BÜTSCHWIL-GANTERSCHWIL/LÜTISBURG
Die Einmündung der Langenrain- in die Kantonsstrasse soll umgebaut und das «Bahnhöfli» abgebrochen werden

Die Gemeinden Bütschwil-Ganterschwil und Lütisburg liessen Studien über die künftige Erschliessung des Lerchenfelds ausarbeiten. Ein Ingenieurbüro schlägt vor, auf einen Verkehrskreisel zu verzichten. Das Vorhaben könnte im nächsten kantonalen Strassenbauprogramm erscheinen.

Martin Knoepfel
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Die Ingenieure der Firma Wälli empfehlen eine Erschliessung des Lerchenfelds über den Knoten Langenrain. Das Restaurant Bahnhof (links) soll verschwinden.

Die Ingenieure der Firma Wälli empfehlen eine Erschliessung des Lerchenfelds über den Knoten Langenrain. Das Restaurant Bahnhof (links) soll verschwinden.

Bild: Beat Lanzendorfer

Das Lerchenfeld an der Grenze der Gemeinden Bütschwil-Ganterschwil und Lütisburg ist als Unternehmensstandort für die ganze Region wichtig. Erschlossen wird es vor allem über die Langenrainstrasse, die von der Kantonsstrasse Wil–Wattwil in Richtung Südwest abzweigt (siehe Karte) und die gegenwärtig saniert wird.

Diese dient zugleich als Verbindung von Mosnang nach Wil und umgekehrt. Schon heute ist es zu den Spitzenzeiten schwierig, von der Langenrain- in die Kantonsstrasse in Richtung Wil einzubiegen.

Kein Fachmarkt im Lerchenfeld?

In den letzten Jahren haben sich einige Firmen neu im Lerchenfeld angesiedelt oder Pläne dazu verkündet. Wenn dieser Trend anhält, wird es auch mehr Verkehr geben. Allerdings ist nach Einschätzung der Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil nicht zu erwarten, dass ein Fachmarkt ins Lerchenfeld kommt. Fachmärkte generieren in der Regel mehr Verkehr als Gewerbe- oder Industriebetriebe.

Geprüft und verworfen wurde auch der Bau eines Verkehrskreisels an der Einmündung der Damm- in die Kantonsstrasse.

Geprüft und verworfen wurde auch der Bau eines Verkehrskreisels an der Einmündung der Damm- in die Kantonsstrasse.

Bild: Beat Lanzendorfer

Im Auftrag der beiden Gemeinden hat das Ingenieurbüro Wälli aus St.Gallen eine Studie über die künftige Erschliessung des Gebiets verfasst. Den Anstoss hatte das «Komitee für echte flankierende Massnahmen» (Keflam) in Bütschwil 2019 gegeben. Heute veröffentlichte die Gemeinde Lütisburg in ihren Mitteilungen die Studie der Wälli AG.

2040 in Spitzenzeiten kein Linksabbiegen mehr?

Gegenwärtig fahren auf der Kantonsstrasse in beiden Richtungen täglich je rund 8'000 Fahrzeuge an der Einmündung der Langenrainstrasse vorbei. Von 2014 bis 2018 stieg die Frequenz mit Schwankungen um ein Prozent pro Jahr.

Wenn dieser Trend anhält, wird laut Studie 2040 fast ein Viertel mehr Autos und Lastwagen als heute die Kantonsstrasse benutzen. Es wird dann in den Spitzenzeiten unmöglich sein, auf dem Knoten Langenrain links abzubiegen. Hingegen ist der Knoten kein Unfallschwerpunkt. Das zeigen Zahlen der Kantonspolizei.

Baukräne zählen in jüngster Zeit zum gewohnten Bild im Lerchenfeld.

Baukräne zählen in jüngster Zeit zum gewohnten Bild im Lerchenfeld.

Bild: Beat Lanzendorfer

Die Ingenieure untersuchten nun sieben Varianten für die Erschliessung des Lerchenfelds, ausgehend von den Knoten Dammstrasse und Langenrain oder von einem neuen Knoten Lerchenfeld mit einer neuen Verbindung zur Langenrainstrasse. Untersucht wurden auch Varianten mit Verkehrskreiseln oder Lichtsignalen.

Lichtsignale statt Kreisel

Als beste Variante nennen die Ingenieure die Erschliessung über den Knoten Langenrain. Auf einen Kreisel wollen sie verzichten. Der Grund: Ausserhalb der Spitzenzeiten braucht es den Kreisel nicht, und er verlangsamt den Verkehr.

Stattdessen sollen bei der Verzweigung Lichtsignale aufgestellt werden. Zudem bleibt die heutige Linksabbiegerspur bestehen. Eine breite Verkehrsinsel in der Mitte der Strasse soll es den Fussgängern und den Velofahrern ermöglichen, die Wilerstrasse gefahrlos zu überqueren.

Restaurant Bahnhof soll abgebrochen werden

Neu sollen hingegen die Bahnhof- und die Gonzenbachstrasse nicht mehr in die Kantonsstrasse, sondern in die Langenrainstrasse einmünden. Eine Variante mit dem Kreisel Lerchenfeld würde für die Verkehrsbeziehung Altgonzenbach–Neugonzenbach zu einem grossen Umweg führen. Ein Kreisel Lerchenfeld würde zudem den Knoten Dammstrasse nach sich ziehen. Deshalb wurde diese Option verworfen.

Der Bestvariante würde das bei der Einmündung der Langenrainstrasse gelegene frühere Restaurant Bahnhof zum Opfer fallen. Das gilt allerdings auch für die Variante, die die Wälli AG für den Fall empfiehlt, dass es beim Landkauf für die Bestvariante Probleme gibt. Schliesslich ermöglichen es diese Varianten, auf den Knoten Dammstrasse zu verzichten.

Realisierung 2024 bis 2028 möglich

Die Kosten der untersuchten Varianten belaufen sich auf 3,1 bis 3,8 Millionen Franken, wobei die präferierte Variante in der Mitte liegt. Allerdings handelt es sich nur um Schätzungen mit einer Genauigkeit von plus oder minus 30 Prozent. Das ergibt einen Kostenrahmen von 2,17 bis 4,94 Millionen Franken.

Die Gemeinderäte von Bütschwil-Ganterschwil und von Lütisburg hätten dem Tiefbauamt des Kantons im Januar mitgeteilt, dass sie sich für die Variante entschieden haben, die die Ingenieure als die beste einstufen. Das antworteten die beiden Gemeindepräsidenten Karl Brändle und Imelda Stadler. Das sei aber erst eine Studie, fügten sie an. In den nächsten Wochen soll zusammen mit dem Tiefbauamt das weitere Vorgehen festgelegt werden.

Der Kostenteiler werde ebenfalls ein Thema sein. Eine Kostenbeteiligung der Firmen, die sich kürzlich im Lerchenfeld angesiedelt haben, sei nicht vorgesehen. Ein Antrag, das Projekt ins 18. Strassenbauprogramm des Kantons aufzunehmen, wäre laut Bericht der Wälli AG noch möglich. Gegenwärtig bereitet das kantonale Tiefbauamt das 18. Strassenbauprogramm für die Jahre 2024 bis 2028 vor.