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Resorthotel in Mogelsberg soll wieder aufgehen – und will vom Erfolg des Baumwipfelpfads profitieren

Die neu gegründete Freizeit und Touristik Neckertal AG mit ihrer Verwaltungsratspräsidentin Lucrezia Meier-Schatz will den Schwung des Baumwipfelpfads nutzen. Sie sichert sich per Kaufrechtsvertrag das Resorthotel und überlegt, wie sie dieses nutzen könnte.
Sabine Schmid
Die Freizeit und Touristik Neckertal AG will das Gebäude kaufen und wieder nutzen. (Bild: Sabine Schmid)

Die Freizeit und Touristik Neckertal AG will das Gebäude kaufen und wieder nutzen. (Bild: Sabine Schmid)

2009 gingen im Resorthotel in Mogelsberg die Lichter aus. Seither stand es weitgehend leer. Einzig Turnerinnen in der Sporthalle und seit kurzem Besucher des Baumwipfelpfads, die in der Tennishalle parkieren, bringen Leben in die Gebäude. Nun möchte die Freizeit und Touristik Neckertal (FTN) AG das ehemalige Resort wieder beleben.

Die fünf Gründer und Aktionäre – Stefan Hochreutener, Res Näf, Bruno Vogt, Kurt Vogt und die Präsidentin Lucrezia Meier-Schatz – schliessen in der kommenden Woche mit dem bisherigen Besitzer, der AGOB AG in Stein am Rhein, einen Kaufrechtsvertrag ab. Sie haben dann ein Jahr lang Zeit, um die Finanzierung für den Kauf sicher zu stellen. Wie viel Geld dafür benötigt wird, möchte die FTN AG nicht sagen.

«Wir sind alle mit dem Neckertal verbunden und wollen einen Beitrag zur Entwicklung der Region leisten.»

So begründet Lucrezia Meier-Schatz, die Präsidentin des Verwaltungsrats, diesen Schritt. Im Hinterkopf hätten sie und die vier weiteren Aktionäre bei der Gründung der FTN AG zwei Überlegungen gehabt. Zum einen wollen sie die Mietverträge mit dem Trainingszentrum Fürstenland Frauen (TZFF) für die Sporthalle und mit der Genossenschaft Baumwipfelpfad für die Parkplätze vor dem Hotel und in der Tennishalle langfristig sichern. Zum anderen sehen sie wegen des Erfolgs des Baumwipfelpfads die Möglichkeit, dem ehemaligen Resort eine neue Ausrichtung zu geben und die Liegenschaft wieder zu nutzen.

Slow Tourismus, wie beim Baumwipfelpfad

In welche Richtung es gehen könnte, kann die FTN AG noch nicht sagen. «Wir stehen in der Startphase unserer Überlegungen», sagt Lucrezia Meier-Schatz. Gespräche mit verschiedenen Experten, unter anderem auch mit der Fachhochschule Chur, sollen in der Suche nach der richtigen Ausrichtung behilflich sein. Verschiedene Optionen werden geprüft, daher lässt Lucrezia Meier-Schatz derzeit offen, wie das Gebäude in Zukunft genutzt wird.

Sicher ist, dass der Bedarf an Übernachtungsmöglichkeiten im Neckertal gegeben ist, nicht erst seit der Baumwipfelpfad Tausende Besucher anlockt. Sowohl ein Betrieb als Hotel – nicht im Luxussegment – als auch zum Beispiel als Jugendherberge wären möglich, denn im Gebäude gebe es 28 Gastzimmer, sagt sie. Diese könnten aber in ihrem aktuellen baulichen Zustand nicht vermietet werden. «Die Zimmer sind im Stil von vor vier Jahrzehnten ausgebaut. Zudem muss die gesamte Haustechnik, die auf das Hallenbad ausgelegt war, erneuert werden», führt sie aus.

