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Bevölkerung kann das Gesundheits- und Generationenkonzept mitgestalten

Das überarbeitete Gesundheits- und Generationenkonzept von Neckertal hat sich aus seinen starren Strukturen gelöst und nimmt sich kommenden Herausforderungen im Sinne einer rollenden Planung an.
Urs M. Hemm
Aus dem Dorfrundgang in Necker wurde, anders als geplant, ein geselliger Begegnungsanlass. (Bild: PD)

Aus dem Dorfrundgang in Necker wurde, anders als geplant, ein geselliger Begegnungsanlass. (Bild: PD)

Nach der Ausarbeitung des ersten Neckertaler Gesundheits- und Generationenkonzepts im Jahr 2012 sei es an der Zeit gewesen, dieses zu revidieren und auf den neuesten Stand zu bringen, sagt Peter Bünzli von der Kommission Gesundheit und Prävention. «Bei der Bestandsaufnahme waren wir dann doch sehr überrascht, wie viele wichtige Themen aus dem ersten Konzept 2012 bereits erledigt waren.»

Als Beispiele nennt Peter Bünzli die Realisierung des Seniorenheims Neckertal und die Gemeinschaftspraxis in St. Peterzell. Die Kommission stellte aber auch fest, dass sich gleichzeitig vieles verändert hatte und sich neue Herausforderungen abzeichnen, die es zu bewältigen gelte. «Um diese Herausforderungen genauer benennen zu können, war es der Kommission ein Anliegen, bei der Erarbeitung des neuen Konzepts, die Bevölkerung miteinzubeziehen.

Planung nicht mehr auf mehrere Jahre hinaus

Bereits im Frühjahr 2016 hatte die Kommission deswegen die Bevölkerung zu einem ersten, im Herbst desselben Jahres zu einem zweiten Workshop eingeladen. «Wir haben aber bald festgestellt, dass es keinen Sinn macht, ein neues Konzept zu erarbeiten, das fünf oder sechs Jahre Gültigkeit hat. Um gerade den dauernden Veränderungen begegnen zu können, ist es zweckmässiger, mit einer rollenden Planung zu arbeiten», sagt Peter Bünzli.

Aus diesem Grund wurde beschlossen, jeden Herbst einen Workshop mit der Bevölkerung zu organisieren, an welchem bearbeitete Projekte abgehakt und neue Herausforderungen besprochen werden können. Die jährlich wiederkehrenden Workshops hätten zudem dazu geführt, dass Massnahmen und Veranstaltungen nicht mehr auf mehrere Jahre hinaus geplant, sondern jährlich neu erarbeitet werden. «Dabei werden bestehende Angebote überprüft, wenn nötig angepasst, oder, falls kein Bedarf mehr besteht, sistiert», sagt Peter Bünzli.

Dorfrundgänge wurden zu Begegnungsanlässen

Ein gutes Beispiel für diese rollende Planung seien die Dorfrundgänge, von welchen der erste erst kürzlich stattgefunden hat. «Ursprünglich waren diese Dorfrundgänge geplant, um vor Ort mit den Bewohnern herauszufinden, wo es Handlungsbedarf gibt. Dabei dachten wir beispielsweise an einen Kiesweg, der geteert werden müsste, weil er nicht rollstuhlgängig ist», erläutert Peter Bünzli. Es habe sich aber herausgestellt, dass Neuzuzüger im Dorf, aber auch darüber hinaus, Kontakt suchen, gleichzeitig aber auch die Einheimischen die Dorfgemeinschaft pflegen wollen.

So ist der erste Dorfrundgang zu einem dorfübergreifenden Begegnungsanlass geworden. «Als solcher war er zwar nicht geplant, es hat sich aber in eine sehr gute Richtung entwickelt.» Der nächste Dorfrundgang soll in Hemberg stattfinden.

Effizienzsteigerung durch Vernetzung

Um die Workshops strukturieren zu können, wurden drei Arbeitsgruppen gebildet: Die erste befasst sich mit Themen rund um die Gesundheit und Beratung. Eine zweite Gruppe kümmert sich um die Bereiche Soziale Kontakte, Gemeinschaft sowie Selbsthilfe und die dritte Arbeitsgruppe behält die Themen rund ums Wohnen und Leben im Neckertal im Auge. «Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass alle drei Bereiche ineinander übergreifen, dass sie nicht isoliert betrachtet werden können.

Peter Bünzli, Kommission Gesundheit und Prävention. (Bild: PD)

Peter Bünzli, Kommission Gesundheit und Prävention. (Bild: PD)

Am besten zeige dies der letzte Workshop im November dieses Jahres, als das Thema Vernetzung schwerpunktmässig behandelt wurde. «Angesprochen wurde beispielsweise, wie die 60- bis 80-Jährigen für die Nachbarschaftshilfe aktiviert werden könnten», erläutert Peter Bünzli. Für diesen Bereich jedoch brauche Neckertal das Rad nicht neu zu erfinden. Hier würde man den Kontakt mit Lichtensteig suchen, wo mit der Genossenschaft Kiss genau diese Problematik habe gelöst werden können.

Vernetzung im Sinne von effizienterem Erledigen von Aufgaben könne auch durch bessere Koordination von Diensten wie Spitex, Ärzte oder Mahlzeitendienst erreicht werden. Vorstellbar wäre beispielsweise, dass der Mahlzeitendienst gleichzeitig Medikamente zu den Betagten oder Pflegebedürftigen bringt.

Versorgung der älteren Generation sicherstellen

Auch das Thema Wohnen sei und bleibe aktuell, insbesondere für Menschen «60 plus». Das Mehrgenerationenprojekt Wogeno in Mogelsberg bekomme zahlreiche Anmeldungen aus dieser Alterskategorie, könne aber unter Beachtung der Altersdurchmischung bei Weitem nicht allen nachkommen.

«Da der Wohnungsbau nicht Sache der Gemeinde ist, können wir an Liegenschaftsbesitzer nur appellieren, ihre Wohnungen altersgerecht zu bauen, oder bei älteren Objekten entsprechend umzubauen», sagt Peter Bünzli. Die Gemeinde stelle Hauseigentümern bei Bedarf Fachpersonal für eine individuelle Beratung zur Verfügung.

Ein weiteres, wichtiges Thema scheint zwar noch weit weg, aber mit der entsprechenden Planung müsse bereits jetzt begonnen werden. Peter Bünzli sagt:

«Zwischen 2035 und 2045 erreicht die sogenannte Babyboom-Generation das Alter, in dem deren Heimeintritte statistisch beginnen.»

Da gelte es bereits jetzt Möglichkeiten zu diskutieren, wie mit diesem zusätzlichen Bedarf an Heimplätzen umgegangen werden soll. «Einerseits müssen wir die Versorgung dieser Menschen sicherstellen. Andererseits bedeutet ein allfälliger Ausbau der vorhandenen Infrastruktur teure Überkapazitäten für die Zeit nach der Babyboomer-Generation», sagt Peter Bünzli.

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