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Campus Wattwil: Keine Ablehnung «ennet em Ricke»

Der Verein Campus Wattwil verteilt im Gebiet der Gegner Flyer und Snacks, um für ein Ja zu werben. Ablehnung schlägt ihnen dabei nicht entgegen.
Ruben Schönenberger
Der Verein Campus Wattwil verteilt Studentenfutter am Bahnhof Rapperswil, um für ein Ja zur Campus-Abstimmung zu werden. (Bild: Ruben Schönenberger)

Der Verein Campus Wattwil verteilt Studentenfutter am Bahnhof Rapperswil, um für ein Ja zur Campus-Abstimmung zu werden. (Bild: Ruben Schönenberger)

Kurz vor sieben Uhr am Bahnhof Rapperswil. Der Menschenstrom schwillt an. Rund um die volle Stunde fahren Züge in alle Richtungen. Pendlerinnen und Pendler eilen auf Züge oder in die Rapperswiler Geschäfte und Büros. Alle hören sie an diesem Morgen «Dörf i ihne äs Tutti Frutti uf dä Weg mitgeh?» Mit dem Studentenfutter wirbt der Verein Campus Wattwil für ein Ja zu ebendiesem.

Studentenfutter für die Pendlerinnen und Pendler am Bahnhof Rapperswil. (Bild: Ruben Schönenberger)

Studentenfutter für die Pendlerinnen und Pendler am Bahnhof Rapperswil. (Bild: Ruben Schönenberger)

Der Verein wagt sich damit gewissermassen hinter feindliche Linien. Nirgends stiess das vom Kanton geplante Projekt auf so viel Ablehnung wie im Linthgebiet. Der darin enthaltene Neubau der Kantonsschule am Standort Wattwil war und ist für einige Politikerinnen und Politiker aus Rapperswil und Umgebung ein Fehlentscheid. Die Kanti gehöre auf ihre Seite des Rickens, weil der Grossteil der Schülerinnen und Schüler von hier komme.

Diese dürften grösstenteils gerade mit dem Voralpen-Express um 7.03 Uhr nach Wattwil gefahren sein. Nach dessen Abfahrt nimmt das Fussgängeraufkommen deutlich ab.

Bäckerei hat den Weg über den Ricken gemacht

Den umgekehrten Weg hat eine Toggenburger Bäckerei gemacht, die nun am Rapperswiler Bahnhof von der Masse an Pendlerinnen und Pendlern profitieren will. Für Zopf mit Toggenburger Bergbutter oder einen Toggenburger Kebab wirbt das Unternehmen und lässt die vier Verteiler des Campus-Unterstützervereins fast so etwas wie ein Heimspiel austragen.

Es zeigt sich aber sowieso: Im Alltag scheint der Konflikt zwischen Linthgebiet und Toggenburg nicht zu existieren. Oder zumindest nicht zu polarisieren. Von Ablehnung ist an diesem Montagmorgen am Bahnhof Rapperswil, der eigentlichen Hauptstadt des Linthgebiets, nichts zu spüren. Viele Pendlerinnen und Pendler nehmen den Gratis-Snack von der anderen Seite des Rickens relativ teilnahmslos entgegen.

Unübersehbar stehen die Verteiler des Vereins Campus Wattwil am Rapperswiler Bahnhof. (Bild: Ruben Schönenberger)

Unübersehbar stehen die Verteiler des Vereins Campus Wattwil am Rapperswiler Bahnhof. (Bild: Ruben Schönenberger)

Einige machen zwar einen Bogen um die Verteiler in ihren gelben Leuchtwesten, aber sie scheinen eher davon auszugehen, dass man ihnen etwas aufschwatzen will. Andere ermutigen die Verteiler sogar. «Viel Glück» wünscht beispielsweise eine Reisende. Ein anderer bedauert, dass er leider nicht abstimmen könne, er wohne nicht im Kanton.

Die Stimmung ändert sich auch nicht, als zur halben Stunde eine weitere S-Bahn-Welle für viel Betrieb sorgt. Und auch nicht, als eine halbe Stunde später die letzten der rund 600 Packungen Studentenfutter verteilt werden und mit den Pendlerinnen und Pendlern auf die Reise gehen. Auf welche Seite des Rickens auch immer.

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