BÜTSCHWIL
Alterswohnungen und mehr Einzelzimmer: Das Projekt für Erweiterung Solino liegt vor

Das Seniorenzentrum Solino soll ein weiteres Gebäude erhalten. Dieses wird Wohnungen und Einerzimmer aufnehmen. Jetzt sind die Delegierten der Gemeinden am Zug, dann die Stimmbürger.

Martin Knoepfel
Drucken
Teilen
So könnte das neue Gebäude des Seniorenzentrums Bütschwil dereinst aussehen.

So könnte das neue Gebäude des Seniorenzentrums Bütschwil dereinst aussehen.

Bild: PD

Auf dem Weg zur Realisierung der Strategie «Solino 2025+» ist ein weiterer Schritt getan. Der Verwaltungsrat des Zweckverbands hat zuhanden der Delegierten die Botschaft für die Erweiterung des Seniorenzentrums Solino in Bütschwil durch ein weiteres Gebäude und für den Umbau verabschiedet.

Der Neubau wird auf dem Parkplatz nordöstlich des Solino erstellt. Er wird elf 2,5-Zimmer-Wohnungen, 14 Einerzimmer und einen integrierten Spitex-Stützpunkt umfassen. Zudem wird unter dem Gebäude eine doppelstöckige Tiefgarage angelegt. Dazu kommen knapp 40 offene Parkplätze.

All das soll fast zehn Millionen Franken kosten. Verwaltungsratspräsident Karl Brändle (Gemeindepräsident von Bütschwil-Ganterschwil) weist darauf hin, dass die Gemeinderäte der Zweckverbandsgemeinden sich schon 2018 positiv zur Strategie «Solino 2025+» und zum Bauprojekt geäussert haben. Von den Zweckverbandsgemeinden würden keine Baubeiträge verlangt, antwortete Karl Brändle. Vorgesehen sei eine «massvolle Anhebung» der Pensions- und Betreuungstaxen.

Flexible Nutzung als Anpassung an neue Bedürfnisse

Die elf neuen Wohnungen sollen flexible Nutzungen, vom Wohnen im Alter bis hin zur vollen Pflege, ermöglichen. Das entspreche den heutigen Bedürfnissen der Senioren, die möglichst lange möglichst selbstbestimmt leben wollten. Das Projekt stammt vom Architekturbüro Forma-Team in Bütschwil.

Der Neubau wird einen rechteckigen Grundriss und nebst dem Parterre zwei Obergeschosse aufweisen. Für die Fassaden sind Holzelemente als Verkleidung vorgesehen. Eine Passerelle soll den Neubau auf der Höhe des zweiten Stockwerks mit den bisherigen Gebäuden verbinden. Der Neubau soll ein Flachdach erhalten. Auf dem Dach ist eine Fotovoltaikanlage geplant.

Hohe Fenster, Balkone und Parkettböden

Die neuen Wohnungen sind behindertengerecht geplant. Einer Visualisierung in der Botschaft an die Delegierten kann man entnehmen, dass die Wohnungen raumhohe Fenster erhalten sollen. Es soll auch möglich sein, eine Küchenzelle einzubauen. Alle Wohnungen und die Einerzimmer erhalten ein Notrufsystem. Die Wohnräume im Neubau sollen mit Holzparkett ausgestattet werden. Auch Balkone sind vorgesehen.

Die Einerzimmer kommen in die zweite Etage, die Wohnungen in die erste und ins Parterre. Der Spitex-Stützpunkt wird im Parterre zu finden sein. Geheizt wird der Neubau durch eine Wärmepumpe und durch Erdwärme.

Hohe Belegung in den vergangenen Jahren

Das Solino habe in den vergangenen Jahren eine konstant hohe Belegung von rund 97 Prozent gehabt, schreibt der Verwaltungsrat. Die Belegung sei bis August im Budget gewesen. Im September sei sie zurückgegangen. Karl Brändle hofft aber, dass sie sich wieder erholt.

Das Solino darf laut kantonaler Pflegeheimliste 103 Plätze anbieten. Momentan sind es 98 Plätze, 62 in Einer- und 36 in Zweierzimmern. Letztere seien aber immer schwieriger zu belegen. Die 14 Einerzimmer im Neubau erhöhten die Attraktivität des Solino, ohne dass die Bettenzahl steige, schreibt der Verwaltungsrat.

Bürger sollen voraussichtlich 2022 entscheiden

Die Trägerschaft des Solino besteht aus den Gemeinden Bütschwil-Ganterschwil, Lichtensteig, Lütisburg, Mosnang und Wattwil. Weil die Investitionssumme für den Neubau zwei Millionen Franken übersteigt, müssen nach einem Ja der Delegiertenversammlung noch alle Gemeinden des Zweckverbands den Kredit an Bürgerversammlungen oder an der Urne gutheissen. Das soll nach den Plänen des Verwaltungsrats im Frühling 2022 geschehen.

Im Sommer nächsten Jahres soll das Baubewilligungsverfahren abgewickelt werden. Wenn alles rundläuft und es keine Verzögerungen durch Einsprachen oder durch ein neuerliches Aufflackern der Coronapandemie gibt, ist der Bezug des Neubaus 2024 möglich.

Aufenthaltsräume sollen modernisiert werden

Gleichzeitig will der Verwaltungsrat des Zweckverbands die Aufenthaltsräume im Trakt Süd mit Kosten von 1,06 Millionen Franken einladender gestalten. Die Botschaft spricht von wohnlichen «Inseln».

Die Aufenthaltsräume sollen von den Gängen besser abgetrennt werden sowie Tapeten und Möbel erhalten, die einladender wirken. Die Aufenthaltsräume im Trakt Nord bleiben weitgehend unverändert. Die Arbeiten sollen 2025 abgeschlossen sein.

Den Kredit für die Aufenthaltsräume können die Delegierten in eigener Kompetenz beschliessen. Wie der Botschaft für den Neubau zu entnehmen ist, würde ein Nein zum Neubau aber die Umgestaltung der Aufenthaltsräume verunmöglichen.

Aktuelle Nachrichten