Cédric Noger vom Skiclub Speer Ebnat-Kappel zeigt eine Traumsaison

Der Wiler Riesenslalomfahrer blickt auf seinen erfolgreichsten Ski-Winter zurück. Dem 26-Jährigen gelang der Sprung vom Europacup-Fahrer in die Weltcup-Spitze.

Patric Schäfler
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Cédric Noger beim Riesenslalom der Herren an der Alpinen Ski-Schweizer-Meisterschaft vom Sonntag, 24. März, auf dem Hoch-Ybrig. (Bild: Urs Flueeler, Keystone)

Cédric Noger beim Riesenslalom der Herren an der Alpinen Ski-Schweizer-Meisterschaft vom Sonntag, 24. März, auf dem Hoch-Ybrig. (Bild: Urs Flueeler, Keystone)

Vor knapp zwei Wochen krönte Cédric Noger seine starke Saison. Im Hoch-Ybrig wurde der Wiler Schweizer Meister im Riesenslalom. «Diese Saison ist für mich sensationell gelaufen», sagt der Skirennfahrer, der im Skiclub Speer Ebnat-Kappel beheimatet ist und früher in der Trainingsgemeinschaft Wolzen erste Rennen fuhr, überglücklich. Es hat sogar international für Aufsehen gesorgt, dass ein 26-Jähriger scheinbar aus dem Nichts auf einen Weltcup-Spitzenplatz fährt. Im März gelang das Noger mit seinem vierten Platz beim prestigeträchtigen Rennen im slowenischen Kranjska Gora.

Dieser Exploit erstaunte, denn der Riesenslalom-Spezialist war bis in der vergangenen Saison sogar im Europacup nur selten unter den 30 besten Athleten klassiert. Der Spätzünder sagt:

«Ich habe die richtigen Schlüsse gezogen. Das Material passt nun perfekt. Zudem bin ich dank Mentaltraining nicht mehr so verkrampft im Rennen.»

In der Vergangenheit hatte er auch Hüftprobleme, die einen sauberen Linksschwung verunmöglichten. Es war viel Physiotherapie notwendig, um diese Beeinträchtigung in den Griff zu bekommen. Neben dem unbändigen Willen Nogers ist auch sein Privattrainer Dietmar Thöni, ehemaliger Weltcup-Fahrer, ein wichtiger Baustein des Erfolgs.

Seinen Kritikern hat er es gezeigt

Noger war durch seinen vierten Platz in Kranjska Gora für das Weltcup-Finale qualifiziert. In Andorra gelang ihm mit Platz zwölf die Bestätigung. Als er 2014 gar aus dem C-Kader von Swiss Ski gestrichen wurde, setzten nicht mehr viele auf ihn. Doch durch grossen Ehrgeiz kam er mit Verspätung an der Weltspitze an. «Einige Weltcup-Fahrer fragten sich, wie das möglich sei, dass ich plötzlich vorne mit dabei bin. Der Österreicher Manuel Feller flachste sogar, ich hätte sicher ein Tor ausgelassen», sagt der Sohn des Wiler Stadtparlamentariers Luc Kauf mit einem Lächeln.

Auch sonst habe sich sein Leben verändert. Er werde häufig auf seine Skierfolge angesprochen. Es gab aber auch Leute, die sich über ihn lustig gemacht hätten, als er jahrelang im Niemandsland der FIS-Rennen herumdümpelte. «Die gleichen Personen klopfen mir nun auf die Schultern. Mir wäre so ein Verhalten peinlich», so der Shooting-Star mit einem Augenzwinkern.

Keine Eintagsfliege

Im Dezember 2018 gewann Noger im italienischen Andalo Paganella sein erstes Europacup-Rennen. Danach folgte sein Debüt im Weltcup. Seither fuhr Noger in sechs Rennen viermal in die Punkteränge. 96 Weltcup-Punkte zeugen von Konstanz. Bereits laufen die Vorbereitungen für die nächste Saison. Zwei Wochen wurden Skis getestet, nun geht es in den wohl verdienten Strandurlaub. Danach soll das Sommertraining dafür sorgen, dass es im kommenden Winter ähnlich erfolgreich weitergeht. Die Kampfansage des Newcomers ist deutlich:

«Ich will zeigen, dass ich keine Eintagsfliege bin.»

Das erste Weltcup-Rennen der neuen Saison findet in Sölden statt. Für Cédric Noger ist das praktisch ein Heimspiel, denn seine österreichische Freundin wohnt nur ein paar Autominuten von der Rennstrecke entfernt.

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