Bereits klar ist für die Aktionäre, dass ein Projekt rund um das ehemalige Resort dieselbe Philosophie verfolgen muss wie jene des Baumwipfelpfads. Lucrezia Meier-Schatz nennt Stichworte wie «Slow Tourismus, Echtheit, Entschleunigung und Sinnhaftigkeit». Wenn sie Synergien mit dem Baumwipfelpfad sehen, werden sie diese sicher nutzen. Lucrezia Meier-Schatz betont, dass ein Teil der Aktionäre bereits bei der Schaffung des Baumwipfelpfads stark engagiert war. Die FTN AG sei aber komplett davon getrennt.

Das ganze Projekt muss nachhaltig sein

Der Baumwipfelpfad hat die Aktionäre, die mit ihrem persönlichen Engagement ein beträchtliches Risiko eingehen, gelehrt, wie sie ein solches Projekt anpacken müssen, um es erfolgreich zu einem Abschluss zu bringen. Sie weiss auch, dass die durch den Kaufrechtsvertrag gesetzte Frist von einem Jahr sehr kurz ist, um die Finanzierung für den Kauf der Liegenschaft und für die Sanierung sicher zu stellen. Gleichzeitig muss die Projektierung vorangetrieben werden. Dazu gehört für Lucrezia Meier-Schatz auch der Austausch mit Behörden der Gemeinde und des Kantons. Sie möchte die Bevölkerung von Mogelsberg ebenfalls ins Boot holen.

«Die Einwohner müssen Verständnis haben, dass wir mit unseren Ausführungen noch nicht konkreter sind. Sie können aber sicher sein, dass wir uns für eine nachhaltige Nutzung einsetzen»

«Es ist für uns von der FTN AG ein spannendes, ehrgeiziges Projekt», fasst Lucrezia Meier-Schatz zusammen. «Wir sind nicht blauäugig, aber doch zuversichtlich, dass es uns gelingen kann, neues Leben ins ehemalige Resorthotel zu bringen.» Sie weiss, was es dazu braucht: Engagement von allen Seiten.

Resort Mogelsberg kam nie richtig in Schwung

Die Idee hatte etwas für sich: Ein Kur- oder Seminarhotel sollte die kontinuierliche Abwanderung aus Mogelsberg stoppen. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts florierte die Gemeinde, profitierte von einem starken Gewerbe und zählte über 3000 Einwohner. Dann kam der Einbruch in der Textilindustrie und mit ihm begann ein Schrumpfungsprozess.
Ein Hotel sollte dem entgegen wirken. Weil in den 1970er-Jahren ein Überangebot an Kurhäusern für Rehabilitation und Regeneration herrschte, schwenkte man um und setzte dafür auf die Bereiche Sport und Freizeit.

Ab 1981 entstanden in Mogelsberg in Etappen ein Hallenbad, eine Tennishalle, Aussenplätze für Tennis, eine Minigolfanlage und ein Panorama-Restaurant mit Hotelzimmern. Die Finanzierung des Resorts, insbesondere des Hallenbads, sollte unter anderem durch eine Ferienhaussiedlung gewährleistet sein, die in unmittelbarer Nähe zum Resort gebaut wurde.

Erster Konkurs und neue Ausrichtung

Dieses Vorhaben funktionierte aber so nicht. Zum einen waren die Erträge aus der Vermietung der Ferienhäuser zu tief, zum anderen entsprach die Belegung des Sportzentrums nicht den Erwartungen. Zum ersten Mal fiel der Hammer für eine konkursrechtliche Versteigerung 1989. Der neue Besitzer versuchte, dem Zentrum durch den Bau eines Hotelflügels und einer Gymnastikhalle eine neue Ausrichtung zu geben. Doch auch dieses Konzept funktionierte nicht. 1995 wurde das Hallenbad geschlossen, ein Jahr später kam es erneut zu einer Nachlassliquidation.

Die heutige Besitzerin, die Agob AG aus Stein am Rhein, übernahm die Liegenschaft und machte daraus ein Seminar- und Sporthotel, das Resorthotel. 2009 kündigte die letzte Pächterin, seither ist der Betrieb eingestellt und das Hotel steht leer. Die Sporthalle wurde ans Trainingszentrum Fürstenland Frauen (TZFF) vermietet, seit kurzem nutzt die Genossenschaft Baumwipfelpfad die Tennishalle als Parkplatz.

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