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Brunnadern: Der «Mäntigsmarkt» ist ein wichtiges Angebot für das Tal

Damit der «Mäntigsmarkt Neckertal» in Brunnadern jede Woche stattfinden kann, sind zahlreiche helfende Hände und persönlicher Einsatz nötig.
Urs M. Hemm
Mina Bühler, Frieda Stauffacher, Hanni Raschle und Margrit Fässler sortieren die eingegangenen Lebensmittel (von links). (Bild: Urs M. Hemm)

Mina Bühler, Frieda Stauffacher, Hanni Raschle und Margrit Fässler sortieren die eingegangenen Lebensmittel (von links). (Bild: Urs M. Hemm)

«Haben wir irgendwo schon Pilze?», fragt Hanni Raschle in die Runde. «Dort, rechts auf dem Tisch hat es bereits welche», kommt auch prompt die Antwort. Es ist kurz vor 17 Uhr am Montagabend und die Zeit drängt, denn der «Mäntigsmarkt Neckertal» öffnet um 17.30 Uhr seine Türen. Noch aber stehen überall Kisten mit Lebensmitteln herum, die auf ihre Frische kontrolliert und schliesslich sortiert werden müssen. «Wir sind heute zwar ein bisschen spät dran, aber wir sind auch ein gut eingespieltes Team», sagt Hanni Raschle.

Bezugsberechtigt nur mit Caritaskarte

Sie ist seit der ersten Stunde des Marktes, also seit 2008, dabei und weiss, wie wichtig dieses Angebot für viele Menschen im Tal ist. Hanni Raschle erläutert:

«Zu unseren Kunden gehören Familien und Alleinstehende. Schweizer und Menschen mit ausländischen Wurzeln machen je ungefähr die Hälfte aus. Insgesamt profitieren an die hundert Personen von unserem Angebot.»

Bezugsberechtigt ist nur, wer eine gültige Caritas Bonuskarte vorzeigen kann, welche bei den Sozialämtern der Gemeinden erhältlich sind. Gratis sind die Lebensmittel jedoch nicht. «Jeder, der zu uns kommt, muss einen Unkostenbeitrag von einem Franken bezahlen», sagt Hanni Raschle. Dieses Geld sei für den Betrieb auch dringend nötig, denn der «Mäntigsmarkt» finanziert sich selbst, bekommt also keine Unterstützung von Kanton oder Gemeinde. Aus diesen Beiträgen werden beispielsweise die Miete für die Räumlichkeiten der Chrischona Gemeinde Neckertal, wo der Markt jeweils gehalten wird, und für geringe Spesenvergütungen für die Mitarbeitenden bezahlt.

Zurzeit sind es zehn Mitarbeiter, Frauen und Männer, welche sich jeweils an den Montagen abwechseln.

«Doch auch bei uns ist der Altersdurchschnitt mittlerweile hoch, sodass wir für jüngere Helfer immer offen sind.»

«Weggeworfen wird nichts»

Mittlerweile ist alles sortiert und bereit für die Kunden. Obwohl die Auswahl gross ist, sind die Betreiber des «Mäntigsmarkts» auf die Produkte angewiesen, welche sie jeweils als Spende erhalten. «Heute beispielsweise haben wir sehr viel Blumenkohl und Salat bekommen», sagt Hanni Raschle. Im Angebot stehen aber auch Zitronen, Orangen, Mandarinen, Ananas, Kartoffeln oder Pilze, um nur eine Auswahl aufzuzählen. In einem Kühlschrank gibt es zudem Fleisch, Milchprodukte sowie andere Lebensmittel, welche kühl gehalten werden müssen. «Ja, auch wir bekommen unangemeldeten Besuch des Gesundheitsamtes, welcher die Hygiene und korrekte Einhaltung der Kühlkette und der Lagervorschriften kontrolliert», erläutert Hanni Raschle. Obwohl nichts gelagert werde.

«Was nicht wegkommt, verteilen wir unter uns und geben es allenfalls privat weiter − weggeworfen wird nichts.»

Um 17.30 Uhr öffnet der Markt. Damit es kein Gedränge gibt, werden Nummern gezogen. «Natürlich sind die Leute nicht zufrieden, wenn sie eine hohe Nummer ziehen. Wir geben aber darauf acht, dass alle nach Möglichkeit die gleiche Auswahl haben und dass nicht gehamstert wird», erläutert Hanni Raschle. Dazu gehöre es auch zu wissen, für wie viele Personen, jemand Lebensmittel abholt. Für eine fünfköpfige Familie gebe es natürlich mehr, als für eine alleinstehende Person.

Schicksale, die berühren

Über die Schicksale der Menschen, die am Markt Lebensmittel beziehen, weiss Hanni Raschle nur von vereinzelten Personen Bescheid. «Manchmal erzählen uns die Leute etwas, aber fragen würden wir nie», sagt sie. Dennoch: Kalt lässt die Menschen, die sich offenbar in einer Notsituation befinden, hier niemanden unter den Helfenden.

«Natürlich würde ich mir wünschen, dass alle genug zu essen und zu trinken hätten. Solange es dieses Angebot aber braucht, werden wir helfen.»

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