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Cavalli flieht vor dem Regen – Lesung beim Baumwipfelpfad mit eindrücklicher Gewitterkulisse

Die Neckertaler Bibliotheken luden auf den Baumwipfelpfad. Doch das Gewitter trieb Autorin Petra Ivanov, das Publikum und Ermittler Bruno Cavalli ins Bistro.
Michael Hug
Petra Ivanov las in Mogelsberg, im Hintergrund die Harfenistin Mirjam Bollhalder. (Bild: Michael Hug)

Petra Ivanov las in Mogelsberg, im Hintergrund die Harfenistin Mirjam Bollhalder. (Bild: Michael Hug)

Petrus mag keine Krimis. Von Mord und Totschlag, Kugeln in Schädeln, vergifteten Pfeilen und antiken Revolvern auf ihrer Reise durch die Geschichte will der Wettermacher nichts hören. Er liess es darum am Dienstagabend exakt zu jener Zeit, als die Lesung mit Krimiautorin Petra Ivanov auf dem Baumwipfelpfad hätte starten können, zünftig gewittern.

Er schickte ausserdem Blitz und Donner hinterher, damit auch gar niemand auf die Idee kommen könnte, der Lesung aus Ivanovs aktueller Mord- und Totschlaggeschichte «Alte Feinde» in der Pellerine zu verfolgen. Doch Petrus wurde ein Schnippchen geschlagen.

Schnell reagiert und ins Bistro verlegt

Das OK um die Teams der drei Bibliotheken Mogelsberg, Brunnadern und Hemberg reagierte schnell. Es holte die Stühle vom Baumwipfelpfad und stellte sie im Vorraum des Bistros auf, nahe am Kaminfeuer. Rund 25 Krimifans hatten sich vom starken Regen, der genau zu jenem Zeitpunkt einsetzte, als man die Häuser verliess – was eben einige auch davon abhielt, dies zu tun – nicht abhalten lassen. Sie sassen nun da und horchten aufmerksam der spannenden Kriminal-Story der Zürcher Autorin zu.

Die wiederum las drei Episoden aus «Alte Feinde» und Mirjam Bollhalder spielte intermittierend auf der Harfe, wobei sich das eben Gehörte beim Publikum setzen liess.

Ein alter Revolver spielt mit

Ein 150 Jahre alter Revolver spielt im neuen Krimi Ivanovs eine wichtige Rolle. «Mit ihm lässt sich ein Teil der Geschichte der USA, der Schweiz und so nebenher auch die Arbeit der Ermittler bei den Verbrechen erzählen», sagte Ivanov.

Dass die Schweiz hierbei eine Rolle spielt – nicht nur durch die beiden Zürcher Polizisten Regina Flint und Bruno Cavalli – sei ein Zufall gewesen, verrät Ivanov: «Auf meinen Recherchen für diesen Krimi traf ich in den USA auf ein Denkmal des Schweizers Heinrich Wirz. Das machte mich neugierig und als ich mich mit der Geschichte dieses Mannes beschäftigte, beschloss ich, ihn in den Krimi einzubauen.» So also erfährt der Krimilesende nebenher auch etwas über den 1823 in Zürich geborenen Auswanderer und Hochstapler, der im amerikanischen Bürgerkrieg für die Konföderierten kämpfte und 1865 zum Tode verurteilt wurde.

Geräuschvolle Kulisse mit Sonnenuntergang

So hochspannend die Episoden aus Ivanovs neuestem Werk und ihre Erklärungen dazu waren, so geräuschvoll war auch die Kulisse während der Lesung. Zwei Stunden lang trommelte der Regen auf das Dach des Gebäudes und nach und nach verschwanden leise Zuhörende, weil sie von der Feuerwehr oder ihren Angehörigen ins Neckertal gerufen wurden. Dort drohte der Necker über die Ufer zu treten, die Feuerwehr stand bereits im Einsatz.

Doch die, die bleiben konnten, erlebten eine aussergewöhnliche Premiere – eine improvisierte Lesung am Kaminfeuer und mit Wetterkulisse, wobei sich der von Petra Ivanov erhoffte Sonnenuntergang dann doch noch einstellte. Hoch über den Bäumen den Krimi und eben diesen Sonnenuntergang erleben zu können wäre natürlich noch einmaliger gewesen.

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