Bütschwil
Zuversicht in einer bewegten Zeit: Die Kolpingfamilie Bütschwil feiert ihr 100-jähriges Bestehen

Seit einem Jahrhundert steht für die Kolpingfamilie Bütschwil Solidarität und Begegnung im Fokus. An einem Festgottesdienst wurde ihr Engagement gewürdigt.

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Am Festgottesdienst blickte die Kolpingfamilie Bütschwil auf 100 Jahre Vereinstätigkeit zurück.

Am Festgottesdienst blickte die Kolpingfamilie Bütschwil auf 100 Jahre Vereinstätigkeit zurück.

Bild: PD

(pd) Die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg waren auch in Bütschwil geprägt von Umwälzungen, Armut und Not. In dieser Zeit der sozialen Unsicherheit fanden sich 23 junge Männer aus dem Dorf zusammen und gründeten mit Unterstützung der Obrigkeiten den Gesellenverein nach dem Vorbild von Adolf Kolping. Mit Mut und Zuversicht stellten sie sich gemeinsam den Herausforderungen der folgenden Krisenjahre.

Pfarrer Josef Manser zeichnete im Festgottesdienst zum 100-Jahr-Jubiläum dieses Bild in seiner Predigt vor dem Hintergrund des Evangeliums zum Weinstock und den Reben. Wie Adolf Kolping immer wieder betonte:

«Keine leeren Worte, sondern lebendiges Handeln, das ist Christentum.»

Zwei Bilder vor dem Altar, gestaltet von Präsidentin Käthy Bawidamann illustrierten das Motto des Vereins: Zeit schenken, Leben teilen, mit Herz und Hand. Auch die Lieder, vorgetragen durch die Kantorinnen des Fründschaftschörli Lütisburg, nahmen dieses Thema auf.

Aus Gesellenverein wird Kolpingfamilie

Die ersten Jahre waren geprägt von christlicher Bildung und frohem Beisammensein junger Handwerkergesellen. Später wurden auch ungelernte Arbeiter aufgenommen und 1975, nach schwierigen, unsicheren Jahren um das Fortbestehen des Vereins, durften erstmals auch Frauen dem Verein beitreten. So entstand aus dem ursprünglichen Gesellenverein die Kolpingfamilie. Bildung, Geselligkeit sowie Aktionen bilden bis heute die drei Säulen der Kolpingarbeit.

Eine Ausstellung in der Kilianskirche berichtet von der Gründungsversammlung, zeigt Fotos von Grossanlässen und Jubiläen und erinnert in Texten und Bildern an viele Tätigkeiten des Vereins: Nikolausbesuche in den Familien, Kleidersammlungen, Engagements mit Fairtrade-Produkten an kleinen Märkten, Mitarbeit im b’treff in Bütschwil, das Adventshüsli auf dem Kirchplatz – immer stehen bei der Kolpingfamilie Solidarität und Begegnung im Zentrum. Davon zeugt auch das Jubiläumsopfer für einen Brunnenbau in Tansania.