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Bündnerfleisch à la Toggenburg

Die Verpackung von Bündnerfleisch bringt die Menschen im Land der sieben Churfirsten zum Schmunzeln und sorgt ungeplant für Werbung.
Sabine Schmid
Die Verpackung des Bündnerfleischs zeigt die sieben Churfirsten. (Bild: Sabine Schmid)

Die Verpackung des Bündnerfleischs zeigt die sieben Churfirsten. (Bild: Sabine Schmid)

Bü-Bü-Bü-Bündnerfleisch löste beim damaligen Bundesrat Hans-Rudolf Merz einen legendären Lachanfall aus. Nun sorgt Bündnerfleisch erneut für Staunen, Kopfschütteln und Schmunzeln. Wie das Schweizer Radio SRF berichtete, sind auf der Verpackung von Bündnerfleisch aus einem Grossverteiler weder das Engadin noch ein Piz Bernina, Piz Palü oder Piz irgendwas abgebildet. Hinter einer Wiese mit blühenden Blumen erheben sich, majestätisch und mit leichtem Schnee überzogen, die Churfirsten. Und das, obwohl das Produkt eine geschützte Geografischen Angabe (IGP) aufweist.

Was dem Kenner der Schweizer Alpenwelt sofort ins Auge fällt, wird von der Herstellerfirma kleingeredet. Im Radiobericht lässt sie verlauten, dass diese Packungen mit Bündnerfleisch für den Export gedacht seien und es darum nicht so drauf ankäme, welche Schweizer Berge auf der Verpackung zu sehen seien. Es wäre auch das Matterhorn denkbar gewesen, lässt sich die Herstellerfirma zitieren.

Bekanntheitsgrad der Churfirsten steigt mit jeder Packung

Diese «Hans-was-Heiri»-Taktik freut Toggenburg Tourismus. Denn mit jeder der Bündnerfleisch-Packung steigt der Bekanntheitsgrad der sieben Churfirsten. Zumindest, wenn der Blick weder vom Inhalt der Packung noch von der Zutatenliste abgelenkt wird. Während die Community im Internet «haben wir sonst keine Probleme» und «Hauptsache, das Fleisch stammt aus dem Bündnerland» kommentiert, suchen wir Journalisten nach dem Warum.

Haben die Chur-Firsten, entgegen aller anderen Meinungen, ihren Namen doch von Chur, der Hauptstadt des Kantons Graubünden? Oder haben die Bündner, ohne das es jemand vom Kanton St. Gallen gemerkt hätte, still und heimlich die Kantonsgrenze verschoben und das Toggenburg annektiert? Nein, unsere Fantasien und schlimmsten Szenarien sind nicht eingetroffen und werden sich auch nicht bewahrheiten.

Viel mehr scheint des Rätsels Lösung bei der Herstellerfirma zu liegen. Diese heisst Micarna und ist in Bazenheid zu Hause. Da hat sich der Designer der Verpackung wohl gedacht: Warum denn in die Ferne schweifen? Und schön wie die Bündner Berge sind sie eh, unsere Churfirsten.

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