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«Was im Moment erzählt wird, ist alles Lug und Trug»: Bürgerforum will weiter für das Spital Wattwil kämpfen

Zum ersten Mal seit der Bekanntgabe der Pläne der Regierung traf sich das Bürgerforum Pro Regionalspital Wattwil. Die Verärgerung über die Schliessungsabsichten ist gross.
Ruben Schönenberger
Das Bürgerforum Pro Regionalspital Wattwil will sich weiter für den Toggenburger Standort einsetzen. (Bild: Mareycke Frehner)

Das Bürgerforum Pro Regionalspital Wattwil will sich weiter für den Toggenburger Standort einsetzen. (Bild: Mareycke Frehner)

Als die St.Galler Regierung am 23. Oktober die neue Spital-Strategie präsentierte und damit die baldige Schliessung des Wattwiler Spitals ankündete, folgte die Kritik aus dem Toggenburg auf dem Fuss.

Die Organisatoren des Bürgerforums Pro Regionalspital Wattwil: Sabine Keller, Gertrud Pfändler und Matthias Elmiger (von links). (Bild: Ruben Schönenberger)

Die Organisatoren des Bürgerforums Pro Regionalspital Wattwil: Sabine Keller, Gertrud Pfändler und Matthias Elmiger (von links). (Bild: Ruben Schönenberger)

Noch immer herrscht bei vielen Einwohnerinnen und Einwohnern des Thur- und Neckertals Konsternation. Diese scheint zuweilen auch in Ernüchterung umzuschlagen. «Die Leute haben resigniert», sagte Sabine Keller vom Bürgerforum Pro Regionalspital Wattwil, das sich am Montagabend zum ersten Mal seit der Veröffentlichung der Pläne der Regierung getroffen hat. Dagegen will das Bürgerforum – neben Keller sind auch Matthias Elmiger und Gertrud Pfändler treibende Kräfte – etwas unternehmen. «Was können wir bieten? Was können wir tun?», fragte Keller die sieben Personen, die der Einladung gefolgt waren.

Gemeinsamer Frustabbau

Bevor das Forum aber versuchte, konkrete Pläne zu schmieden, tauschten sich die Anwesenden über den aktuellen Stand aus. Das war zu grossen Teilen auch ein Frustabbau. Es sei «ein Hohn», was die Regierung da plane, war zu hören. Von «Entscheiden von Schreibtischtätern» war die Rede, die selbst die Ärzte zum Davonlaufen verleiten würden. Von «reinen Theorien» als Entscheidungsgrundlage, die nicht bewiesen seien. Oder auch:

«Was im Moment erzählt wird, ist alles Lug und Trug.»

Im Zentrum der Kritik stehen weiterhin die bekannten Punkte. Zum einen sorgt man sich um die Notfallversorgung, weil am Spital Wattwil jetzt schon keine Operationen mehr gemacht werden. Und erst recht, wenn das Spital Wattwil dann geschlossen und durch ein Gesundheits- und Notfallzentrum ersetzt ist. Ob die eben gestartete Integrierte Notfallpraxis dann noch funktioniere, wie gedacht, stellten gleich mehrere Anwesende in Frage.

In Wattwil abschreiben, in Wil investieren

Zum anderen stösst weiterhin auf Unverständnis, dass der neue Bettentrakt in Wattwil nicht mehr verwendet werden soll, während in Wil erst noch gebaut werden müsse. In Wattwil habe das Volk die Millionen gesprochen, in Wil sei noch gar nichts bewilligt. Auch deshalb war oft zu hören, dass man besser das Spital Wattwil behalten solle anstatt in Wil zu investieren.

Direkt auf das Spital Wil zielen, wollten die Anwesenden aber nicht. Es sei heikel, Spitäler gegeneinander auszuspielen, meinte beispielsweise Elmiger. «Wir müssen ja die Bevölkerung des Kantons gewinnen», sagte er mit Ausblick auf mögliche Unterschriftensammlungen und Abstimmungen. Und ein Teilnehmer meinte:

«Wir müssen unsere Situation gut begründen, nicht andere Regionen angreifen.»

Zuerst das Toggenburg wachrütteln

Auch deshalb befürworteten mehrere Anwesende eine Zusammenarbeit mit anderen Regionen, die von den Plänen der Regierung betroffen wären. Insbesondere das Sarganserland wurde dabei genannt. Allerdings wurden auch Voten laut, dass nicht alle Standorte zu retten seien. Die heutigen neun Spitalstandorte seien zu viel, war zu hören.

In erster Linie müsse es jetzt aber sowieso darum gehen, die Toggenburger Bevölkerung aufzurütteln, waren sich alle einig. Keller sagte:

«Klar gibt es noch Abstimmungen, aber wenn wir bis dahin nichts machen, verlieren wir diese.»

Auch bis zu einer allfälligen Unterschriftensammlung dauere es noch. Dazu muss erst ein Beschluss des Kantonsrats vorliegen.

Keller forderte die Anwesenden auf, in der Zwischenzeit selber aktiv zu werden. Sie sollen Leserbriefe schreiben, andere Leute animieren und informieren. Pfändler stellte die Frage, ob das Bürgerforum bei der laufenden Vernehmlassung mitmachen soll. Auch wenn das noch nicht beschlossen wurde, scheinen die Anwesenden dem positiv gegenüberzustehen. Vorab sollen jetzt aber die dazugehörigen Unterlagen studiert werden. Beim nächsten Treffen soll dann zusammengetragen werden, wer wo was beitragen kann. Dieses findet am 20. November, 19.30 Uhr, wiederum im Wattwiler «Thurpark» statt.

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