Bütschwil
Karl Brändle, VR-Präsident des Hallenbades: «Ich appelliere an alle Gemeinden, dass wir uns zusammenreissen und das Projekt auf eine gute Schiene bringen»

Der Zweckverband des Hallenbades will eine Online-Befragung starten, um von der Bevölkerung ein Stimmungsbild zu erhalten, bevor mit den Planungsarbeiten der Hallenbadsanierung weitergefahren wird.

Christof Lampart
Drucken
Das Hallenbad in Bütschwil soll saniert werden.

Das Hallenbad in Bütschwil soll saniert werden.

Bild: Beat Lanzendorfer

«Es ist unser Ziel, dass wir im Jahr 2021 einen grossen Schritt bei der Planung der Hallenbadsanierung weiterkommen», sagte Karl Brändle, Verwaltungsratspräsident des Zweckverbandes Hallenbad Bütschwil, am Dienstagabend an der Delegiertenversammlung im Zivilschutzausbildungszentrum Breite in Bütschwil.

Zuerst die Umfrage, dann der Kredit

Da zurzeit pandemiebedingt nicht absehbar sei, wann wieder Informationsveranstaltungen im grösseren Rahmen stattfinden könnten, habe man sich für eine zeitnahe, virtuelle Umfrage unter den Einwohnern der Verbandsgemeinden entschieden.

Karl Brändle, Verwaltungsratspräsident Zweckverband Hallenbad Bütschwil.

Karl Brändle, Verwaltungsratspräsident Zweckverband Hallenbad Bütschwil.

Bild: Christof Lampart

Auf der Basis der Resultate sollte es «dann möglich sein, dass wir ein Projekt ausarbeiten, hinter dem die Gemeinderäte der Verbandsgemeinden stehen können», so Brändle hoffnungsvoll. Die Gemeindepräsidentin von Lütisburg, Imelda Stadler, wollte wissen, was an der neuen Umfrage gegenüber der ersten aus dem Jahr 2017 anders sei. Dazu Brändle:

«Bei der ersten ging es mehr darum, die Wünsche und Bedürfnisse abzuklären. Jetzt geht’s ums Projekt selbst, über die verschiedenen Varianten.»

Gesucht wird eine zukunftsgerichtete Hallenbad-Variante

Im Vordergrund stünde aktuell vielmehr «die Findung einer zukunftsgerichteten Hallenbad-Variante, bei der die Gemeinderäte dahinterstehen können». Erst wenn dieses geschafft sei, sei es sinnvoll, einen Baukredit einzuholen.

Für Brändle stand fest, dass man eine grosse Chance verpassen würde, wenn man das 40 Jahre alte Hallenbad nun nicht in eine «gute Zukunft» führte. «Eine Erneuerung nebst Sanierung ist notwendig. Ich appelliere deshalb an alle Gemeinden, dass wir uns zusammenreissen und das Projekt auf eine gute Schiene bringen, sodass wir eine gefreute Sache haben.»

Insbesondere die Investitionen in einen zweiten Wasserkreislauf, ein zusätzliches Becken mit Hebeboden sowie ein Babyschwimmbecken seien aus seiner Sicht unablässig, um das Hallenbad angebotsmässig fit für die Zukunft zu machen.

Eintrittspreise gaben zu reden

Ein Delegierter fragte, ob im Rahmen des Umbaus auch die Einführung eines «lukrativen Eintrittspreises für Einwohner aus den Verbandsgemeinden» vorgesehen sei. Brändle erklärte, dass die «Frage berechtigt» sei und dass man sich im Rahmen des Ausbaus schon Gedanken über einen «Einheimischen-Tarif» gemacht habe. «Das steht zur Debatte. Wann wir ihn einführen, ist aber noch nicht diskutiert», so Brändle.

Auch Imelda Stadler bekannte sich dazu, dass «wir das Hallenbad brauchen», betonte jedoch auch, dass die jetzige Hallenbadkapazität für die Einwohner der Verbandsgemeinden allein eigentlich reichte. Tatsächlich würde das Hallenbad jedoch von vielen auswärtigen Schulklassen – schliesslich ist der Schwimmunterricht obligatorisch – genutzt.

Man stelle somit Auswärtigen eine Infrastruktur hin, ohne dass sich diese an den Bau- und Unterhaltskosten beteiligten. Der Verwaltungsrat täte deshalb gut daran, «zu überprüfen, ob man für die auswärtigen Schulklassen einen höheren Tarif verlangen kann».

Eigenkapital aufgebraucht, Verbandsmittel erhöht

Pandemiebedingt schloss das Geschäftsjahr 2020 des Hallenbads schlecht ab, nämlich mit einem Minus von 40'983 Franken. Dies hat dazu geführt, dass das Eigenkapital, das sich Ende 2019 noch auf über 30'000 Franken belief, aufgezehrt wurde.

Kaum besser präsentiert sich die Lage beim Hallenbad-Café. Dort führte ein Minus von 20'334 Franken dazu, dass sich das Eigenkapital Ende 2020 auf 7'781 Franken reduzierte.

Da aufgrund der anhaltenden Pandemie auch im Jahr 2021 mit einem Verlust zu rechnen sei, beantragte der Verwaltungsrat den Delegierten, den Verbandsbeitrag fürs Jahr 2021 einmalig von 350'000 auf 500'000 Franken zu erhöhen. Dieses Ansinnen wurde einstimmig gutgeheissen.

Drei neue Verwaltungsratsmitglieder

Bei den ordentlichen Wahlen wurden alle bisherigen Verwaltungsräte um Präsident Karl Brändle einstimmig wiedergewählt.

Neu gehören dem Gremium die Gemeinderäte Dario Fari, Aron Gerber (beide Mosnang) und Daniel Hofer (Oberhelfenschwil) an. Mit Manuela Knöpfel (Ganterschwil) und Roman Looser (Oberhelfenschwil) wurde die Kontrollstelle neu besetzt.

Einstimmig im Amt bestätigt wurde auch Hans-Jörg Furrer (Bütschwil-Ganterschwil) als Präsident der Delegiertenversammlung. (art.)