Das Thema lautet «Goldene Palme, Leopard & Co.»

Adrian Zeller
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Die Filmautoren Tobias Ineichen und Andy Bänziger stellten zu den Fragen des Filmforumspräsidenten Urban Staubli (von links) ihre beiden Werke vor.

Die Filmautoren Tobias Ineichen und Andy Bänziger stellten zu den Fragen des Filmforumspräsidenten Urban Staubli (von links) ihre beiden Werke vor.

(Bild: Adrian Zeller)

«Mittlerweile werden im Kino in Wil Reprisen sowie Studio- und Wunschfilme gezeigt», erzählt Urban Staubli, Präsident des Filmforums Wil. Vor 22 Jahren, bei der Gründung des Forums, war die Situation eine andere, es liefen hauptsächlich Kassenschlager. Dies brachte damals eine lose Gruppierung um den Wiler Pädagogen Roman Appius dazu, jeden Winter ein ergänzendes Programm mit ausgewählten Filmen zu präsentieren.

Früher wurden in den ehemaligen Kinos Apollo und Scala am späten Samstagnachmittag Studiofilme gezeigt. Als diese beiden Kinos verschwanden und an ihrer Stelle das neue Lichtspieltheater im Stadtsaal eröffnet wurde, fehlten in Wil Filme ausserhalb des Massengeschmacks. So wurde jeden Winter vom Forum eine Palette von Produktionen mit unterschiedlichsten Themen wie etwa Humor, Vive la France sowie starke Frauen und Grossbritannien präsentiert.

Auftakt mit Kurzfilmen vom Festival in Solothurn

In der aktuellen Saison lautet das Thema «Goldene Palme, Leopard & Co.», das Filme von den entsprechenden Festivals auf die Leinwand in Wil bringt. Am Sonntag bildeten drei Kurzstreifen vom Filmfestival Solothurn den Auftakt.

Das Programm wird alljährlich vom fünfköpfigen Vorstand zusammengestellt. «Jede Person bringt ihre Vorschläge zum Oberthema ein», erklärt Staubli. Anschliessend wird ein Rating vorgenommen.

Die Hinweise auf die wenig bekannten, aber cineastisch wertvollen Produktionen stammen aus Festivalbesuchen von Vorstandsmitgliedern, aus den Angebotsverzeichnissen von spezialisierten Filmverleihern sowie über die Ergebnisse von Suchmaschinen. Die cineastischen Trouvaillen gewähren Einblicke in andere Kulturen und erzählen Geschichten von Menschen mit besonderen Lebensumständen und Schicksalen.

Vereinsgründung vereinfachte Büroarbeit

Auch wenn mittlerweile das reguläre Filmangebot in Wil breit und vielfältig geworden ist, erachten die Vorstandsmitglieder des Forums ihr nicht-kommerzielles Zusatzprogramm als immer noch erforderlich.

«Wir haben vor zwei Jahren die Frage diskutiert, ob es uns überhaupt noch braucht. Dann haben wir uns zum Weitermachen entschlossen; ganz einfach auch deshalb, weil es uns Spass macht.»

Das berichtet Urban Staubli. Seit diesem Jahr ist das Filmforum Wil ein ordentlicher Verein, zuvor war es lediglich eine lose Gemeinschaft, erklärt Staubli, der den Vorsitz von Roman Appius im vergangenen Jahr übernommen hat.

Die Vereinsgründung erfolgte vor allem aus praktischen Gründen, da so die administrativen Abläufe vereinfacht werden. In Bezug auf die Covid-19-Schutzmassnahmen werde man sich während der Saison 2020/2021 an die Vorgaben des Kinos halten, so Staubli.