Kolumne
Speerspitz: Blöde Sprüche – faule Witze

Redaktor Urs M. Hemm über die Freud und Leid des Homeoffice.

Urs M. Hemm
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Urs M. Hemm, stv. Redaktionsleiter.

Urs M. Hemm, stv. Redaktionsleiter.

Bald sind sie vorbei, die ersten drei Wochen Homeoffice. Ehrlich gesagt, war ich von dieser Arbeitsform nie so sehr begeistert. Auch jetzt tue ich mich noch schwer, hier an dieser Stelle ein erstes persönliches Fazit zu ziehen – ich schwanke zwischen «eigentlich ganz in Ordnung und praktisch» und «hoffentlich bleibt es nur eine Notmassnahme und die Situation normalisiert sich bald wieder».

Zweifellos hat das Arbeiten von Zuhause seine Vorzüge. Ich spare mir den Arbeitsweg, der zwar in meinem Fall nur ein paar wenige Kilometer beträgt, aufs Jahr hoch gerechnet, dennoch ins Gewicht fällt. Daheim habe ich den Arbeitsweg von jedem Zimmer in unserer Wohnung bis in mein Büro in zehn Sekunden geschafft. Das heisst auch, dass ich morgens ein wenig länger liegen bleiben kann, was für mich ein zweiter, riesiger Vorteil von Homeoffice ist.

Was ich zudem schätze, sind die Nähe von Kaffeemaschine und Kühlschrank. So kann ich mir immer gleich holen, worauf ich gerade Lust habe. Was aber an dieser Situation besonders angenehm ist, dass ich mit meiner Frau – sie arbeitet ebenfalls von Zuhause aus – viel mehr Zeit als sonst verbringen kann. Vor allem das gemeinsame Essen am Mittag und am Abend sind wichtige Fixpunkte im Corona-Homeoffice-Alltag.

Was mich an Homeoffice noch immer stört, sind die technischen Einschränkungen. Zuerst – aber das ist auf meine grenzenlose technische Unkenntnis zurückzuführen – war es ein fast unmögliches Unterfangen, alle benötigten Programme auf meinem privaten PC zu installieren. Zudem empfinde ich es als unendlich mühsam, auf einem Bildschirm zu arbeiten, der neben dem im Büro von der Grösse her einer Briefmarke gleichkommt.

Am meisten fehlt mir jedoch der Austausch mit den Kollegen. Sei es eine kurze Frage über das Pult hinweg, sei es ein dummer Spruch, eine witzige Bemerkung oder eine belanglose Stichelei. Das soziale Miteinander auf der Redaktion kann nichts und niemand am heimischen Schreibpult ersetzen. Ich hoffe sehr, dass alle Kolleginnen und Kollegen nicht den Humor ob der ernsten Situation verlieren und sie alle dummen Sprüche auf dann aufsparen, wenn wir uns dereinst alle wieder auf der Redaktion sehen.