Nein zur neuen Linienführung, im Zeichen der Sicherheit

Während einer Woche fuhr der Bus der BLWE probeweise durch die Rosenbüelstrasse und bediente eine Haltestelle in der Ackerebni. Anwohner wehren sich gegen diese Linienführung, sie sei zu gefährlich.

Sabine Schmid
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Die Rosenbüelstrasse ist eng, so dass Autofahrer beim Kreuzen mit dem Bus auf das Trottoir ausgewichen sind. (Bild: PD)

Die Rosenbüelstrasse ist eng, so dass Autofahrer beim Kreuzen mit dem Bus auf das Trottoir ausgewichen sind. (Bild: PD)

Für die einen ist ein Wunsch in Erfüllung gegangen, die anderen haben jede halbe Stunde ein Stossgebet in den Himmel hinaufgeschickt. Während einer Woche führte der Busbetrieb Lichtensteig-Wattwil-Ebnat-Kappel (BLWE) den Bus probehalber durch die Rosenbüelstrasse und bediente die Haltestelle Acker­ebni (so genannte Ebnater-Schlaufe). Würde die Busroute so geändert, könnte das Gebiet Ackerebni/Churfirstenstrasse mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen werden. Aus Sicherheitsgründen wurde in der Sonnegg-Kurve ein Lichtsignal aufgestellt. Denn der Bus brauchte jeweils die volle Strassenbreite, so dass ein gefahrloses Kreuzen dort nicht möglich war.

«Es gab einige brenzlige Situationen»

Nach dem einwöchigen Probebetrieb ist für einige Anwohner der Rosenbüelstrasse klar: Ein Busbetrieb ist dort nicht möglich. Sie haben sich daher entschlossen, eine Petition mit dem Namen «Nein zur neuen BLWE-Linienführung in Ebnat-Kappel (Ebnater-Schlaufe)» zu lancieren und an den Gemeinderat zu senden. «Ich habe einige brenzlige Situationen gesehen», berichtet Matthias Diener, der sich schon vor zehn Jahren gegen die Idee einer Buslinie durch diese Quartier­strasse gewehrt hat. «Wenn der Bus gekommen ist, sind viele Autofahrer einfach auf das Trottoir ausgewichen. Denn einen Randstein im klassischen Sinne gibt es bei unserer Strasse nicht.» Der dreifache Familienvater Matthias Diener mag gar nicht daran denken, was da passieren könnte. «Denn die Rosenbüelstrasse ist für viele Kinder, vom Kindergarten bis zur Oberstufe, der Schulweg.» Die schwächsten Verkehrsteilnehmer, die Fussgänger, seien erheblich im Nachteil. Dieners Nachbarin Conny Bösch hat eine weitere gefährliche Situation beobachtet. «Auf der Strassenseite mit der provisorischen Haltestelle Ackerebni ist kein Trottoir vorhanden. Das bringt mit sich, dass einige Passagiere vor dem Bus über die Strasse eilen.» Für sie ist klar, auf einer Strasse, die nicht beidseitig ein Trottoir hat, sollte kein Busbetrieb dauerhaft eingerichtet werden. Matthias Diener fügt an, dass die Breite der Strasse schon heute nicht den Normen des Verbands für Strassen- und Verkehrsfachleute entspreche.

Als weiteres Hindernis für die neue Busstrecke wirft Christian Bösch, der Ehemann von Conny, den Unterflurbehälter ein. «Wer dort seinen Abfallsack einwirft, blockiert für kurze Zeit ebenfalls die Quartierstrasse.» Der Schneefall habe zudem gezeigt, dass die Mahden die Strasse weiter verengen. «Und wenn die Fahrbahn schneebedeckt ist, sehe ich weitere Probleme für den Busverkehr», sagt Christian Bösch weiter. Zudem bestehen Sicherheitsrisiken bei der Einmündung der Badistrasse in die Sonneggstrasse und bei der Kreuzung beim Schulhaus Wier, die beide unübersichtlich sind und Rechtsvortritt haben.

Die Anwohner, die sich gemeinsam in einem Leserbrief und mit einer Petition gegen die «Ebnater-Schlaufe» wehren, betonen, dass sie nicht grundsätzlich gegen den öffentlichen Verkehr seien. Es sei ihrer Meinung nach aber nicht nötig, dass jedes einzelne Haus von einer Buslinie bedient werde. «Innerhalb von fünf Gehminuten erreichen wir die Haltestellen beim Kauf, in der Mühlau und beim Bahnhof», sagt Sandra Diener. Sie findet deshalb, dass andere Quartiere eher mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen werden müssten als die Ackerebni.

Auswertung noch abwarten

Welche Resultate der Busbetrieb BLWE aus dem einwöchigen Testbetrieb ziehen wird, ist gemäss Geschäftsführer Heinrich Güttinger noch unklar. Es sei aber gut gewesen, die Reaktionen der Buspassagiere zu erfahren. «Betrieblich hat der Versuch geklappt und wir konnten den Fahrplan einhalten», sagt er. Bezüglich der Frequenzen und den Vor- und Nachteilen könne er aber noch nichts sagen. Der BLWE werde die Erkenntnisse aus dem Probebetrieb mit der Gemeinde Ebnat-Kappel besprechen, und, falls diese die Ebnater-Schlaufe wünsche, ein entsprechendes Gesuch beim Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons St. Gallen stellen. Heinrich Güttinger betont aber, dass der Entscheid gemeinsam mit der Gemeinde, dem BLWE und dem Amt für öffentlichen Verkehr gefällt wird. Im besten Fall würde die neue Buslinie ab dem kommenden Dezember ihren Betrieb aufnehmen.

Bis Ende Mai können Einwohner von Ebnat-Kappel die Petition «Nein zur neuen BLWE-Linienführung in Ebnat-Kappel (Ebnater-Schlaufe)» an den Gemeinderat unterzeichnen. Unterschriftenbogen können bei Sandra und Matthias Diener, Rosenbüelstrasse 24 in Ebnat-Kappel oder per E-Mail bei ebnater_schlaufe@gmx.ch bezogen werden.