Bunte Fahnen in den Dörfern: Wildhaus-Alt St.Johann hat die Kandelaber optisch aufgewertet

In der Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann werden Ideen aus dem Beteiligungsprozess «Bewegen und Gestalten» umgesetzt. Bereits wurde ein Generationenspielplatz eröffnet, zusätzlich zieren nun Fahnen mit Bildern die Strassenlaternen in den Dörfern.

Sabine Camedda
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Fahnen zur Dorfverschönerung: Die neue Beflaggung zeigt sich entlang der Hauptstrasse zwischen Starkenbach und Wildhaus.

Fahnen zur Dorfverschönerung: Die neue Beflaggung zeigt sich entlang der Hauptstrasse zwischen Starkenbach und Wildhaus.

Bild: Sabine Camedda

Die Einwohner von Wildhaus-Alt St.Johann sollen die Zukunft selber gestalten. Diese Möglichkeit offerierte ihnen der Gemeinderat mit dem Beteiligungsprozess «Bewegen und Gestalten», der im Herbst 2018 angestossen worden ist.

Es gehe aber nicht darum, zu sehr in Visionen und riesigen Projekten zu verharren. Vielmehr sollten kleinere Ideen und Projekte definiert werden, die innerhalb einer vernünftigen Frist umgesetzt werden können, sagte der Gemeindepräsident Rolf Züllig damals.

Heute, rund 20 Monate später, sind zwei dieser Projekte sichtbar umgesetzt: Auf dem Ausseneisfeld bei der Curlinghalle in Wildhaus ist Anfang Juli ein Generationenspielplatz eröffnet worden und in den Dörfern entlang der Hauptstrasse wehen neue Fahnen.

Rolf Züllig, Gemeindepräsident Wildhaus-Alt St.Johann.

Rolf Züllig, Gemeindepräsident Wildhaus-Alt St.Johann.

Bild: Sabine Camedda

«Herzerwärmende Geschichten erzählen»

Diese neue Ganzjahresbeflaggung ist der Verdienst der Arbeitsgruppe, die sich der Dorfverschönerung angenommen hat. «Die verschiedenen Sujets erzählen herzerwärmende Geschichten und zeigen, dass sich der Betrachter in einer Tourismusgemeinde aufhält», erklärt Rolf Züllig. Derzeit sind Bilder aus den fünf Teilgebieten Wandern-Aussichten, Familien-Pedalen, Brauchtum- Klangwelt, Am Wasser sowie Flora-Alp zu sehen.

Es sei vorstellbar, dass die Beflaggung temporär an verschiedene Anlässe angepasst werde, sagt der Gemeindepräsident weiter. Während des Klangfestivals beispielsweise könnte im Dorf Alt St.Johann ein Schwerpunkt mit passenden Bildern gestaltet werden. Offen ist noch, ob es im Winter analoge Bilder mit Schnee geben wird.

«Wir gehen davon aus, dass die Fahnen nicht ewig halten werden, weil sie ja bei Wind und Wetter hängen», erklärt Rolf Züllig. Darum werde mit den aktuellen Fahnen erst geprüft, wie sie sich nach einigen Monaten im Gebrauch präsentieren werden.

Eine wechselnde Beflaggung mit Kantons- und Gemeindewappen ist derweil nicht vorgesehen. «Wir haben in jedem Dorf Fahnenburgen definiert, wo die Schweizer Flagge sowie die Kantons- und die Gemeindefahne wehen», sagt Rolf Züllig.

Ordnung für den Schilder- und Plakatwald

Ebenfalls unter das Thema Dorfverschönerung fällt der Schilder- und Plakatwald. Mitglieder der Arbeitsgruppe haben die Schilder und Plakate in der Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann aufgenommen, analysiert und machen Vorschläge, wo etwas weichen kann.

Bei den Strassenschildern halte man sich selbstverständlich an die Signalisationsverordnung, sagt Rolf Züllig. Es gebe aber gewiss Alternativen zur gewerblichen und touristischen Werbung, die in Form von Signalisation an der Strasse zu sehen ist. Eine elektronisch gesteuerte Anzeigetafel, wie es sie andernorts gibt, sieht der Gemeindepräsident aber nicht als Lösung.

«Ich bin überzeugt, so etwas passt nicht in unsere Natur, wie wir sie zeigen wollen.»

Daneben wird an einer gemeinsamen Veranstaltungsplattform gearbeitet. Es habe sich aber gezeigt, dass eine vernünftige und praktikable Lösung nicht so schnell umsetzbar ist, da noch einige Fragen zu klären seien, sagt Rolf Züllig. «Dieses Beispiel zeigt, dass es einiges an Ressourcen und auch Finanzen braucht, um die Projekte umzusetzen», sagt er.

Die Arbeitsgruppen erstellen einen Projektbeschrieb, in dem unter anderem die Idee, das Ziel und der Finanzbedarf ausgeführt werden. Diese Ideen werden dann auf ihre Machbarkeit überprüft. Letztlich entscheidet der Gemeinderat, was umgesetzt und was verworfen wird.

Umsetzung wird oft zur Knochenarbeit

Rolf Züllig freut und fasziniert das Engagement der Beteiligten. «Diese Einwohner zeigen, was ihnen wichtig ist. Nämlich, dass in Wildhaus-Alt St.Johann etwas passiert. Und dafür sind sie auch bereit, Enttäuschungen zu akzeptieren, wenn eine Idee nicht umgesetzt werden kann.»

Die Erfahrung aus den vergangenen Monaten hat dem Gemeindepräsident gezeigt, dass sehr schnell Ideen auf dem Tisch sind. Wenn es aber dann konkret wird, braucht es Überzeugungsarbeit und auch für die Umsetzung ist Knochenarbeit erforderlich. Trotzdem gehen den Arbeitsgruppen die Ideen noch nicht aus. Laufend werden dem Gemeinderat Projektanträge eingereicht. Was davon umgesetzt wird, ist aber derzeit noch nicht bestimmt.

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Sabine Camedda