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Toggenburger Präzision für Weltmeisterschaft der Schützen

Sportgewehr-Hersteller Heinrich Bleiker rüstet die weltbesten Athleten aus. Immer wieder erhalten zudem Schweizer Spitzenleute eine Anstellung. An der Weltmeisterschaft in Südkorea ist Andrea Rossi dabei.
Urs Huwyler
Weltmeisterschaftsteilnehmer Andrea Rossi (links) mit seinem Ausrüster Heinrich Bleiker. (Bild: Urs Huwyler)

Weltmeisterschaftsteilnehmer Andrea Rossi (links) mit seinem Ausrüster Heinrich Bleiker. (Bild: Urs Huwyler)

Anfangs glaubten viele, es handle sich um einen administrativen Fehler, als beim Tessiner Gewehr-Schützen Andrea Rossi auf den Ranglisten Dietfurt als Wohnort angegeben wurde.

Inzwischen ist jedoch klar: Der Team-Europa- und Vize-Europameister von 2017 in Baku auf der 300 Meter-Distanz arbeitet bei Bleiker Precision Engineering AG in Bütschwil und lebt mit der Dietfurterin Olivia Hagmann, einer ebenfalls erfolgreichen Schützin, zusammen. «Beides», antwortet der 27-jährige Andrea Rossi auf die Frage, ob der Job oder die Liebe der Grund für seine Umsiedlung gewesen sei.

Zuletzt gehörte der Wahl-Toggenburger an der Militär-Weltmeisterschaft in Thun zur Schweizer Schnellfeuer-Silber-Mannschaft und er wird an der Weltmeisterschaft im südkoreanischen Changwon (vom 31. August bis 15. September) über 3x20 mit dem Standardgewehr (je 20 Schüsse kniend, liegend und stehend) und 3x40 eingesetzt. «Eine Team-Medaille scheint mir möglich, in der Einzelwertung realistisch gesehen kaum. Da gibt es doch bessere Schützen», sagt Andrea Rossi selbstkritisch. 2017 waren es die Ränge, 16, 16 und 17.

Podestplatz am Europacup-Final 2017

Andrea Rossi gewann am Europacupfinal 2017 Bronze. Über 300 Meter wird nur noch in Teilen Europas intensiv geschossen und auch dort werden die Gelder auf die olympischen Distanzen konzentriert. Diese Disziplin ist seit 1972 in München nicht mehr olympisch. Entsprechend gibt es keinen Weltcup, sondern der Europacup ist neben den internationalen Titelkämpfen die höchste Stufe. «Der Trend geht Richtung 10 Meter, also Luftgewehr und Luftpistole. Bis in 20 Jahren dürften die 300 Meter nur noch wegen den militärischen Wettkämpfen einen gewissen Stellenwert haben», zeigt sich die Nummer drei der Schweiz überzeugt.

Am Material sollte es demnach an der Weltmeisterschaft bei Rossi nicht fehlen. Sein Chef Heinrich Bleiker rüstet Olympiasieger, Welt- und Kontinental-Meister aus allen Erdteilen aus, arbeitet mit einst belächelten Schiesssport-Exoten zusammen, welche das Schützenland Schweiz überholt haben. In früheren Jahren arbeitete auch Marcel Bürge aus Lütisburg bei Bleiker und schoss mit dessen Gewehren. Der Freiburger Weltcup-Finalist Claude-Alain Delley löste Marcel Bürge ab. Derzeit ist auch der Zürcher Internationale René Homberger bei der Bütschwiler Hightech-Firma angestellt.

«Durch mein Engagement kann ich einen Beitrag im Bereich Spitzensport leisten», betont Bleiker. Der jetzige 300 Meter-Spezialist Andrea Rossi kam über das olympische Luftgewehr zum Schiessen, wurde allerdings trotz Spitzenresultaten wegen der angeblich mangelnden Athletik «ausgemustert» und später als Langdistanz-Schütze reaktiviert. Prognosen über einen möglichen Karrierenverlauf sind zwar hypothetisch, aber Rossi besass zweifellos 10 Meter-Potenzial. Auch ohne herausragende Jogger- und Kraftraum-Qualitäten. Die fehlende Unterstützung habe ihn vielleicht sogar eine Olympia-Chance gekostet, vermutet das einstige Talent.

In Korea das Optimum herausholen

Seine Sport-Zelte hat Motorrad-Fan Rossi südlich des Gotthards abgebrochen. 300 Meter schiesst er beim Schützenverein Dietschwil, 50 Meter bei den Sportschützen Kirchberg und 10 Meter in Gossau. Die Zeit fürs Training fehlt allerdings oft, weil der Allrounder wegen der Absenzen durch Kader-Termine im Heimstand vielfach zuerst Vereinswettkämpfe schiessen muss und von Verbandsseite kaum offizielle Lehrgänge angeboten werden. Optimal, so betont der Weltmeisterschafts-Teilnehmer, sei das nicht, aber er versuche auch in Korea das Optimum herauszuholen. Ende Saison werde er über die Bücher gehen müssen. Vielleicht als Medaillengewinner.

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