Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Bikerin Ramona Forchini: «Plötzlich ist alles anders als zuvor»

In ihrer zweiten Saison als Profibikerin hat der Wattwilerin die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Beat Lanzendorfer
Die Wattwilerin Ramona Forchini, hier beim Weltcup in den USA hat schwierige Monate hinter sich. Nun soll es wieder aufwärts gehen. (Bild: PD)

Die Wattwilerin Ramona Forchini, hier beim Weltcup in den USA hat schwierige Monate hinter sich. Nun soll es wieder aufwärts gehen. (Bild: PD)

Die Gesundheit ist bei allen Menschen das höchste Gut. Spitzensportler sind noch etwas mehr darauf angewiesen, dass ihr Körper an seine Leistungsgrenze gehen kann.

Dass bei ihr etwas nicht stimmt, spürte die Wattwiler Bikerin Ramona Forchini bei Saisonhälfte, als auf längeren Distanzen plötzlich gar nichts mehr ging und ihr buchstäblich die Luft wegblieb. Ein im Nachhinein festgestellter Virus ist die Erklärung der unbefriedigenden Resultate, die sie in jener Zeit ablieferte.

Der EM-Titel war der Höhepunkt

Das Fazit der 25-Jährigen nach ihrer zweiten Saison als Berufssportlerin fällt trotz gesundheitlicher Probleme, die ab Ende Juli zum Vorschein traten, positiv aus: «Im Grunde genommen darf ich sehr zufrieden sein. Ich knüpfte an die Vorjahresbestresultate an und übertraf meine eigenen Erwartungen.»

Nachdem sie sich nach dem Weltcup in Albstadt erkältet hatte, musste sie in Nove Mesto einen Rückschlag einstecken. Doch gute Ergebnisse an den darauf folgenden Weltcuprennen mit drei Top-Ten-Resultaten und einem 14. Rang brachten ihr die Erkenntnis, dass sie auf dem Weg ist, das Loch zur Weltspitze zu schliessen.

Ramona Forchini. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Ramona Forchini. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Sie war auch jene Fahrerin, die in Brünn Teil der Mannschaft war, die für die Schweiz beim Team-Event an den Europameisterschaften Gold holte. «Auf kürzeren Distanzen konnte ich meine Leistung noch abrufen. Die schnellste Frauenelitezeit bewies mir das.» Ab dann ging aber nicht mehr viel. Die restliche Weltcupsaison bei den Cross-Country-Rennen war zum Vergessen und auch die Weltmeisterschaft in Kanada wurde zur Enttäuschung.

«Bei den Short-Track-Rennen gehörte ich immer zu den besten Zehn, über die längeren Distanzen fiel ich aber nach gutem Beginn schnell weit zurück. Da zeigte ich wirklich schlechte Rennen. Es war auf einen Schlag alles anders als zuvor.»

Untersuchungen ergaben, dass sich Ramona Forchini einen Virus eingehandelt hatte, nicht wie zuerst angenommen eine Erkältung. «Jetzt wusste ich, woher der plötzliche Leistungsabfall kam.»

Optimistischer Blick in die Zukunft

Ramona Forchini, die sich nebst dem EM-Team-Gold vor allem über die starken Leistungen am international stark besetzten Swiss-Bike-Cup freut, blickt bereits in die Zukunft.

«Ich nahm nach der letztjährigen Saison Rang 25 in der Weltrangliste ein. Aktuell stehe ich auf Position 22. Vor dem gesundheitlichen Zwischenfall lag ich auf Platz 13. Dies bestätigt mir, dass ich im Aufwärtstrend bin.»

Wäre die Saison normal verlaufen, hätte sie sich wohl in den Top 15 gehalten. Vorerst hat sie ihrem Körper Ruhe verordnet. Statt zwei Wochen gönnt sie sich nun eine vierwöchige Auszeit, bevor sie mit den Planungen zur neuen Saison beginnt.

«Für mich hat jetzt die Gesundheit oberste Priorität. Sollte diese nicht bald wieder bei 100 Prozent liegen, sieht der Saisonstart schwierig aus.»

Das kommende Jahr soll nämlich zu einem Meilenstein für die Wattwiler Bikerin werden. Innert weniger Monate jagt ein Grossereignis das andere. Ein erster Höhepunkt sind die Europameisterschaften im Mai in Graz. Anschliessend kommen im Juni die Weltmeisterschaften in Albstadt.

Mit den Olympischen Spielen in Tokyo Ende Juli wird das Jahr der Grossereignisse abgeschlossen. Dort will Ramona Forchini dabei sein. Auf den Startplatz beim Testevent in Tokyo vergangenen Sonntag hat sie aufgrund der Genesungspriorität verzichtet.

Vier kämpfen um einen Startplatz

Drei Bikerinnen qualifizieren sich für Tokyo 2020. Stand heute wären zwei Plätze durch Jolanda Neff und Sina Frei so gut wie besetzt. Für den dritten Startplatz darf sich eine aus dem Quartett Ramona Forchini, Nicole Koller, Linda Indergand und Alessandra Keller Hoffnungen machen.

«Wenn mir die Gesundheit keinen Strich durch die Rechnung macht und ich gut weiterarbeite, sind meine Chancen intakt. Leider habe ich nun aufgrund der teils verpassten diesjährigen Selektionsrennen nur noch eine Chance, mich für Olympia zu qualifizieren. Der Weltcup in Nove Mesto nächsten Mai wird die Entscheidung bringen. Diese eine Chance werde ich nutzen», zeigt sich Ramona Forchini kämpferisch.

Was bleibt ihr als Erkenntnis nach der abgelaufenen Saison? «Ich darf grundsätzlich sehr zufrieden sein. Ich habe einen weiteren, wichtigen Schritt nach vorne gemacht.

Doch die letzten Monate haben mir gezeigt, dass ich schon bei kleinsten Anzeichen aufpassen muss, auch wenn sie nur so harmlos scheinen. Im Nachhinein ist es einfach zu sagen, man hätte besser einen Rennstopp eingelegt. Insgesamt überwiegt aber sicherlich das Positive.»

Weitere Artikel über Ramona Forchini

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.