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Biografie einer 96-Jährigen: Bewegte und bewegende Lebensgeschichte

Monika Brunner-Fuchs ist eine einfache Frau, die es nicht immer einfach hatte. In ihrer Biografie erzählt die 96-Jährige Episoden aus ihrem Leben.
Sabine Schmid
Monika Brunner-Fuchs sprach Erinnerungen aus ihrem Leben ins Diktiergerät, nun wurden diese in einem Buch abgedruckt. (Bild: PD)

Monika Brunner-Fuchs sprach Erinnerungen aus ihrem Leben ins Diktiergerät, nun wurden diese in einem Buch abgedruckt. (Bild: PD)

«Mein Leben würde ein Buch geben», sagte Monika Brunner-Fuchs bereits vor 40 Jahren zu einem ihrer Söhne. Es dauerte bis Anfang 2016, bis sie ihre Lebensgeschichte in ein «Grätli» – so nennt sie das Diktiergerät – hineingesprochen hat. Aufschreiben mochte sie sie nicht, denn Monika Brunner-Fuchs wurde am 20. April 1922 geboren. Sie war beinahe 94 Jahre alt, bis sie das «Projekt» in Angriff nehmen konnte. Nun ist ihre Biografie im Verlag Edition punktuell erschienen.

Herkunft als «Riedmeedl» prägte sie stark

Monika Brunner-Fuchs. (Bild: Sabine Schmid, 10. Juni 2016)

Monika Brunner-Fuchs. (Bild: Sabine Schmid, 10. Juni 2016)

Monika Brunner-Fuchs wurde als zweitjüngstes von sechs Kindern geboren. Sie ist im «Ried» in Appenzell aufgewachsen, wo die armen Leute wohnten. Die Herkunft prägte sie sehr, denn im Buch nimmt sie immer wieder Bezug darauf. Nach sieben Jahren verliess Monika Brunner-Fuchs die Schule. Sie nahm ihre erste Stelle in einem Haushalt in Niederhelfenschwil an.

Weitere Stellen folgten, sie kam nach Zürich, nach Winterthur und immer wieder zurück nach Appenzell. Die Kriegsjahre erlebte sie in einem Haushalt in Trogen. Nach dem Krieg arbeitete sie wieder in Zürich. Dort lernte sie den Dachdecker Albert Brunner aus Ebnat-Kappel kennen. «Ich weiss nicht, wie das passierte, ich verliebte mich total in ihn und wir hatten eine schöne Zeit zusammen», erinnert sich die Buchautorin. Sie heiratete Albert und zog nach Ebnat-Kappel, wo er als frisch gebackener Dachdeckermeister ein eigenes Geschäft eröffnete. Das Ehepaar bekam fünf Söhne.

Andauernde Freundschaften mit SAC-Frauen

Mit ihrem Mann ging sie «z’Berg» und kam so in Kontakt mit dem Schweizer Alpenclub (SAC). Mit anderen Ehefrauen der SAC-Mitglieder gründete sie eine Frauengruppe, die regelmässig eigene Tourenwochen durchführte, eine im Winter mit den Ski und eine im Sommer zum Klettern. «Es entstanden Freundschaften, die bis heute andauern», erzählt Monika Brunner-Fuchs in ihrer Biografie. Sie erlebte aber nicht nur Sonnenschein. Die Ehe mit Albert Brunner wurde zunehmend schwieriger, schliesslich verliess Monika Brunner-Fuchs ihren Mann und liess sich scheiden.

Auch wenn es bis nach ihrer Schulzeit dauerte, bis Monika Brunner-Fuchs erstmals ein Mohnfeld und Raps gesehen hat, kam sie weit in der Welt herum. Mit ihrem Mann wollte sie in die Tschechoslowakei, sie durften aber vorerst nicht einreisen, weil sie für das Land hinter dem eisernen Vorhang kein Visum hatten. Ein Jahr später konnten sie die Grenze problemlos passieren.

Ätna, Stromboli, Uganda, Indonesien

Monika Brunner-Fuchs bestieg den Ätna und den Stromboli. Sie besuchte Anfang der 1980er-Jahre einen ihrer Söhne, der damals in Uganda arbeitete. Später lebte dieser in Indonesien, wo er ebenfalls Besuch von seiner Mutter bekam. Noch mit über 85 Jahren kaufte Monika Brunner-Fuchs ein Elektrovelo und fuhr damit um den Bodensee. Und zu ihrem 90. Geburtstag wurde ein Traum wahr: Sie durfte Berlin besuchen und durch das Brandenburger Tor spazieren.

Seit über vier Jahren lebt Monika Brunner-Fuchs im «Wier» in Ebnat-Kappel. Wie viel sie dort erlebt, beschreibt sie exemplarisch im Buch: Am Montag besuchte sie eine Kollegin im Alters- und Pflegeheim Nesslau, am Dienstag kam einer der Söhne zu Besuch, weil die Wassergymnastik ausgefallen war. Am Mittwoch erledigte sie Geschäftliches auf der Post und der Bank und besuchte eine Bekannte im Dorf. Am Donnerstag erhielt sie ihrerseits Besuch und am Freitag machte sie einen Ausflug nach Walzenhausen. «Ich habe die ganze Woche nie an meinem Projekt weiter gearbeitet und ins ‹Grätli› geredet», entschuldigt sie sich.

Biografie einer starken Frau

Im Buch «Es ist immer etwas Gutes dabei» offenbart Monika Brunner-Fuchs vieles aus ihrem Leben. «Es ist ein Buch einer starken Frau entstanden. Aus Zeiten, als die Frauen als das schwache Geschlecht hingestellt und auch so behandelt wurden. Es ist die Geschichte einer Frau, die sich nicht beugen liess und den widrigen, auch gesellschaftlichen Umständen trotzte – und dennoch dem Leben bis heute mit grosser Dankbarkeit und Freude begegnet», schreibt einer der Söhne im Vorwort.

Hinweis

Monika Brunner-Fuchs: «Es ist immer etwas Gutes dabei…», erschienen beim Verlag Edition punktuell.

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