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Interview

Bikerin Ramona Forchini ist auf dem Weg nach oben

Die 24-jährige Wattwilerin bereitet sich auf ihre zweite Weltcup-Saison als Profibikerin vor. Die bisherigen Resultate geben Anlass zur Hoffnung, dass sie einen weiteren Schritt Richtung Weltspitze vollziehen kann.
Beat Lanzendorfer
Ramona Forchini kehrt von einem ihrer Trainings zurück. Wöchentlich sitzt sie zwischen 15 und 20 Stunden im Sattel, was in etwa 10 bis 12 Trainingseinheiten entspricht. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Ramona Forchini kehrt von einem ihrer Trainings zurück. Wöchentlich sitzt sie zwischen 15 und 20 Stunden im Sattel, was in etwa 10 bis 12 Trainingseinheiten entspricht. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Wie geht es Ihnen?

Sehr gut. Ich war den ganzen Winter über gesund und musste keinen Rückschlag einstecken. Dadurch war ein gezieltes Aufbautraining möglich, was für den weiteren Verlauf der Saison sehr hilfreich ist. Das war in den vergangenen zwei Jahren nicht so. 2017 musste ich krankheitsbedingt dreimal zwei Wochen aussetzen, letztes Jahr machte mir eine Lebensmittelinfektion im Ausland einen Strich durch die Rechnung. So gesehen stimmt mich der bisherige Verlauf sehr positiv.

Mit dem Sieg beim Viertagesrennen Mediterranean Epic in Spanien im Februar haben Sie ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Wie hoch schätzen Sie diesen Erfolg ein?

Die Etappen wurden als Marathon und nicht als Cross Country ausgetragen. Wir verbrachten täglich statt der üblichen eineinhalb drei Stunden auf dem Bike. Für mich also ein ungewohntes Gebiet. Darum sind mir auch die Marathonfahrerinnen eher unbekannt. Natürlich war die Konkurrenz nicht riesen gross, für mich war es aber eine ideale und wichtige Standortbestimmung.

Priorität hatte in erster Linie das Sammeln von Rennkilometern und das Testen von neuem Material. Das ist gelungen.

Wie ist die Saisonvorbereitung bisher verlaufen?

Ich war im Dezember mit der Nationalmannschaft in Barcelona sowie im Januar auf Gran Canaria. Anschliessend kehrte ich zu meinem Team zurück und bestritt das erwähnte Mediterranean Epic. Es folgte ein HC Cross-Country-Rennen im spanischen Banyoles, dort wurde ich siebte.

Spüren Sie, dass Sie durch Ihre Erfolge in der Team-Hierarchie gestiegen sind?

Ich denke schon. Ich war die beste Frau beim jb BRUNEX Felt Factory Team, was Ende 2018 mit einem neuen Zweijahresvertrag belohnt wurde. Dies ist für mich ein grosser Vertrauensbeweis von Teamchef Joe Broder.

Wie sieht es im Rennen aus. Erarbeitet man sich mit Erfolgen Respekt oder beginnt alles immer wieder bei Null?

Respekt haben alle verdient, egal, ob sie sich im Klassement vorne oder hinten einreiht. Auch im Rennen fahren wir fair und zeigen unseren gegenseitigen Respekt. Aber gekämpft wird mit jeder Athletin genau gleich. Cross Country ist eine Einzelsportart. Sobald der Startschuss gefallen ist, hält sich die Rücksicht auf die Konkurrentinnen in Grenzen. Letztendlich ist es ein Kampf um Punkte und um eine gute Platzierung.

Was sind Ihre Ziele in dieser Saison?

Punkto Rangierung habe ich mir keine konkrete Zahl gesetzt. Mir ist eine kontinuierliche Leistungssteigerung wichtiger als ein schneller Sprung an die Spitze. Schritt für Schritt lautet die Devise. Aber selbstverständlich möchte ich da anknüpfen, wo ich letzte Saison aufgehört habe und mich immer weiter nach vorne orientieren.

Natürlich möchte ich mich für die EM im Juli sowie für die WM im September in Kanada qualifizieren.

Sie haben sich letztes Jahr von Position 86 auf die 21 in der Weltrangliste verbessert. Darf man eine weitere Steigerung erwarten?

Als Sportlerin möchte man irgendwann die Nummer 1 sein. Ich setze mir aber keine zeitliche Begrenzung. Nachdem ich letztes Jahr regelmässig in den Top 15 war, nehme ich mir nun den Angriff auf die Top Ten vor.

Bekommen Sie durch Ihren erhöhten Bekanntheitsgrad eigentlich vermehrt Fanpost?

Ja, die bekomme ich. Es kommen auch Autogrammwünsche aus Belgien, wo der Radsport einen sehr hohen Stellenwert geniesst.

Sie sind nur noch selten an Ihrem Wohnort Wattwil. Bleibt Zeit für die Liebe?

Sollte es zu einer Beziehung kommen, möchte ich meinem Partner die nötige Zeit schenken. Das ist im Moment aber ziemlich schwierig, ausser er bringt viel Verständnis für meine zeitintensive Beschäftigung mit.

Priorität hat zurzeit das Biken. Dafür setze ich meine ganze Energie ein.

Wie sieht Ihr weiteres Programm bis zum Weltcupstart im Mai aus?

Ende März bestreite ich in Marseille ein HC Cross-Country-Rennen, was hinter dem Weltcup als zweithöchste Stufe gilt. Im April beginnt dann der Swiss Cup, bevor im Mai in deutschen Albstadt und im tschechischen Nove Mesto der Weltcup Fahrt aufnimmt. Verläuft alles nach Programm, absolviere ich in diesem Jahr rund 32 Renntage.

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