Interview

Bikerin Ramona Forchini nach ihrem Triumph in Spanien: «Der Saisonauftakt ist geglückt, der erste Formtest fällt überraschend aus»

Die 25-jährige Wattwiler Bikerin gewann das Vier-Etappen-Rennen Mediterranean Epic mit einem Vorsprung von über acht Minuten.

Beat Lanzendorfer
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Die Wattwilerin Ramona Forchini hat mit ihrem Triumph in Spanien gleich zum Start des Jahres ein Zeichen gesetzt.

Die Wattwilerin Ramona Forchini hat mit ihrem Triumph in Spanien gleich zum Start des Jahres ein Zeichen gesetzt.

Bild: PD

Bei ihrem ersten Auftritt in der neuen Saison demonstrierte die 25-jährige Wattwilerin, dass mit ihr zu rechnen ist. Entsprechend gross war ihre Freude während des Interviews, für das sie sich für das Toggenburger Tagblatt am Telefon Zeit nahm. Höhepunkt in diesem Jahr sollen die Olympischen Spiele in Tokio werden, für die sie sich allerdings noch qualifizieren muss.

Wie hoch schätzen Sie den Sieg in Spanien ein?

Ramona Forchini: Für mich gehört dieser Wettkampf zum Aufbautraining. Er bot mir eine gute Gelegenheit, erstmals im neuen Jahr wieder Rennluft zu schnuppern. Der Saisonauftakt ist geglückt, der erste Formtest fällt überraschend aus

Wie stark war die Konkurrenz?

Als ich die Startliste sah, rechnete ich mir eine Top-Ten-Platzierung aus. Das Rennen war im Vergleich zur Ausgabe 2019 noch besser besetzt. Mit den Kanadierinnen Emily Batty und Haley Smith, der Australierin Rebecca McConell, der Dänin Malene Degn, der Belgierin Githa Michels sowie der Olympiasiegerin Julie Bresset war das Feld hochkarätig besetzt. Alle sind im Weltcup schon auf das Podest gefahren.

Dann sind Sie von ihrem Sieg überrascht?

Es ist immer schwierig, nach der Winterpause den eigenen Leistungsstand einzuschätzen. Dass es nun bei dieser Konkurrenz zu drei von vier möglichen Etappensiegen und zum Gesamterfolg gereicht hat, überrascht mich doch etwas. Es stimmt mich aber äusserst positiv.

Gab es eine Situation während der vier Tage, in der Ihr Sieg auf der Kippe stand?

Nachdem ich die ersten zwei Etappen gewonnen hatte, handelte ich mir ausgerechnet auf dem dritten Teilstück einen Plattfuss ein. Plötzlich schmolz mein Vorsprung von acht Minuten in der Gesamtwertung kontinuierlich dahin. 

Nach dem Reifenwechsel konnte ich zum Glück wieder einen Gang zulegen und mich vom 17. auf den 6. Rang verbessern.

Wie viel Zeit hat das Missgeschick gekostet?

Nach der dritten Etappe betrug mein Vorsprung noch sechseinhalb Minuten. Der Plattfuss hatte lediglich rund eineinhalb Minuten gekostet. Am Schluss der vierten Etappe und dem dritten Tagessieg betrug mein Vorsprung dann wieder über acht Minuten.

Was bedeutet dieser Erfolg für den weiteren Saisonverlauf?

Er zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Es gibt weiterhin viel zu tun, aber mit einem Sieg in einem Mehretappenrennen in die Saison zu starten, ist immer schön und gibt Selbstvertrauen.

Dann sind Ihre gesundheitlichen Probleme des letzten Jahres definitiv ausgestanden?

Ja, ich habe mich vom Virus sehr gut erholt.

Haben Sie nach dieser Leistung keine Angst, dass Sie zu früh in Form sind?

Überhaupt nicht, ich weiss, dass ich schnell Radfahren kann. Mein Formaufbau ist aber auf die diesjährigen Prioritäten abgestimmt – und diese sind Mitte Jahr terminiert.

Wie geht es für Sie jetzt weiter?

Wir reisen nun nach Hause und gönnen uns ein paar Tage Erholung von den Strapazen. Anschliessend folgt ein Trainingsblock, bevor Mitte März der Swiss Bike Cup in Rivera lanciert wird. Eventuell streue ich zwischendurch noch ein Rennen in Italien ein – das steht aktuell aber noch nicht fix fest.

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