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Büros teilen und das Tal vorwärts bringen

Ein Jahr lang haben die Verantwortlichen des Coworking Space in Lichtensteig getestet, ob im Toggenburg eine Nachfrage nach gemeinsam genutzten Büroflächen besteht. Sie existiert tatsächlich, lautet das Fazit.
Ruben Schönenberger
In den Räumen der ehemaligen Post in Lichtensteig sollen Ideen und Arbeitsplätze entstehen. (Bild: Corinne Bischof)

In den Räumen der ehemaligen Post in Lichtensteig sollen Ideen und Arbeitsplätze entstehen. (Bild: Corinne Bischof)

Die Post hat ihre ehemalige Filiale in Lichtensteig schon lange verlassen. Und trotzdem herrschte während des letzten Jahres oft emsiges Treiben in der ehemaligen Schalterhalle. Ein Team rund um Jungunternehmer Tobias Kobelt wollte in einer Pilotphase den Beweis erbringen, dass auch im Toggenburg Bedarf für Coworking, die gemeinschaftliche Nutzung von Büroräumlichkeiten, besteht.

Nach dem Testbetrieb ziehen die Verantwortlichen ein positives Fazit. «Positiv ist, dass wir sowohl Jungunternehmer als auch Arbeitnehmende für die Idee begeistern konnten», sagt Tobias Kobelt. Der Projektleiter übernimmt nun auch das Präsidium der Verwaltung, denn neu wird der Coworking Space zum Macherzentrum und von einer Genossenschaft verantwortet. «Während der Pilotphase wurde immer klarer, dass es für den Erfolg eine längerfristige, auf die Region zugeschnittene Strategie braucht», schreiben die Verantwortlichen um Kobelt in einer Mitteilung. Das Toggenburg werde geprägt von starken Macherinnen und Machern, darauf wolle man aufbauen.

So sieht das Macherzentrum von innen aus (Bild: PD)

So sieht das Macherzentrum von innen aus (Bild: PD)

Arbeitsplätze schaffen und die Region beleben

Das Macherzentrum will also nicht bloss ein Ort zum gemeinsamen Arbeiten sein. «Ziel ist es, ein inspirierendes Umfeld als Nährboden für weitere innovative Firmen und damit auch Arbeitsplätze im Toggenburg zu schaffen», schreiben die Verantwortlichen weiter. Damit soll auch eine Belebung der Region und insbesondere des Städtli Lichtensteig einhergehen. «Aus meiner Sicht läuft das bereits gut an», sagt Kobelt. «Zu Beginn waren wir zu dritt, jetzt ist das Kernteam auf elf Personen angewachsen.»

Dieses Kernteam erhalte bereits Anfragen aus anderen Orten, ob sich die Idee allenfalls reproduzieren liesse. Zuerst wollen sich die Verantwortlichen aber, um den Standort Lichtensteig kümmern. «Wir fokussieren jetzt darauf, die Phase 2 einzuläuten und hochzufahren», sagt Kobelt. In dieser gehe es unter anderem darum, noch mehr Leute nach Lichtensteig zu holen. «Die Auslastung schwankt natürlich, es hat aber noch Platz für zusätzliche Leute.» Und sollte der Platz doch schneller als erwartet knapp werden, könne man schnell für mehr Arbeitsplätze sorgen.

Finanzierung von Anpassungen sicherstellen

Auch zur Phase 2 gehört die Vorbereitung der folgenden Phase. «Wir möchten langfristige Unterstützer und Sponsoren finden, um eine Renovation und Anpassung der Räumlichkeiten vornehmen zu können.» Dann soll auch die Infrastruktur noch mehr bieten. Denkbar sind zum Beispiel auch Geräte, wie ein 3D-Drucker.

Bauliche Veränderungen müssen dann natürlich auch mit der Gemeinde Lichtensteig als Besitzerin der Liegenschaft abgesprochen werden. Dort dürften die Verantwortlichen aber auf offene Ohren stossen. Schliesslich hat die Gemeinde das Projekt initiiert, und während der Testphase keine Miete erhoben. Lediglich die Nebenkosten mussten gedeckt werden. Und mit Mathias Müller sitzt der Stadtpräsident selbst in der Verwaltung der Genossenschaft.

Gemeindebehörden unterstützen Eigeninitiative

«Wir haben freie Räume, die wir nutzen möchten», sagt Müller. Und: «Für uns ist das Standortförderung.» Sie hätten festgestellt, dass es im Toggenburg sehr viele Leute gebe, die etwas umsetzen wollen. «Diese Eigeninitiative möchten wir fördern und die fortschrittlichen Leute zusammenbringen», sagt Müller weiter. So soll es dann auch zu Neuansiedlungen von Firmen kommen. Dass das Konzept auch wirtschaftlich funktioniert, davon ist Müller überzeugt. Auch deshalb will die Gemeinde ab dem kommenden Jahr einen normalen Mietzins verlangen. Die Unterstützung bleibt den Verantwortlichen dennoch erhalten. «Es ist ein strategisch wichtiges Projekt, dass wir vor allem zu Beginn unterstützen möchten. Wenn es läuft, können wir uns wieder zurückziehen.»

Damit das Macherzentrum endgültig in Fahrt kommt, sucht das Kernteam weitere Mitglieder für die Genossenschaft. Für 120 Franken pro Jahr kann man Aktivgenossenschafter werden, für die Hälfte Passivgenossenschafter. Beide erhalten zu Beginn einen Arbeitsplatz für vier Stunden gratis. Die Aktivgenossenschafter sollen in der Phase 3 dann von weiteren Vergünstigungen profitieren können. Wer sich zuerst ein Bild machen möchte, kann das dieses Wochenende tun. Am Freitag- und Samstagabend öffnet das Macherzentrum jeweils von 17 bis 20 Uhr seine Tore.

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